Microsoft gewährt Einblick in seine “Linux Labs”

BetriebssystemOpen SourceSoftwareWorkspace

Gestern kündigte Microsoft auf der LinuxWorld in Boston an, Nutzern einen Einblick in seine bisher geheimen OpenSource-Labs zu erlauben.

Was Microsoft auf der LinuxWorld-Konferenz in Boston gestern abend ankündigte, war vor allem er Start einer Website: “Port 25” heißt sie und soll eine “Community” für Kunden mit heterogenenen Betriebssystemen sein.

“Auch, wenn Microsoft öffentlich den Wert von Unix und Linux angreift, versteht das Unternehmen offenbar die Bedeutung der OpenSource-Bewegung – und will sie nutzen, statt dadurch sein Kerngeschäft bedrohen zu lassen”, kommentiert Nate Mook von Betanews.com.

Services, die auf Unix beruhen, etwa das Network File System (NFS) und die Network information system (NIS) werden in Windows Server 2003 R2 ohnehin integriert, wenn Großkunden neben Microsoft-Systemen auch andere Plattformen betreiben. Microsofts Open Source Lab wird also in erster Linie genutzt. um seine Software kompatibel zu “anderen Welten” zu machen.

Port 25 soll diesen Versuch, sich mit der Außenwelt zu verständigen, auch in die OpenSource-Gemeinde tragen – neben Blog-Beiträgen der Microsoft-Programmierer soll es hier künftig auch Analysen rund um Plattformstrategien für Unternehmen geben. Anders als in seinen bisherigen Linux-feindlichen Kampagnen, die es wohl nach wie vor geben soll, wird die neue Seite vor allem als Marketing-Kanal für die OpenSource-Gemeinde dienen.

Die Doppelstrategie des Software-Riesen könnte sich als faustischer Gedanke erweisen: Goethes bekanntes Zitat “Zwei Herzen wohnen, ach, in meiner Brust” könnte einer der Hauptdiskussionspunkte auf dem neuen Microsoft-Portal werden. (mk)

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