Videobearbeitung: Adobe Production Studio Premium
Heimstudio für Medien-Produktion

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Adobes Production Studio bietet eine komplette Sammlung hochwertiger Tools für die Videobearbeitung. Anspruchsvolle Funktionen bei gleichzeitig intuitiver Bedienung zeichnen das Software-Paket aus.

Testbericht

Videobearbeitung: Adobe Production Studio Premium

Ein Multimedia-Paket für semiprofessionelle User schnürt Adobe mit Production Studio. Das Paket enthält neue Versionen von After Effects für Spezialeffekte, Premiere Pro für Filmschnitt, Encore DVD fürs Authoring und dem Sound-Editor Audition. Die neuen Tools wurden stark erweitert: Open-GL-2.0-Support für schnelleres Rendering, HD-Echtzeitbearbeitung, Kapitelmenüs für mehrere Abspiel-Reihenfolgen von Disks und einen fixeren Sound-Mixer.


Premiere Pro 2.0

Videobearbeitung: Adobe Production Studio Premium

Die Production Suite stellt extrem hohe Anforderungen an die Hardware. Deutlich wird das im Test beim Videoschnitt-Modul Premiere Pro. Bereits nach dem Import eines HD-Videos (High Definition) offenbart sich die zu geringe Leistung des Testsystems. Die Echtzeitbearbeitung von hochaufgelösten Filmen nach den Standards 720p sowie 1080i schafft der Rechner mit Doppelkern-Pentium und 3 GByte Arbeitsspeicher nicht. Der Ton wird zwar in Echtzeit ausgegeben, das Bild aber stockt, und die Überblendungen sind in der Vorschau nur schemenhaft zu erkennen.

Für flüssiges Arbeiten ist ein PC mit 3-GHz-Doppelkern-Pentium und 4 GByte RAM erforderlich. Notwendig ist auch eine aktuelle Grafikkarte von Nvidia oder ATI, die den Prozessor entlastet. Im Vergleich zu Avid Liquid bringt Premiere Pro nur einen Bruchteil an Effekten oder Blenden mit. Die vorhandenen Elemente sind aber hochwertig, ebenso wie die eingebauten Videofilter.

Fix von der Hand geht das Erzeugen der so genanten Clip Notes. Diese PDFs mit eingebetteten Videos erlauben das Distribuieren von Frame-genauen Kommentaren zum Film-Rohschnitt. Benutzer des Adobe Readers 7.0.7 können Anmerkungen in das Video einfügen, etwa um Lob oder Kritik an der Arbeit des Cutters loszuwerden. Die Videos sind schneller als in der Vorversion fertig. Das liegt an der Rendering-Technik, die den Grafikchip nutzt, und dem DVD-Authoring von der Timeline aus. Nicht zeitgemäß dagegen ist der mitgelieferte MPEG-Encoder von Mainconcept, der nur 1-Pass-Encoding unterstützt.


After Effects 7.0

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Spezialeffekte und videorealistische Animationen sind das Aufgabengebiet von After Effects 7.0. Die neue Version unterstützt nun Open GL 2.0. Das beschleunigt das Rendering von zweidimensionalen und 3D-Elementen um etwa zehn Prozent. Effekte wie Textanimationen, Kamerafahrten oder Bildvariationen definiert der User in einem Diagramm-Editor auf dem Zeitstrahl. Die Bedienelemente sind trotz ihrer Komplexität intuitiv nutzbar. Der Bildstabilisator etwa rechnet Wackler aus Videosequenzen heraus, indem der Anwender mehrere oder auch nur einen Fixpunkt innerhalb des Vorschaubildes anklickt. Im Test funktioniert das sehr gut.

Für die naturgetreue Farbwiedergabe unterstützt After Effects jetzt zusätzlich zu 16 und 8 Bit auch 32 Bit Farbe in HDR-Qualität (High Dynamic Range). Für die Farbkorrektur setzen die Entwickler wie bisher auf das Plug-in Colour Finesse von Synthetic Aperture. Diese 500 Euro teure Ergänzung liefert Adobe genauso mit wie hunderte anpassbarer Spezialeffekte und Voreinstellungen sowie Bewegungsanimationen. Fertig gerenderte Projekte sollen zudem den Einstieg erleichtern. Auf der Ausgabeseite ist der Flash-Export hinzugekommen.


Encore DVD 2.0

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An aktuelle Anforderungen angepasst hat Adobe das Authoring-Tool Encore DVD. Im Unterschied zur Vorversion können fertige DVDs oder DVD-Ordner importiert und auf der Timeline weiterverarbeitet werden. Im Test gelingt das Einlesen einer nicht kopiergeschützten Disk anstandslos, jedoch benötigt das Tool dafür fast 50 Minuten. Encore DVD generiert dabei auf Wunsch automatisch Kapitelmenü-Einträge. Nur einmal muss der User vorgeben, nach welchem Muster der Film aufgegliedert werden soll. Im Test funktioniert das Aufteilen eines Films anhand fixer Intervalle problemlos.

Sehr intuitiv bedienbar ist die neue Flussdiagramm-Ansicht der DVD-Navigation, ein Feature, das bei den Wettbewerbern bereits Standard ist. Per Drag and Drop verlegen die Tester ganze Untermenüs an einen anderen Ort in der DVD-Struktur. Auch Fotos versammelt der Anwender in Encore DVD auf der Zeitleiste, um sie als Diashow zu zeigen. Die Präsentationsdauer wird automatisch an die Länge der Hintergrundmusik angepasst. Ebenfalls vorbildlich: Kapitelmenüs ermöglichen das Festlegen einer alternativen Wiedergabereihenfolge der Inhalte. Videos müssen damit nicht doppelt auf Disk gespeichert sein, um etwa unterschiedliche Filmenden zu realisieren.

Im Vergleich zu Sonic DVD it Pro spartanisch ist die Zahl der mitgelieferten Templates. Vorlagen entwirft der User mit Photoshop, wobei die Benennung der Bildebenen bestimmten Konventionen folgen muss.


Audition 2.0

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Benutzer der übrigen Production-Studio-Tools und Cool-Edit-User finden sich im überarbeiteten Audition rasch zurecht. Das Soundbearbeitungs-Modul verfügt jetzt über eine ASIO-Schnittstelle (Audio Stream Input/Output) mit niedriger Latenz und 80 Eingängen für den Anschluss diverser Musikinstrumente. Die niedrige Latenz sorgt dafür, dass die digitale Signalverarbeitung kaum Verzögerungen verursacht. Das ist etwa bei Live-Aufnahmen wichtig. So lässt sich bereits während der Aufnahme von Gesang der softwareseitig eingespielte Hall-Effekt hören.

Bessere Performance und eine intuitivere Bedienung verspricht die Mixeransicht, die wie ein professionelles Reglerpult im Tonstudio daherkommt. Adobe hat der Software außerdem noch eine Masterspur spendiert, die jetzt das Nachregeln eines bereits fertig gemischten Sounds erlaubt.

Außerdem haben die Entwickler die Multitrack-Ansicht von Audition optimiert. Statt der bisher starren Liste von 128 Spuren ist das Fenster nun auf die tatsächlich genutzten Tracks beschränkt. Verbesserten Bedienkomfort bieten auch die neuen Editierwerkzeuge für die Soundbearbeitung und -Restaurierung. Eine mit der Photoshop-Funktion vergleichbare Lasso-Auswahl gestattet die tongenaue Auswahl von Störgeräuschen in der Spektralfrequenz-Ansicht.


Medien-Browser Bridge

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Erstmals im Paket dabei ist der aus der Creative Suite 2 bekannte Medien-Browser Adobe Bridge. Er organisiert die Inhalte der unterschiedlichen Projekte. In XMP-Tags (Extensible Metadata Platform) speichert Bridge technische sowie benutzerdefinierte Daten zu jeder Multimedia-Datei. Der Browser durchsucht auch Files anhand von Stichwörtern.

Als zusätzliches Sortierkriterium dient die Rating-Funktion, die jeder Datei eine Bewertung von null bis fünf Sternen zuordnet. Die neue Applikation bringt außerdem eine Vorschau für Templates aller Adobe-Tools und Standard-Dateiformate mit darunter 16 RAW-Typen.


Individuelle Programmoberflächen

Videobearbeitung: Adobe Production Studio Premium

Wie die vier Hauptprogramme von Production Studio besitzt Bridge ein adaptierbares Benutzerinterface. In den Voreinstellungen der Tools lässt sich die Helligkeit der Oberflächen stufenweise ändern. Im Test erleichtert das Umstellen der Fensterfarbe die Arbeit spürbar. Eine Erleichterung ist auch die einheitliche Bedienoberfläche aller vier Einzelapplikationen. Die Tester ordnen die Dialoge der Programmmodule, etwa die Timeline in After Effects, die Vorschau in Premiere Pro oder den Audition-Mixer nach Belieben an. Die Fenster werden per Drag and Drop neu positioniert gelegt.

Datenaustausch per Dynamic Link

Das Bindeglied zwischen den Studio-Programmen ist die Technik Dynamic Link. Im Test lassen sich nicht gerenderte Projekte per Drag and D
rop zwischen After Effects und Premiere Pro hin und her schieben. Nimmt der User Änderungen in der einen Applikation vor, kann er die modifizierten Daten in der anderen weiterverwenden. Zum Abschluss rendert Encore DVD das fertige Projekt, um es auf Silberscheibe zu verewigen.

Angesichts der immensen Hardware- Voraussetzungen des Adobe-Programmpakets ist ein aktueller Highend-PC notwendig. Das große Leistungsspektrum der vier Tools und die Dynamic-Link-Technik rechtfertigen das Update von Video Collection.


Testergebnis

Videobearbeitung: Adobe Production Studio Premium

(Aktuelle Software im testticker.de-Softwareshop)

Das ist neu
– HD-Editing in Echtzeit in Premiere Pro
– OpenGL-2.0-Support in After Effects
– DVD-Navigation als Flussdiagramm in Encore DVD

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows XP SP2/Server 2003
Prozessor: mit SSE2-Support (Pentium 4/3,0 oder Athlon 64 3000+)
Arbeitsspeicher: 4 GByte

Fazit
Jedes der circa 16 GByte des Adobe Production Studio Premium ist seinen Speicherplatz wert. Nur Detailschwächen und der riesige Hardware-Hunger führen zur Abwertung.

Gesamtwertung: gut
Ausstattung (40%): sehr gut
Leistung (30%): gut
Bedienung (30%): gut