VoIP-Software: Jajah 2.2 Beta, Skype 2.0
Voice und Video over IP

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Die neueste Generation der VoIP-Software wirbt mit verschlüsselter Videotelefonie ohne Installationsprobleme. Doch nicht immer funktioniert die Technik problemlos.

Testbericht

VoIP-Software: Jajah 2.2 Beta, Skype 2.0

Anmeldung beim SIP-Provider, Installation einer Client-Software und Konfiguration der Firewall: Vielen ist dieser Aufwand für VoIP nach dem SIP-Protokoll zu kompliziert. Skype hingegen ist schnell und einfach eingerichtet, setzt aber auf einen eigenen Standard. Die neue Version 2.0 unterstützt nun auch Videotelefonate bislang allerdings nur zwischen zwei Gesprächspartnern. Für Videokonferenzen muss ein Plug-in wie Festoon installiert werden.

Am Erfolgskonzept von Skype orientiert sich auch das österreichische Unternehmen Jajah, dessen Client in der Beta-Version zum Test vorliegt. Beide Anbieter erlauben kostenlose Telefonate über das Internet, optional mit Video- und Textchat, sowie kostenpflichtige Verbindungen ins Festnetz und zu Handys. Die eingesetzte Peer-to-Peer-Technik arbeitet mit einem proprietären Übertragungsprotokoll, das die Gespräche durch Verschlüsselung abhörsicher macht.

Die Sprachqualität ist bei beiden VoIP-Clients hervorragend, sofern man ein hochwertiges Headset benutzt. Allerdings macht sich im Test eine Latenzzeit von etwa einer Sekunde bemerkbar. Der Gegenüber hört das Gesprochene also mit einer Verzögerung, wodurch man sich in der Praxis bei Gesprächen öfters aus Versehen ins Wort fällt.


Jajah ist kompatibel, Skype klasse

VoIP-Software: Jajah 2.2 Beta, Skype 2.0

Jajah zeigt sich offen für andere Standards und ist auch zu den Protokollen SIP, IAX und sogar zu Skype kompatibel. Für Letzeres muss allerdings zusätzlich die Skype-Software installiert sein. Im Gegensatz zu Skype kann der Nutzer die Videofunktion in Jajah erst während eines Gesprächs hinzuschalten. Im Test mit einer Uploadrate von 192 kBit/s (DSL 2000) wird das Bild im fixen, 320 x 240 Pixel großen Videofenster oft nur alle zwei oder drei Sekunden aktualisiert. Skype stellt das Videobild auch in größerer Originalauflösung oder gar als Vollbild dar, die Bildrate beträgt immerhin ein paar Bilder pro Sekunde. Zudem läuft der Client im Gegensatz zum Jajah-Pendant, der den Testern mehrmals abstürzt, sehr stabil.

Insgesamt haben die Skype-Programmierer auf mehr Benutzerkomfort geachtet: Alle Optionen lassen sich übersichtlich einstellen, und auch ein Funktionstest für die Webcam ist vorhanden. Die Oberfläche von Jajah ist weniger geordnet. Zudem stören einige Darstellungsfehler wie abgeschnittene Texte und fälschlicherweise als aktiv oder inaktiv markierte Buttons den Gesamteindruck.


Firewall-Konfiguration selten nötig

VoIP-Software: Jajah 2.2 Beta, Skype 2.0

Skype funktioniert problemlos hinter Firewall und NAT (Network Address Translation), wenn zumindest der TCP-Port 443 oder 80 offen ist. Alternativ kann sich die Software über den im Internet Explorer eingetragenen Proxy verbinden. Für Gespräche mit Jajah genügt ebenfalls eine TCP-Verbindung über Port 80. Das zusätzliche Öffnen eines UDP-Ports sorgt im Test jedoch für eine spürbar bessere Sprachqualität mit kürzerer Latenz und ist auch Voraussetzung für Videocalls.

Telefonate zwischen Skype- beziehungsweise Jajah-Nutzern sind kostenlos, Gleiches gilt für Anrufe an SIP- und IAX-Anschlüsse über das Internet. Mit einem Minutenpreis von rund 1,6 Cent ins deutsche Festnetz ist Jajah günstiger als der SkypeOut-Tarif für 2,0 Cent. In Handynetze berechnet Jajah mit 23,7 bis 28,8 Cent hingegen etwas mehr als die einheitlich 23 Cent bei Skype. Bezahlt wird bei Jajah per Überweisung oder Paysafecard, Skype akzeptiert neben Überweisungen auch Paypal, Moneybookers und Kreditkarten.


Kommunikationstalente

VoIP-Software: Jajah 2.2 Beta, Skype 2.0

Ältere Skype-Versionen sind auch für Linux, Mac und PocketPC erhältlich, Jajah plant ein Release für Mac OS. Besondere Pluspunkte beider Telefonielösungen sind die einfache Installation auch hinter einer Firewall oder einem NAT sowie die hervorragende Sprachqualität.

Die Videofunktionen sind hingegen noch ausbaufähig: Skype fehlt die Möglichkeit zu Videokonferenzen, in Jajah wären eine höhere Auflösung und Bildrate wünschenswert. Während Skype schon jetzt sehr zu empfehlen ist, behebt Jajah die Kinderkrankheiten seines Clients hoffentlich bis zur endgültigen Releaseversion.


Testergebnis

VoIP-Software: Jajah 2.2 Beta, Skype 2.0

Anbieter: Jajah Technologies
Produktname: Jajah 2.2 Beta

Internet: Jajah Technologies Homepage
Preis: kostenlos (Services wie Telefonate ins Fest- und Mobilfunknetz kostenpflichtig) (Aktuelle Software im testticker.de-Softwareshop)

Das ist neu
– Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern
– kostenlose Anrufe zu Jajah, Skype (Voraussetzung: installierter Skype-Client), SIP und IAX

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows 98/NT/Me/2000/XP
Prozessor: Pentium III/500 MHz
Arbeitsspeicher: 256 MByte
Internetverbindung: mindestens 56K-Modem oder ISDN, besser DSL-Flatrate

Fazit
Jajah überzeugt mit einer sehr guten Sprachqualität. Die Bedienung ist jedoch etwas unübersichtlich, die Beta-Version neigt zu Abstürzen.

Erster Eindruck: befriedigend