Hardware für Aliens
Die Anbieter brauchen Nachhilfe in Benutzerfreundlichkeit

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Trotz jahrzehntelanger “Upgrades” ist die Bedienfreundlichkeit von einem großen Teil der Hightech-Büroausstattung noch immer äußerst beklagenswert. Kommen die Vorbilder dazu von einem anderen Stern?

Benutzerfeindlichkeit

Hardware für Aliens

Benutzerfreundlichkeit für Außerirdische
Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit sind zwei Themen, die eng miteinander vernetzt sein sollten. Schaut man sich aber den Großteil der Technologie in einem modernen, reich mit IT-Geräten ausgestatteten Büro an, stellt man fest, dass die Ausstattung hinsichtlich Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit auch sehr wohl für einen zwölffingrigen, zweiköpfigen und siebenäugigen Außerirdischen hätte konzipiert sein können.

Daran ändern auch die üppig auf die Geräte gepflasterten Sticker nichts, die besagen, dass sie der einen oder anderen Vorschrift entsprechen.

Nehmen wir doch einmal den durchschnittlichen TFT-Flachbildschirm als Beispiel. Er setzt ein langes Erbe mangelhafter Benutzerfreundlichkeit fort, die in seinem Vorgänger, dem CRT, bis zu einem regelrechten Kunstwerk verfeinert worden war.

Verworrene Menüsysteme und unleserliche oder unglücklich angeordnete Steuertasten mögen technisch gesehen ja nicht ungesetzlich sein (das britische Recht etwa verlangt nur, dass “Helligkeit und Kontrast … leicht einstellbar sein müssen”), aber sie haben viele Angestellte in den Wahnsinn getrieben – sicher etwas, was nicht im Sinne der Vorschriften war.

Tatsächlich ist das Syndrom der “unbeschrifteten Tasten” wahrscheinlich eine unbeabsichtigte Folge anderer Genehmigungsbehörden, die aus Tradition “ablenkende” Kennzeichnungen auf dem Rahmen der Monitore ablehnen.


Nicht-Ergonomie

Hardware für Aliens

Veraltete Arbeitsschutzregeln
Wesentlich Besorgnis erregender ist aber die mangelnde Aufmerksamkeit, die die TFT-Hersteller den Monitorfüßen schenken, was eher ein ergonomisches Problem ist und nicht so sehr in Richtung Benutzerfreundlichkeit geht. Die Arbeitsschutzbestimmungen von 1992 (Bildschirmausrüstungen) schreiben lediglich vor, dass ein Monitor leicht kipp- und schwenkbar sein muss, was bei den meisten TFTs der Fall ist.

Leider wird die Höhenverstellung nicht ausdrücklich erwähnt, obwohl es einen vagen Hinweis gibt, dass “es möglich sein muss, einen anderen Untersatz zu verwenden … oder einen verstellbaren Tisch”, womit den Monitorherstellern ein sauberes Schlupfloch geboten ist.

Die verfügbaren Modelle mit Höhenverstellung lassen diese nur um ein paar wenige Zoll zu. Ich habe nicht viele gesehen, bei denen eine Absenkung auf Schreibtischhöhe möglich ist, ein Mangel, mit dem sie sich bei Leuten mit Gleitsichtgläsern nicht gerade beliebt machen, weil deren Nahsichtbereich sich zumeist im unteren Drittel der Brille befindet (eine extra Computerbrille ist theoretisch eine tolle Idee – aber nur, wenn man an seine Workstation gefesselt ist).

Eine erwähnenswerte Ausnahme ist der MagicStand-Fuß von Samsung in einer dreigelenkigen Ausführung mit Pivotfunktion (das Panel kann um 90 Grad gedreht werden). Er erinnert etwas an eine vom diesen witzigen kleinen Schreibtischlampen, die sich in jede Richtung drehen lassen und erlaubt fast unbegrenzte Verstellung.

Natürlich kann man Halterungen mit Gelenkarm (Vesa-konform) nachrüsten, aber ein ordentliches Teil kostet so viel wie der Monitor selbst.

Obskure Anleitungen – iPod-Generation als Rettung?
Das ist nur die Spitze des Eisbergs: Die obskuren Anleitungen auf Druckern und Kopierern sind schon jahrelang die Zielscheibe für Witze, aber es gibt nur wenig Anzeichen für eine Verbesserung – obwohl von den Herstellern Millionen für die Erforschung des “menschlichen Faktors” ausgegeben werden. Von Software-Schnittstellen will ich gleich gar nicht reden.

Die einzige Hoffnung ist vielleicht, dass sich eine neue Generation von iPod-beeinflussten Ingenieuren und Konstrukteuren durch die Hierarchien kämpft. Eine Gruppe, der bewusst ist, dass intelligente Technologie auch simpel und leicht zu bedienen sein kann.