Lokale Suche im Web
Der Weg zur Pizza

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Suchergebnisse verknüpft mit lokalen Koordinaten können für die Suchenden von enormem Wert sein. Der Artikel verrät, wie Sie von der Geosuche profitieren.

Suche im Wandel

Lokale Suche im Web

Die Suche im Web hat sich mit den Jahren verändert. Ging es in den Anfangstagen der Suchmaschinen zunächst darum, technische Informationen, Kulturelles oder sehr Spezifisches überhaupt zu finden, das auch meist auf Servern irgendwo in der ganzen Welt verstreut vorlag, hat sich in der letzten Zeit das Medium Web mit stärkerem Durchsatz in der allgemeinen Bevölkerung zu einem Alltagsmedium gewandelt, in dem nahezu beliebige Informationen abgerufen werden können.


Lokale Informationsflut

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War es daher vor Jahren kaum interessant, sich per Web um Informationen aus der nächsten Nachbarschaft zu bemühen, sind inzwischen international so viele Informationen verfügbar, dass man eine sinnvolle Auswahl treffen muss, um mit diesen überhaupt etwas anfangen zu können. Dafür lassen sich aber unterschiedlichste Informationen und Daten verknüpfen, die dann für die Informationssuchenden einen echten Mehrwert bieten. Und diese Angebote sind immer mehr gefragt. So schätzt man heute, dass etwa ein Viertel aller Suchanfragen einen lokalen Bezug haben ? das ist eine gute Basis und hat ein hohes Potenzial für clevere Businessmodelle.


Global Player

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Neue Angebote gibt es inzwischen durchaus, Google hat es wieder mal vorgemacht: Nicht nur die geografische Eingrenzung interessanter Daten ist für das Erfolgsrezept wichtig, sondern die Verknüpfung der unterschiedlichsten Daten zu einem bedienbaren und wertigen Informationspaket für die Anwender. So werden Adress- und Telefonbücher, Branchenverzeichnisse sowie Daten aus User-Testberichten und -Bewertungen mit Geo-Daten und Routenplanern verknüpft.

Schließlich ist es reizvoll, etwa ein französisches Restaurant in einer Stadt zu suchen und dann das gesuchte Angebot verknüpft mit einer Landkarte oder, noch besser, auch mit Satellitenfotos lokalisieren zu können. Wenn man Glück hat, gibt es auch noch ausreichend aussagekräftige Bewertungen von Besuchern dazu, so dass auch von unabhängiger Seite eine Einschätzung – neben der Selbstdarstellung – dem Suchenden wertvolle Informationen liefert und einen Blick in die Speisekarte erlaubt. So weit, dass man gleich nachsehen kann, ob ein Parkplatz vor dem Restaurant frei ist, sind die Dienste in der Regel allerdings noch nicht.


Die Sicht der Dinge

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Damit ist ein völlig neues Produkt entstanden, das das Suchen neu definiert. Denn nun wird nicht mehr ? etwas schwerfällig ? per häufig veraltetem Branchenverzeichnis nach Anbietern gesucht, sondern die Kunden können die Suche genau eingrenzen und sich das Angebot zudem auch noch aus der Sicht anderer Verbraucher empfehlen lassen.

Google durchforstet dabei neben den eigenen Archiven und Google Maps mehrere Dienste, um diese Infos zusammenzustellen, und bietet auch gleich einen Routenplaner an, um den schnellsten Weg zur ausgewählten Location ausfindig zu machen. Microsofts Dienst MSN und auch Yahoo liefern inzwischen ähnliche Angebote, teilweise aber in etwas anderer Fokussierung. Diese sind aber noch nicht so weit gediehen wie der Suchmaschinen-Protagonist. Das ganze Genre ist noch deutlich in der Experimentierphase ? denn die Qualität der Treffer ist nicht immer überragend.

Das Konzept der Geo-Suche ist dabei sehr interaktiv: Treffer werden gleich in einer Landkarte markiert angezeigt, der Anwender interagiert mit dieser Kartendarstellung, um die gewünschten Details zu erfahren.


Good old Germany

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So schön diese Dienste sein mögen – befindet sich der Interessent nicht gerade in den USA, helfen diese Angebote kaum weiter. Im vergangenen Jahr gab es zwar wiederholte Ankündigungen der großen Anbieter, solche Dienste auch in Deutschland zu etablieren ? da scheint aber erst noch einiges zu regeln zu sein. Noch ist von einem umfassenden Service der Markführer nichts Greifbares zu sehen.

Trotzdem lässt sich auch hier der eine oder andere Dienst mit lokalem Bezug ausmachen. So sind spezialisierte Anbieter wie Das Örtliche, die Gelben Seiten, Go Yellow oder auch Yellow Map aus dem alten Medium Telefonbuch in die Online-Präsenz gewechselt und bieten hier inzwischen verknüpfte Informationen an, die man in der Papier-Welt so noch nicht kannte. Und die zusätzlichen Möglichkeiten sind immens – denn schließlich lassen sich beliebige spezifische Informationen mit den Daten verknüpfen. Beispielsweise weiß man dann bei ähnlichen Anbietern nicht nur, wo sie zu finden sind, sondern könnte auch gleich die Preise vergleichen.


Städter am Werk

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Basieren diese Dienste grundsätzlich noch auf dem alten Gedanken des Branchen- oder Telefonverzeichnisses, geht beispielsweise das Angebot Meinestadt.de, das von der Allesklar.com betrieben wird, einen Schritt weiter. Der Service, der auch über Lycos.de, Freenet und Fireball erreichbar ist, zäumt das Pferd von der anderen Seite her auf. Hier werden, bezogen auf Landkreise oder Städte, alle möglichen Informationen für diese Bereiche angeboten. Das fängt an mit den üblichen Informationen zu Ämtern, Krankenhäusern oder Schulen, geht über Handel, Kulturelles und Gastronomie bis hin zu statistischen Informationen und gar Bildern aus der Region, die von Anwendern zur Verfügung gestellt werden.


Erste Schritte

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Auch Yahoo hat seit Anfang des vergangenen Jahres eine Kooperation mit dem Telefonbuch-Service Das Örtliche online im Angebot. Hier lassen sich Suchbegriffe mit Orten verknüpfen – der gleiche Ansatz wie bei Google Local, der aber in diesem Fall deutlich ausbaufähig bleibt. Sicherlich ist dieses Angebot noch nicht allgemein etabliert, ebenso werden auch nicht alle technischen Möglichkeiten ausgelotet sein. Im Moment präsentiert es sich aber lediglich als Stichwortsuche in Das Örtliche – die Erwartungshaltung lag hier aber deutlich höher. So fragt man sich beispielsweise, warum bei Angeboten, zu denen es eine Webseite gibt, diese nicht gleich mit verlinkt wird. Lediglich wenn der URL auch in Das Örtliche abgelegt ist, wird man fündig. Ebenso vermisst man eine Verschlagwortung von Einträgen – so findet Yahoo etwa für das Suchwort »Kino« in kleineren Städten oder Mittelzentren einfach nichts, während die interne Suche von Das Öffentliche mehr ? und vor allem Brauchbares – zutage fördert. Dies macht deutlich, dass hier noch einiges erweitert und verbessert werden muss, ehe ein solcher Dienst den Anwendern wirklich nützt.

Ebenso hat der Portalbetreiber Web.de schon länger angekündigt, eine lokale Suche starten zu wollen. Zur diesjährigen Cebit soll es nun so weit sein. Der Webkatalog hat mit einigen Kooperationspartnern ein Angebot entwickelt, das eine Suche lokaler Anbieter und Dienste möglich macht. Auch hier hat das Ganze noch den Bezug zum Branchenbuch, und die Suchergebnisse werden sich ähnlich präsentieren wie bei den schon bekannten Diensten.

Neben inhaltlichen Informationen zu einem gesuchten Dienstleister-Angebot sollen auch Lagepläne, Routenplaner und weitere Infos wie Öffnungszeiten oder Ähnliches angezeigt werden. Web.de hat dabei die Messlatte hoch gehängt und will seine Erfahrungen mit den aktuellen Service-Angeboten in die Waagschale werfen, um eine hohe Qualität der Suchergebnisse anbieten zu können.


Gelbe Seiten reloaded

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Etwas Neues will auch Neomo in der Kürze der verbleibenden Zeit dem Angebot von Google entgegenstellen. Das Gemeinschaftsunternehmen von Stefan Fischerländer und verschiedenen Verlagen, die Gelbe-Seiten-Verzeichnisse herausbringen, liefert dabei die Suchtechnik, die der eigentliche Portal-Anbieter dann buchen kann. Ein erster Test ist auf dem Gelbeseiten.de-Angebot in Form eines Gesundheits- und Gastronomie-Guides zu finden. Bei kurzer Inaugenscheinnahme stellt sich der Unterschied zum Standard-Branchenverzeichnis kaum dar. Als Suchergebnisse werden Listen ausgegeben, die auf Klick weitere Infos – falls vorhanden – preisgeben. Die Art der Infos mag dem amerikanischen Vorbild gleichen: Stadtplan- oder Luftbildausschnitt, Routenplaner und andere Daten sind vorhanden.

Indes läuft die Präsentation andersherum: Hat der Suchende ein Angebot gefunden, kann er weitere Infos abrufen. Bei Google sieht er die Angebote als Marker in einer Kartenübersicht, die auf Mausklick weitere Infos offenbaren – das ist intuitiver, bequemer und auch eleganter, als sich durch verschiedene Listen und Fenster klicken zu müssen.


Wem bringt es was?

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Das Problem der lokalen Suche ist allerdings das Problem aller Angebotsverzeichnisse ? da es sich hier um einen explizit eingerichteten Dienst und nicht um ein einfaches Auflisten und Katalogisieren sowieso vorhandener Daten im Web handelt, ist es immer problematisch, den Anwendern ein umfassendes Bild der real vorhandenen Angebote zu bieten. Denn in der Regel ? abgesehen von Start- und Übergangsphasen ? ist ein Eintrag auch mit Kosten verbunden, die besonders dann gescheut werden, wenn sich der Nutzen den eingetragenen Anbietern nicht eindeutig zeigt.

Sicher, die Dienste werden natürlich vorhandene Webdaten hinzuziehen und außerdem die Daten online aktueller halten als in dem gedruckten Pendant. Schließlich lebt das Angebot von der Vollständigkeit der Abdeckung ebenso wie von der Aktualität der Einträge. Trotzdem werden sich lokale Gewerbetreibende und Mittelständler, die weiter Erfolg haben wollen, mit dieser Thematik auseinander setzen müssen, indem sie die Angebote überprüfen und einen Weg finden, sich über das Angebot auch selbst zu präsentieren. Die dazu notwendigen Infos sind in der Regel auf den Webseiten der Anbieter zu finden.

Statistiken zeigen, dass in zunehmendem Maße Online-Suchen mit Kaufabsichten getätigt werden, und alle Zeichen weisen darauf hin, dass es bald zu einer noch massiveren Nutzung lokaler Informationen im Internet kommen wird. Wer dann dort nicht gefunden wird, wird es schwer haben, am Ball zu bleiben. Und sollten diese Dienste bald auch noch unterwegs via Mobiltelefon abrufbar sein, wie es sich bei Google und Yahoo abzeichnet, steigt die Nachfrage sicherlich noch einmal.