Praxis: Nie mehr Treiberärger
Windows absturzfrei

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Wenn Windows XP abstürzt oder plötzlich scheinbar grundlos neu bootet, sind fast immer unsauber programmierte Treiber schuld. Mit den folgenden Tools und Tipps passiert das nicht mehr.

Absturzursache Nummer 1: Treiber

Praxis: Nie mehr Treiberärger

Wer glaubt, in Windows XP ein stabiles Betriebssystem zu haben, das nie abstürzt, hat vermutlich noch nie einen TV-Karten-Treiber installiert. Gerade bei TV-Karten ist der gefürchtete Bluescreen nicht weit und manchmal startet XP dann einfach neu. Und auch bei anderen Komponenten kann es Probleme geben.

Trotz umfangreicher Zertifizierungsprozesse und Schutzmechanismen ist Windows XP nicht frei von Abstürzen. Erstaunlich: Für rund 80 Prozent aller Bluescreens sind Treiber verantwortlich. Das geht aus Microsofts internen Auswertungen hervor, über die wohl jeder Nutzer schon einmal gestolpert ist, wenn Windows einen Fehlerbericht an Microsoft senden will.

Größte Probleme machen Treiber, die nicht in den Testlabors von Microsoft (WHQL Windows Hardware Quality Labs) geprüft werden. Solche Treiber erkennen Sie beim Einspielen daran, dass sich Windows XP mit einem Hinweis zu Wort meldet und darauf aufmerksam macht, dass gerade ein nicht signierter Treiber installiert werden soll. In der Praxis kommt man allerdings nicht immer um das Aufspielen eines solchen Treibers herum, da einige Hersteller Microsofts Zertifizierungsprozess scheuen. Problematische Treiber finden sich in der Driver Protection List für Windows XP wieder.


Laufen nicht zertifizierte Treiber auf Ihrem System?

Praxis: Nie mehr Treiberärger

Schritt 1: Klicken Sie zunächst einfach auf Start/Ausführen, tippen Sie den Befehl sigverif ein und bestätigen Sie mit OK.

Schritt 2: Im Dialog Dateisignaturverifizierung klicken Sie auf Erweitert und markieren im Register Suchen die Optionen Nach Dateien suchen, die nicht digital signiert wurden und Unterordner einbeziehen.

Schritt 3: Tragen Sie unter dem Punkt In diesem Ordner suchen das Verzeichnis C:\Windows\system32\drivers ein.

Schritt 4: Wechseln Sie jetzt in das Register Protokollieren und aktivieren Sie den Eintrag Resultate der Dateisignaturverifizierung in einer Protokolldatei speichern.

Schritt 5: Klicken Sie abschließend auf OK und auf Starten damit leiten Sie die Prüfung auf nicht zertifizierte Treiber ein.

Das Tool zeigt daraufhin eine Liste der nicht signierten Treiber an. Der Herstellername in der Dateibezeichnung verrät, um welche Hardware-Komponente es sich handelt. Anschließend können Sie versuchen, den Treiber zu aktualisieren, zu reparieren oder zu löschen.


Chaos mit Treibern

Praxis: Nie mehr Treiberärger

Der Treiber ist eine Softwareschnittstelle, die es dem Betriebssystem ermöglicht, Geräte wie Festplatten, Grafikkarten oder Netzwerkadapter über eine standardisierte Struktur anzusprechen und zu steuern. Ein Großteil der Treiber wird von den Hardware-Herstellern selbst entwickelt, für den Rest ist Microsoft zuständig. Dazu zählen etwa die Softwareschnittstellen für USB-Hardware, IDE-Festplatten und CD/DVD-Laufwerke.

Dementsprechend unterscheidet Windows XP zwischen Device Drivers (Gerätetreibern) und File System Drivers (Dateisystemtreibern). Erstere stellen Dienste für Ein- und Ausgabeoperationen zu einem Gerät bereit. Dateisystemtreiber verwalten Ein- und Ausgaben geräteunabhängig. Bekannteste Beispiele aus der Praxis sind Treiber für das NTFS- und FAT-Dateisystem oder die Filterfunktionen von Virenscannern, die auch als Dateisystemtreiber implementiert werden. In Windows 2000/XP laufen File System Driver immer im Kernel-Modus.


Windows-2000-Treiber für XP

Praxis: Nie mehr Treiberärger

Diese Gemeinsamkeit der Microsoft-Betriebssysteme erlaubt es oft, für Windows 2000 geschriebene Treiber unter XP zu verwenden. Das ist etwa dann nötig, wenn ein Hardware-Hersteller keine speziellen XP-Treiber anbietet. Damit das funktioniert, muss man dem Treiber meist vorgaukeln, dass es sich beim Betriebssystem um Windows 2000 handelt. Dazu müssen Sie einen Registry-Eintrag verändern:

Schritt 1: Klicken Sie auf Start/Ausführen, tippen Sie regedit ein und klicken Sie auf OK.

Schritt 2: Im somit geöffneten Registrierungs-Editor wechseln Sie in den Schlüssel HKEY_ LOCAL_MACHINE/Software/Microsoft/Windows NT/CurrentVersion.

Schritt 3: Doppelklicken Sie im rechten Teilfenster auf den Eintrag ProductName und tippen im Dialog Zeichenfolge bearbeiten den String Windows 2000 ein.

Schritt 4: Bestätigen Sie mit OK, starten Sie den Rechner neu und installieren Sie den Windows-2000-Treiber unter XP.

Schritt 5: Anschließend stellen Sie im oben aufgeführten Registry-Schlüssel den Originalzustand wieder her und booten neu.


Wichtig: Installations-Reihenfolge

Praxis: Nie mehr Treiberärger

Es ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, in welcher Reihenfolge Treiber bei einer Neuinstallation einzuspielen sind, die richtige Vorgehensweise kann jedoch prinzipiell möglichen Problemen vorbeugen. Die Faustregel besagt, dass die Wichtigkeit der Treiber auch die Installationsreihenfolge bestimmt. An erster Stelle stehen somit Chipsatztreiber, da diese für die grundlegenden Funktionen des Mainboards nebst integrierten Komponenten, etwa S-ATA, Raid und Ethernet, zuständig sind.

All-in-one-Treiberlösungen liegen dem Mainboard bei. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass Sie nur die Treiber installieren, die Sie tatsächlich benötigen. Das hört sich trivial an, ist es aber nicht. Beispielsweise sind nahezu alle modernen Mainboards mit Onboard-Sound ausgestattet. Steckt in Ihrem Rechner aber eine »echte« Soundkarte, müssen Sie das im Mainboard verbaute Audio-Feature im Bios deaktivieren und beim Einspielen der Treiber darauf achten, dass diese nicht installiert werden. Wollen Sie das etwa Nforce-4-Treiberpaket einspielen, sollten Sie die Datei erst einmal extrahieren. Anschließend löschen Sie die Verzeichnisse AudioDrv und AudioUtl und starten die Installation des reduzierten Treiberpakets mit einem Doppelklick auf SETUP.EXE.

Sind die Chipsatztreiber eingespielt, stehen in den nächsten Schritten Grafik- und Soundkarte an. Als Letztes installieren Sie die Treiber für weitere Peripheriegeräte, etwa PCI-Karten, Drucker oder Scanner.