Höhere Datenraten mit HSDPA
UMTS: Jetzt aber

MobileMobilfunk

Als Mobilfunkturbo ist UMTS ein Begriff. Erst die Nachfolgetechnik HSDPA bringt, was UMTS schon immer können sollte.

Neue UMTS-Generation

Höhere Datenraten mit HSDPA

Kaum jemand weiß, wofür UMTS eigentlich steht (Universal Mobile Telecommunication System). Beim Namen der neuen UMTS-Generation scheitern aber viele wohl bereits an der Aussprache: HSDPA lautet die nicht eben gängige Abkürzung für High Speed Downlink Packet Access. HSDPA wird UMTS nicht ersetzen, es ist vielmehr ein Update, das noch höhere Datenraten verspricht.

Auf dem größten Mobilfunkkongress der Welt, dem 3GSM World Congress in Barcelona drehte sich Mitte Februar jedenfalls beinahe alles um HSDPA. Netzbetreiber zeigten Demos der zu Anfang bis zu 1,8 MBit pro Sekunde schnellen Downloads, und Handyhersteller warteten mit HSDPA-Endgeräten auf. UMTS liefert heute bestenfalls Download-Datenraten von 384 Kilobit pro Sekunde.

Während die Netzbetreiber wie T-Mobile für HSDPA-Fähigkeit lediglich ein Software-Update über ihre UMTS-Komponenten laufen lassen müssen, kommen Endkunden nicht um die Anschaffung eines neuen Mobiltelefons herum.

Dabei wähnten sich dann gleich drei Hersteller in der Spitzenposition: Benq Siemens, LG und Samsung (siehe Bild unten rechts) waren jeweils der Meinung, das erste HSDPA-Handy der Welt präsentieren zu können und protzten mit mehr (Samsung) oder weniger (Benq Siemens, LG) großen Werbetafeln. Einzig interessant ist jedoch, wer damit zuerst auf den Markt kommt und das wird wohl nicht vor Sommer 2006 sein.


UMTS dreht auf

Höhere Datenraten mit HSDPA

Überall auf dem Kongress waren Aussagen zu hören, dass HSDPA das wahre UMTS ist. Erst jetzt sind die Datenraten hoch genug, um all die kühnen Multimedia-Anwendungen wie Video-Streaming zu verwirklichen. Und die Latenzzeiten sind niedrig genug, um Voice over IP (VoIP) eine vernünftige Grundlage zu bieten. Für die Netzbetreiber ist es jedenfalls eine grandiose Chance, günstig neue Dienste anzubieten, da sie nicht in Netzwerkinfrastruktur investieren müssen wie bei UMTS.

VoIP sieht die Industrie eher als Chance denn als Gefahr fürs Geschäft. Zwar hat noch kein Netzbetreiber einen Tarif für VoIP-Gespräche parat, geblockt werden die Telefonate im UMTS-Netz aber auch nicht. Außerdem entstehen mit Techniken wie UMA (Unlicensed Mobile Access) Mischangebote aus WLAN und GSM: UMA-Handys wie das Nokia 6136 (siehe Bild) beherrschen Roaming zwischen WLAN-Hotspots und herkömmlichen Mobilfunknetzen. Laut Nokia soll der Übergang sogar ohne Gesprächsabbruch funktionieren.


Fernsehen aufs Handy

Höhere Datenraten mit HSDPA

Neben HSDPA war Mobile TV ein Kongress-Dauerbrenner. So gab es zahllose Demonstrationen von Fernsehübertragungen. Wie Paul Mankiewich, Technik-Chef der Netzwerksparte von Lucent Technologies, im Gespräch mit PC Professionell betonte, sind Multimedia-Funktionen wie Video- oder TV-Streaming essenzielle Bestandteile moderner Mobilfunknetze. Kein Netzbetreiber auf der Welt will darauf verzichten.

Dabei konkurrieren die IP-basierenden Videoströme der UMTS- und HSDPA-Netze stark mit DVB-H. Der für Handys optmierte Ableger von DVB-T hat den Vorteil, dass nur wenige Sender pro Ballungsgebiet notwendig sind und Bandbreite quasi im Überfluss vorhanden ist. Ideal für große Nutzerzahlen.

Der Nachteil von DVB-H ist jedoch, dass es nicht mit herkömmlichen UMTS- oder HSDPA-Handys funktioniert, da ein spezieller Decoder-Chip ins Telefon muss. Dieser Chip kostet Geld und Platz im engen Handy-Kleid. Darüber hinaus saugt er zusätzliche Energie aus dem Akku des Mobiltelefons.