Deutsche Telekom steigert Gewinn trotz deutlicher Probleme

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Die Deutsche Telekom hat im abgelaufenen Quartal deutlich mehr Gewinn als im Vorjahreszeitraum verbucht. Haupttreiber war erneut das Mobilfunkgeschäft, vor allem in den USA.

Der Konzern verbuchte nach eigenen Angaben einen Gewinn von rund 5,11 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 4,71 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte auf 15,5 (Vorjahr: 14,72) Milliarden Euro; der Überschuss verdoppelte sich sogar auf nun 1,17 Milliarden Euro. Damit erfüllt der Konzern seine eigenen Prognosen.

Die Aktionäre können sich trotz des niedrigen Aktienkurses wenigstens auf eine Anhebung der Dividende auf 0,71 Euro pro Aktie freuen. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke hatte bislang 0,62 Euro in Aussicht gestellt.

Das Unternehmen will nun 1,2 Milliarden Euro zusätzlich in Werbung und Marketing investieren, um seine Stellung zu verteidigen. T-Mobile hat zudem seine Preise gesenkt und rechnet im Lauf des Jahres mit noch billigeren Tarifen. Mit einer engeren Verbindung von Festnetz und Mobilfunk will Ricke nun den Umsatzrückgang seiner Festnetztochter T-Com stoppen. Zudem soll die erfolgreiche Internettochter T-Online wieder integriert werden. Das kann sich allerdings wegen der Klagen von Aktionären um Monate, möglicherweise um Jahre verzögern.

Die guten Zahlen können zudem nicht über massive Probleme bei Europas größtem Telekommunikationskonzern hinwegtäuschen. Ricke ringt noch immer mit der Gewerkschaft ver.di um den Abbau von 32.000 Stellen.

Offen ist auch die weitere Auslandsexpansion des Konzerns: Während Konkurrenten wie France Telecom oder Telefonica ihre Stellung außerhalb ihrer Heimatländer ausbauen, haben die Bonner bislang wenig unternommen. Mit der österreichischen tele.ring gab Ricke bislang nur ein kleinere Akquisition bekannt – und selbst die könnte noch am Veto der EU-Kartellbehörde scheitern. (ds)

( – testticker.de)

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