HP Storageworks DAT 72 USB
DAT mit USB

Netzwerke

Nicht nur Server, sondern auch viele Workstations können eine Datensicherung gut vertragen. Naheliegend ist dann der Einsatz eines externen Tapelaufwerks mit USB 2.0.

Testbericht

HP Storageworks DAT 72 USB

Eine hohe Datendichte von nominell 72 GByte bei kleinen Abmessungen verspricht HP mit dem DAT-72-USB-Laufwerk. Der USB-Streamer kostet rund 800 Euro und ist damit rund 300 Euro teurer als ein internes SCSI-Laufwerk. Als Backup-Software legt Hewlett-Packard dem Produkt Yosemite Tapeware bei, zusätzlich finden sich im Karton eine Treiber-CD für Windows und Linux sowie ein Stromkabel.

Hohe Stromaufnahme, lauter Lüfter

Das Stromkabel ist zwingend erforderlich, weil die Stromaufnahme des Streamers mit 7,1 Watt die Kapazität eines USB-Busses deutlich überfordert. Selbst vom Anschluss an einen externen USB-Hub rät Hewlett-Packard ab. Empfehlenswert ist der Anschluss direkt an einem USB-Port des Mainboards, um die volle Bandbreite von USB 2.0 auszunutzen. Das handliche und solide gebaute Gerät fällt durch das deutlich hörbare Lüftergeräusch im Betrieb auf, das als störend empfunden wird. Ein Dauerbetrieb am Arbeitsplatz ist daher nicht sinnvoll.

Auf den schmalen DDS5-Bändern sollen bis zu 72 Gigabyte Daten unterbringen lassen. Dieser Wert wird allerdings nur erreicht, wenn die zu sichernden Daten gut komprimierbar sind es sich also vorwiegend um Texte oder Datenbank-Inhalte handelt. Nur dann wird der hohe Kompressionsfaktor von 2:1 erzielt. Netto fasst ein Band lediglich 36 Gigabyte. Aktiviert man die bei DAT-Bändern dringend anzuratende Error Correction, so schrumpft der freie Speicher weiter. Im PC-Professionell-Test bleiben von nominell 72 GByte nur noch rund 30 GByte übrig.


Komfortable Software

HP Storageworks DAT 72 USB

Das Einrichten der Treiber sowie der zugehörigen Software wirft keine Probleme auf, sofern man sich unter Windows an das USB-übliche Verfahren hält: erst die Treiber einrichten, dann die Hardware mit dem Rechner verbinden. Bei Linux muss man dafür ein eigenes Kernel-Modul erstellen. Das erfordert eine aktuelle Linux-Version, da der Treiber auf einen Kernel der 2.6-Serie zugeschnitten ist. Sinnvoll ist ein Besuch auf der Support-Website von HP, da dem Testgerät nur veraltete Treiber beiliegen. Zudem gibt es dort ein Firmware-Update, über dessen genaue Auswirkungen sich HP aber ausschweigt. Interessant: Die neue Firmware wird dort nur angezeigt, wenn man Windows XP als verwendetes Betriebssystem anwählt.

Die Bedienung von Tapeware ist relativ einfach, weil für die gängigsten Aufgaben Wizards zur Verfügung stehen. Abgesehen davon geht das Anlegen von Backup-Jobs aber flüssig von der Hand. Verglichen mit dem NT-Backup von Windows XP ist es viel angenehmer zu bedienen und bietet mehr Funktionen.


Mal eben den Rechner sichern?

HP Storageworks DAT 72 USB

Wer einen Rechner komplett sichern möchte, muss viel Zeit mitbringen. Auf dem Testsystem im Labor einem Pentium IV, 2,66GHz, ATA-133-Festplatten und 1 GByte RAM schwanken die Transferraten zum Streamer zwischen 145 und 155 MByte pro Minute. Für die DAT-Technik ist das ein passabler Wert, für die Vollsicherung einer üblichen Desktop-Festplatte mit 60 GByte sollte man allerdings schon einen ganzen Arbeitstag oder eine Nacht einkalkulieren.

Inkrementelle Backups mit geringerem Datenvolumen sind natürlich schneller erledigt. Die Leseraten beim Zurücksichern eines Tapes unterscheiden sich nicht wesentlich von den oben genannten Schreibraten.


Disaster Recovery für Ausgewählte

HP Storageworks DAT 72 USB

Die relativ langsame Transfergeschwindigkeit ist vor allem dann ein Ärgernis, wenn ein gesamter Rechner zurückgesichert werden muss. Das unterstützt der DAT 72 über One Button Disaster Recovery (OBDR). Dafür muss nicht einmal eine Software installiert sein, eine leere Festplatte genügt. Voraussetzung ist allerdings ein kompatibler Rechner. Welche PCs sich hierfür eignen, findet sich in der Übersicht unter www.hp.com/go/obdr.

Neben HP und Compaq bieten Dell, IBM und Acer entsprechende Rechner an. Der Einsatzbereich von OBDR ist also eingeschränkt, da nur wenige Rechner über passende Hardware verfügen.Eingeschränkt ist auch das Einsatzgebiet des DAT 72 USB insgesamt. Für Anwender ist die Erstsicherung ihres Arbeitsplatzrechners sehr zeitaufwändig, zur Sicherung eines Servers reicht die gebotene Kapazität von netto rund 30 GByte nicht.


Testergebnis

HP Storageworks DAT 72 USB

Anbieter: HP
Produktname: Storageworks DAT 72 USB

Internet: HP Homepage
Preis: 800 Euro (Stand 02/06. Aktuelle Preise im Preisvergleich)

Technische Daten
Transferrate: 150 MByte/min
Nettokapazität : 36 GByte
Bruttokapazität : 72 GByte

Systemvoraussetzungen
CPU: Pentium III
Arbeitsspeicher: 512 MByte
Betriebssysteme: Windows ab NT 4.0, Linux ab Kernel 2.6

Fazit
Für die schnelle Sicherung zwischendurch ist das Tape nur bei kleinen Datenvolumen geeignet. Durch den USB-Port ist es flexibel einsetzbar.

Gesamtwertung: befriedigend
Leistung (30%): befriedigend
Ausstattung (30%): gut
Bedienung (25%): befriedigend
Service (15%): befriedigend