Multimedia-Heimnetzwerk
Multimedia im ganzen Haus

Netzwerke

Alle reden vom Multimedia-Home, aber kaum einer macht es: Angeblich ist es zu teuer und zu kompliziert. Doch mit ein paar Tricks kann es jeder realisieren. Und das Beste: Es geht sogar alles kabellos!

Das kabellose Heimnetzwerk

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Wer hätte das nicht gerne: 2000 Programme, werbefreies Internet-Radio, Festplattenrekorder mit allem Komfort und alles verfügbar in jedem Zimmer. Das Ganze am liebsten ohne Löcher bohren und Strippen ziehen. Klingt hervorragend, doch wer auf der Suche nach einem Multimedia-Heimnetz ist, bekommt meist proprietäre und sehr teure Lösungen oder komplizierte Bastelanleitungen aus Internet-Foren zu Gesicht.

Dabei ist es recht einfach, kabellos TV-Sendungen in alle Räume zu verteilen, Sounds und interessante Internet-Inhalte auf die Bildschirme in Küche oder Wohnzimmer zu zaubern.


Multimedia-Netz in der Praxis

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Die Zutaten zum Überall-Hausfernsehen kommen teilweise aus dem PC-Bereich, teilweise aus der Audio-Video-Ecke. Ganz am Anfang der Datenkette steht in unserem Praxisbeispiel eine Sat-Antenne der Firma Technisat, die Multytenne 45. Diese empfängt mehrere 1000 TV- und Radio-Sendungen aus dem Weltall ohne lästige Gebühren vom Kabelbetreiber.

Das Besondere an der Multytenne 45 ist, dass sie die Signale der vier wichtigsten Satelliten ohne umständliches Ausrichten der Schüssel empfängt. In München, nicht gerade die beste Ecke in Deutschland für DVB-S, empfängt man mit dieser Konfiguration rund 2550 Sender. Das Sat-Signal wird per Antennenkabel direkt an den Receiver weitergeleitet. Tipp: Derzeit kann die Antenne nur im Paket mit einem Technisat-Receiver erstanden werden. Wer aber die Antenne einzeln kaufen will, kann dies über eBay tun.


Dreambox pumpt die Daten durch die Adern

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Nicht nur die Antenne, auch der Receiver bietet besondere Technik: Der DVB-S-Receiver Dreambox DM 7020 ist das Herz des Multimedia-Netzwerks, das die Daten durch die Adern pumpt. In der Dreambox steckt eine Festplatte, und somit dient die Box auch als HD-Festplattenrekorder mit allen Komfortfunktionen wie beispielsweise Time-Shift (zeitversetzte Wiedergabe). Dank Linux-Betriebssystem kann die Dreambox so ziemlich alles, was auch ein Multimedia-PC kann. Sie fungiert als Video-Datenbank, MP3-Server und bietet mit Webbrowser und Ethernet-Schnittstelle Zugang zum Internet.

Trotz der Leistungsvielfalt ist die Box nicht größer als ein herkömmlicher Hi-Fi-Baustein. Wegen der hochintegrierten, effizienten Hardware muss die Box nicht aufwändig gekühlt werden. Somit ist auch der Geräuschpegel absolut wohnzimmertauglich. Wie ein Videorekorder braucht aber auch die Dreambox etwas Einarbeitung. Wer mit den Standardeinstellungen nicht zufrieden ist, sollte für Optimierungen zudem ein gerüttelt Maß an Linux-Grundwissen mitbringen.


Drahtlos verbunden – so gehts!

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Die Datenströme pulsieren auf zwei kabellosen Datennetzen: dem WLAN mit dem aktuellen 802.11g-WLAN-Standard und AV-Funkübertragung. Für die kabellose Video-Übertragung gibt es seitens der PC-Industrie derzeit noch keinen praxisgerechten Standard. Der etablierte MPEG-2-Codec ist für WLAN (siehe Kasten) noch zu sperrig, um Videosignale in PAL-Auflösung (576 Zeilen, bei ca. 25 Frames) in ansehnlicher Qualität zu verteilen. Daher verwenden die PCpro-Tester das WLAN-Netz lediglich für MP3-, Radio- und Datentransport zwischen PC und Internet.

Hersteller aus dem Audio-Video-Bereich sind schon deutlich weiter. In unserem Beispiel übertragen wir mit günstigen AV-Sendern kabellos Bild und Ton ohne große Probleme in die jeweiligen Räume. Die AV-Sender funken auf 2,4 GHz rund 20 Meter durch die Wohnung Video- und TV-Signal in PAL und Stereo-Ton. Weiterer Vorteil der kleinen Funker: Das Videosignal muss nicht aufwändig decodiert werden, wie es bei DivX oder gar H.264 der Fall wäre. Daher sind die AV-Einheiten auch ausgesprochen günstig. Mehr als 50 Euro für Sender und Empfänger fallen nicht an, zusätzliche Empfangseinheiten kosten je nach Leistungsfähigkeit rund 20 Euro.


Mehrkanal-AV-Einheit empfehlenswert

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Je nach Modell bieten die AV-Funkübertragungseinheiten Cinch-Anschlüsse mit entsprechenden Adapterkabeln für Scart, Mini-Din und Anschluss für das Antennenkabel. TFTs werden, S-Video-Eingang vorausgesetzt, per Adapter an die Scart-Anschlüsse angesteckt. Für Sonderlösungen wie Scart auf D-Sub (VGA) empfiehlt sich ein Besuch bei Spezialshops wie www.al-kabelshop.de/shop.

Extrem praktisch ist, dass die Empfänger mit IR-Rückkanälen für die Fernbedienung ausgestattet sind. So kann der Anwender auch vom Schlafzimmer aus den Receiver steuern. Will beispielsweise Sohnemann im Kinderzimmer nicht das Gleiche sehen müssen wie die Eltern im Wohnzimmer, bietet sich eine Mehrkanal-AV-Einheit an. Diese kostet rund 90 Euro und überträgt mehrere Signalquellen gleichzeitig. Günstig zu erstehen sind AV-Einheiten über eBay oder den Elektronikhandel wie Conrad. Ab und an werden die Geräte auch über Supermarktketten zum günstigen Aktionspreis unters fernsehende Volk gebracht.


Das Datennetz per WLAN

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Für den Anschluss der Dreambox per WLAN ans WLAN-Netz, um beispielsweise MP3s aus dem Internet zu streamen, genügt eine einfache WLAN-Ethernet-Bridge. Diese wird dann an die Ethernet-Schnittstelle der Dreambox angeschlossen. Für welches Modell Sie sich entscheiden, ist dabei Nebensache die Geräte gibt es ab 50 Euro im Handel.

Der WLAN-Router steht im Arbeitszimmer direkt an den DSL- und Telefonanschlüssen. Der Router koordiniert den Datenverkehr, bildet die Schnittstelle zum Internet und sichert mit einer Firewall das WLAN vor Attacken ab. Der PC ist in unserem Beispiel direkt an die Ethernet-Schnittstelle angeschlossen. Alle Endgeräte, die den WLAN-Zugang brauchen, müssen entweder mit einer WLAN-Bridge versehen werden oder WLAN empfangen können.

Für schlichtes Internet-Radio steht im Bad der sehr einfach zu bedienende WLAN-Radio-Client Noxon2 von Terratec. Da er allerdings nicht spritzwassergeschützt ist, sollte er etwas abseits der Dusche stehen. Kein Problem, schließlich kann der Noxon 2 mit Fernbedienung gesteuert werden.