Fahnder sponserten angeblich Raubkopierer

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Die europaweite Großrazzia gegen Filmpiraten bringt unerwartete Erkenntnisse mit sich.

Am 24. Januar hatten Ermittler des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg im Zuge einer großen Razzia gegen Raubkopierer auch die Hamburger Geschäftsräume der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) durchsucht und Aktenmaterial beschlagnahmt
(wir berichteten hier und hier). Dabei wurden offenbar Hinweise für ein dubioses Vorgehen der Privatfahnder gefunden, denn ausgerechnet die GVU unterstützte angeblich die Raubkopiererszene. “Uns liegen eindeutige Belege vor, wonach die GVU die Infrastruktur von Raubkopierern finanziell gefördert hat”, behauptet Holger Bleich in der aktuellen Ausgabe von c’t.

Um an Informationen über Hersteller und Verteiler von Raubkopien zu kommen, bezahlte die GVU laut dem Bericht Informanten aus der Szene. Finanzielle Zuwendungen gab es demnach für den Betrieb von Raubkopierer-Servern. Als Beweis präsentiert das Magazin Rechnungen und einen Kontoauszug. “Mit dieser Art der Fallenstellerei hat die GVU die Rechte, für deren Schutz sie sorgen soll, selbst verletzt”, kommentiert Bleich. (rm/ds)

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