Gerüchte um Unternehmens-Übernahmen
Warum ein Kauf von Sun für Oracle ziemlich verrückt wäre

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Eine engere Verbindung zwischen den beiden Firmen wäre für ihre Kunden von Nutzen – aber von einer Fusion würde nur die Konkurrenz profitieren

Merger statt Kooperation?

Gerüchte um Unternehmens-Übernahmen

Einige Industriebeobachter glauben, dass Oracle mit dem Gedanken spielen könnte, Sun zu kaufen. Diese Spekulation nährt sich aus einer kürzlichen “Knuddelei” zwischen dem Oracle-Boss Larry Ellison und Suns Chef Scott McNealy. Laut einer Pressemitteilung (wir berichteten) erörtern sie die Fragen “warum es der richtige Zeitpunkt ist, die nächste Phase der Sun/Oracle Allianz in Gang zu bringen, wie bei die Unternehmen gedenken, die Bedeutung von Java in der Zukunft zu erhöhen, wie das Preismodell von Oracle für mehrkernige Systeme den Kunden nützt und wie Sun und Oracle gemeinsam auf dem Markt auftreten, um die Akzeptanz von Sun- und Oracle-Technologien zu erhöhen”.

Solche Ausdrücke wie “gemeinsam auf dem Markt auftreten” sind immer ein Zündfunke für Kauf-Spekulationen. Aber die Chancen, dass Oracle Sun aufkauft, sind in der Realität ziemlich abwegig. Nicht zuletzt deshalb, weil durch den Kauf eines noch immer bedeutenden Plattform-Anbieters Oracle ganz das Interesse oder den Frontline-Support anderer großer Plattformanbieter verlieren könnte.

Das Marketing-Team für Microsoft SQL-Server wird mit fast hunderprozentiger Sicherheit jedes nur mögliche Opfer bringen, um die IT-Götter davon zu überzeugen, dass Oracle Sun aufkaufen sollte. Denn Firmen wie HP und Dell würden die Microsoft-Option dann noch attraktiver finden.


Marge mit Supportverträgen

Gerüchte um Unternehmens-Übernahmen

Aber es scheint, dass Oracle weiß, dass man Sun für die absehbare Zukunft gesund und munter braucht. Das ist so trotz des öffentlich zur Schau gestellten freundlicheren Umgangs mit Dell und der Linux-Gemeinschaft – weil die Unterstützung von preisgünstigen, handelsüblichen Plattformen Oracle noch eine renditeträchtige Position Im Gesamtpaket übrig lässt.

Mit dieser Strategie könnte Oracle aber Probleme bekommen. Das Geschäftsmodell von Dell ist darauf gerichtet, die Preise so niedrig wie möglich und den Umsatz so hoch wie möglich zu halten. Diese Methode verträgt sich nicht gut mit der Gewährung von umfangreichen Supportlevels.

Das ist für die Oracle-Kunden ein wichtiger Punkt – vor allem diejenigen, die große geschäftskritische Datenbanken betreiben, für die ein rascher Support überlebenswichtig ist. Da die IT zum Rückgrat der Unternehmen geworden ist, kommt einer zuverlässigen Wartung wesentlich mehr Bedeutung zu als neueren, billigeren Technologien.

Oracle hat eine sehr große Kundenbasis, die mit Sun Plattformen arbeitet, insbesondere im High-End Bereich – und diese Kunden sind bereits jetzt ein Hauptziel für die Konkurrenz, wie beispielsweise IBM, die die Datenbank DB2 anbieten. Damit wird eine Sun/Oracle Allianz zu einem wichtigen Schritt, damit dieses gemeinsame profitable Geschäft mit Hochleistungs-Servern und Datenbanken nicht verloren geht.

Das alles zeigt auch, dass der Support auch für Serverplattform-Anbieter heutzutage wichtiger ist als neue Technologien. Man nehme zum Beispiel die Firma Digital Equipment Corporation – die als Unternehmen schon lange weg vom Fenster ist. Und ich bin sicher, dass HP (jetzt Besitzer der Marke (DEC) nur zu gern Digitals Server begraben möchte. Aber diese Server tun noch immer ihren Dienst, weil sie einfach gute Arbeit leisten. Das gleiche träfe auf Sun zu, wenn die Firma denn sterben würde. Aber es liegt in Oracles Interesse, dass sie blüht und gedeiht.