40.000 Anzeigen in Karlsruhe wegen Filesharing

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Internet-Tauschbörsen haben zu einer bislang in Deutschland einzigartigen Anzeigeflut bei der Karlsruher Staatsanwaltschaft geführt.

Innerhalb von sechs Monaten seien 40.000 Anzeigen wegen dem Filesharing illegaler Kopien von Musik, Software und Games erstattet worden, berichtete die Generalstaatsanwältin Christine Hügel in Karlsruhe. Die Anzeigen stammten von einer Anwaltskanzlei, die “die Rechte betroffener Unternehmen” wahrnehme.

Laut Hügel sind auch Staatsanwaltschaften in Hamburg und Frankfurt mit ähnlichen Fällen befasst. Dort sei der Umfang allerdings in deutlich geringer als in Karlsruhe. Allein das Registrieren der Fälle – im Jahr 2004 hatte die Gesamtzahl aller Anzeigen bei 40 000 gelegen – verursache einen so großen Aufwand, dass bereits zusätzlich Polizeibeamte dafür eingesetzt würden. 9000 Fälle seien bereits abgearbeitet worden. Sie hätten mit der Einstellung des Verfahrens geendet; im Wiederholungsfall oder beim Kopieren in größerem Umfang müssten die Beschuldigten mit Geldstrafen wegen Verletzung des Urheberrechts rechnen.

Die Anzeigen sollen demnach helfen, die zivilrechtlichen Ansprüche der geschädigten Musik- oder Softwarefirmen durchzusetzen. Mit Hilfe einer speziellen Software können die betroffenen Firmen die IP-Adressen der Beteiligten ermitteln.

Weil zwar nicht die Unternehmen, wohl aber die Staatsanwälte von den Providern Auskunft verlangen können, wer sich hinter den IP-Nummern verbirgt, lassen sich so die Besitzer der Computer identifizieren. Diese werden dann, wie Hügel schilderte, von den Anwälten der Unternehmen abgemahnt oder auf Schadensersatz in Anspruch genommen. (ds)

( – testticker.de)

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