Microsofts Hochzeit mit Unix
Kann Windows mit Unix-Services etwa Linux den Rang ablaufen?

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Der wachsende Bedarf an Open-Source-Unternehmenssystemen zwingt Microsoft zu einer Hochzeit mit Unix.

Warum OpenSource wirtschaftlich ist

Microsofts Hochzeit mit Unix

Autodesk mag wohl der neueste Software-Anbieter sein, der eine OpenSource-Entwicklung für sich nutzt. Falls Sie es nicht mitbekommen haben – die Firma hat schon vor zwei Monaten ihre Pläne für ein neues Produkt mit dem Namen Mapguide aufgegeben und den Quellcode der OpenSource-Gemeinschaft zur Verfügung gestellt.

Das, was einige gern als geistiges Eigentum bezeichnen, an OpenSource-Entwickler “zu verschleudern” passiert nicht nur bei mittelgroßen Software-Anbietern wie Autodesk: Das mächtige Unternehmen Sun hat beispielsweise sein Solaris-Betriebssystem in ein OpenSource Projekt umgewandelt.

Die Firmen wechseln zur OpenSource Entwicklung über, weil sie einerseits über das Projekt ausreichend Kontrolle behalten können, sich aber andererseits des größten Teils der Wartungskosten entledigen. Und das ist ein Trick, den jedes Unternehmen, das Software-Entwickler anheuert, anwenden kann. Man muss nur OpenSource-Software ausfindig machen, die den erforderlichen Job erledigt oder erledigen könnte und sich in deren Entwicklung einklinken. Und urplötzlich sind Sie in der Lage, die damit verbundenen Prozesse in eine Richtung zu lenken, die Ihnen passt – anstatt sich mit einem streitsüchtigen Anbieter herumzuschlagen, um Fehler beheben oder zusätzliche Features einbauen zu lassen.


Microsoft: Zukunftssorgen

Microsofts Hochzeit mit Unix

Ich sage damit nicht, dass es für kommerzielle (nicht offene) Software keinen Raum gibt, aber erfolgreiche Produkte benötigen häufig eine Software, die für einen Zulieferer einzigartig ist. Betriebssysteme und Textverarbeitungsprogramme machen eben das Kraut nicht fett.

Das alles heißt, dass Microsoft sich in zunehmendem Maße Sorgen um seine Zukunft als Anbieter von Server-Software machen muss. Analysten berichten über ein erstaunliches Wachstum des Linux-Server-Marktes – laut den Marktbeobachtern von IDC so um die 63 Prozent jährlich. Von solchen Zahlen kann Microsoft nur träumen.

Also versucht Microsoft in immer stärkerem Maße als ein Mittelding zwischen einem Unix-Anbieter und einem Linux-Distributor zu erscheinen. Die Windows Services for UNIX (SFU) werden bald zum Standard der Windows-Serverangebote werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis man Windows-Server installieren kann ohne eine grafische Benutzeroberfläche zu installieren, und es ist kein großer Schritt mehr zu einer Welt, wo man SFU installieren kann ohne Windows zu installieren.

An dieser Stelle könnte Microsoft argumentieren, dass die Kombination aus Windows und Unix eine bessere Software-Umgebung bietet als Linux.

Auch könnte Microsoft behaupten, dass dies eine sichere Sache ist, weil das Unternehmen den Status des reichsten Software-Unternehmens der Welt hat. Allerdings wird bei dieser Behauptung das ewige Problem mit Microsofts Software-Qualität übersehen.


SFU kann die IT-Landschaft verändern

Microsofts Hochzeit mit Unix

Kommerzielle Entwicklung ist mit komplizierten Kompromissen verbunden. Dabei müssen die Entwicklungskosten gegen den Erlös abgewogen werden und die Erlösquote muss für jede Abrechnungsperiode gesichert sein, um den Aktienwert des Unternehmens zu bewahren. Unvorhersagbare Liefertermine für die Produkte können im Allgemeinen nicht toleriert werden, was aber wiederum heißt, dass die Produkte mit Fehlern behaftet ausgeliefert werden.

Wenn es geschafft ist, wird Microsofts Schachzug mit SFU die Landschaft verändern aber ich bin mir dennoch nicht sicher, ob das ausreicht, damit Windows als ein echtes Server- Betriebssystem Erfolg haben wird. (mk)