Sprachübertragung per Internet
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Mit speziellen Endgeräten oder Software-Unterstützung lässt sich die Internet-Leitung ohne Mehrkosten für Anrufe nutzen. Telefonate ins Festnetz oder zu Mobilrufnummern sind günstig, klassische Call-by-Call-Dienste unterbieten den Preis aber noch.

IP-Telefonie

Sprachübertragung per Internet

Viel Feedback gab es auf unseren ersten Artikel zur IP-Telefonie. Rainer J. aus Wiesbaden möchte sogar seinen Telefonanschluss komplett umstellen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Gespräche zu Bekannten beim gleichen Provider sind völlig kostenlos, die ins Festnetz und besonders ins Ausland deutlich günstiger als bei der T-Com.

Andererseits bleiben Fragen offen. Etwa, ob es möglich ist, die bereits vorhandenen Rufnummern zu portieren und ob ständige Erreichbarkeit garantiert ist. Wer ein Internet-Telefon nur als Ergänzung für Gespräche ins Ausland nutzt, kann auch mal kurzzeitig mit einem Ausfall leben. Anders sieht es aus, wenn gar kein analoges oder ISDN-Telefon mehr zur Verfügung steht.


Quality of Service

Sprachübertragung per Internet

Tatsächlich geht alles. Aber nicht kombiniert. Der Anbieter Broadnet Mediascape bietet als erster Provider in Deutschland seinen Kunden an, einen herkömmlichen Telefonanschluss auf einen reinen Internet-Anschluss umzustellen. Das dafür nötige DSL gibt es gleich aus demselben Haus. Ebenfalls kein Problem ist es hier, alte Telefonnummern inklusive Vorwahl zu übernehmen.

Der DSL-Kunden angebotene Router für 70 Euro hat bereits Quality of Service eingebaut. Diese Technik erlaubt es, Datenpakete, die für die Sprachübertragung und den Verbindungsaufbau notwendig sind, priorisiert zu übertragen. Das bremst im Zweifelsfall daheim den Download etwas ab, wenn ein Anruf kommt, zieht sich aber im Idealfall bis zum Gesprächspartner über das Internet durch. Dafür müssen allerdings beide ihren DSL-Anschluss bei Broadnet Mediascape haben. Dafür verlangt der Anbieter jedoch die im Vergleich höchsten Gebühren ins deutsche und ausländische Telefonnetz.

Software ruft ins Festnetz
QSC und Freenet bieten Gespräche dagegen zu äußerst günstigen Tarifen für ihre DSL-Kunden an. So verlangt Freenet für Verbindungen ins Festnetz lediglich 1 Cent pro Minute. Allerdings ist das ausschließlich per PC und Software möglich.

Reine SIP-Provider (SIP steht für Session Initiation Protocol und beschreibt den Standard für den Verbindungsaufbau) wie Sipgate oder Nikotel bieten Telefonate zu günstigen Preisen innerhalb Deutschlands und vor allem ins Ausland an. Wer hier Kunde ist, sollte seinen klassischen Anschluss aber behalten. Denn weder Telefonate zu Premium-Rate-Vorwahlen, also 0190 oder 0900, noch Anrufe bei Polizei oder Feuerwehr sind möglich.


Das erste WLAN-Hand

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Nicht nur auf der Anbieterseite, sondern auch bei den Endgeräten tut sich was. Die Sprachübertragung per Netzwerk, Voice over IP, entwickelt sich zu einem Hype. Zyxel hat bereits jetzt, kurz nach der Cebit-Vorstellung, das erste schnurlose WLAN-Telefon im Programm. Das uns zur Verfügung gestellte Vorserienmodell hatte allerdings noch kleine Schwächen bei der Bedienung und der Sprachqualität. Zyxel möchte die Usability bis zum Verkaufsstart im Juni noch verbessern, und das Knacken in der Leitung kam anscheinend nur bei dem uns vorliegenden Gerät vor. An der verhältnismäßig kurzen Akkulaufzeit hingegen kann der Hersteller nur wenig tun, denn Wireless LAN ist nun einmal ein Stromfresser.

Deswegen experimentiert Detewe mit zwei verschiedenen Konzepten: Im Gehäuse des schnurlosen Beetel-Telefonhörers steckt bei dem einen Modell ein klassisches DECT-Schnurlostelefon. Die Basisstation hat anstelle eines TAE-Steckers einen Netzwerkanschluss. Beim anderen Modell hat Detewe in dasselbe Gehäuse eine WLAN-Schnittstelle integriert. Dafür ist allerdings die Technik teurer und die Akkulaufzeit kürzer. Welches Konzept das Rennen machen wird, steht derzeit allerdings noch ebenso wenig fest wie der offizielle Verkaufsstart.

Wie das Anmelden an öffentlichen Hotspots funktionieren könnte, ist bislang weder bei Zyxel noch bei Detewe geklärt. Vermutlich bringen künftige Firmware-Versionen Unterstützung für verschiedene Login-Standards mit. Ein übergreifendes System wäre nur mit Browser und nicht auf dem kleinen Display möglich.


Bildtelefone

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Im Zuge des neuen VoIP-Hypes erblicken auch alte Bekannte aus den Anfängen der 90er-Jahre wieder das Licht der Welt. Verschiedene Hersteller setzen auf Bildtelefone mit integriertem TFT-Monitor und kleiner Kamera. Die Bandbreiten sind mit DSL hoch genug für Bild und Ton in guter Qualität, und es fallen keine zusätzlichen Kosten für eine zweite Leitung an. Allerdings gibt es im Moment noch kein Telefon, das sich bei einem der bekannten SIP-Provider anmelden kann. Sämtliche derzeit erhältliche Modelle unterhalten sich nach dem Standard H.323. Anstelle von Rufnummern muss der Anwender die IP-Adresse des Gesprächspartners wissen und wählen. Das ist umständlich, doch D-Link hat für seine I2Eye-Geräte, wie auch Leadtek für die Bildtelefone, eine Firmware mit SIP-Unterstützung in Planung.


Tipps & Tarife

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Wer einen DSL-Router mit DHCP-Server hat, sollte diese Funktion unbedingt einschalten. Angesteckte Telefone konfigurieren sich dann selbst.

Bei Sipgate ist die Registrierung inklusive Festnetzrufnummer kostenlos. Mit eingehenden Anrufen und Software ist das Testen der Technik risikolos möglich.

Ein IP-Telefon ist auch im Ausland unter seiner deutschen Rufnummer erreichbar. Das spart Anrufern unter Umständen teure Auslandsgebühren.

Je nach Provider ist vor der Vorwahl auch die Länderkennung für Deutschland (49) vorzuwählen. Infos gibts auf den Homepages der Anbieter.

DSL-Router mit Quality of Service garantieren eine gute Sprachqualität, da sie entsprechende Datenpakete mit höherer Priorität weiterleiten.

Mit Netmeeting ist auf fast jedem Windows-Rechner eine Audio- und Videokonferenzsoftware vorinstalliert. Allerdings unterstützt es kein SIP.

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