Berliner Kongress: Hacker in der Sinnkrise (Update)

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Die Hacker hocken gerade in Berlin – anlässlich des Chaos Communication Congress philosophieren, diskutieren und praktizieren die Könner vier Tage lang im Congress Center. Überraschend dabei: Sie haben den Blues und schauen wenig optimistisch in die Zukunft.

Der Chaos Computer Club richtet zum 22. Mal seinen Kongress aus (wir berichteten), doch so gut besucht und so lang war er noch nie. Dennoch sind kritische Töne aus Berlin zu hören: Kann die Privatsphäre noch gerettet werden? Oder ist der Krieg schon verloren, wie die CCC-Aktivisten Frank Rieger und Rop Gonggrijp orakeln?

Die Sinnfrage bewegt momentan viele Hacker, berichtet Spiegel Online. Kurz gefasswt: Der Japaner Joichi Ito, Vorstand unter anderem bei Icann, Technorati und der Mozilla Foundation, rief in seiner Keynote auf: “Kämpft für freie Inhalte und Redefreiheit. Haltet die Netze offen. Unterstützt Open Source und File Sharing.” Rieger und Gonggrijp entgegnen dem: “Die Technik war schneller als wir.” Die üblen Überwachungsszenarien der Vergangenheit seien längst Realität. “Viele von uns haben sich verkauft und arbeiten für die andere Seite”, merkte Rieger an.

Andere Kongressteilnehmer wollen von einem Scheitern des Hackertums nichts wissen. “Ich halte es für fatal, den Eindruck zu erwecken, alles sei verloren”, sagte Rena Tangens. Ihr Bielefelder Verein FoeBud lobt alljährlich den Big-Brother-Award aus. (rm/mk)

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