Handy-Service: “Sie sind angeklagt!”

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In Südkorea sollen Papierkosten gespart werden: Wer verklagt wird, bekommt ab 2006 eine Handy-Nachricht.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Südkoreaner künftig wohl häufiger entsetzt in ihre Mobiltelefone starren könnten. Denn ein neuer Dienst des Staates nutzt künftig das Gerät, um Menschen mitzuteilen, sie stünden unter Klage.

In einem Land, in dem in dem 75 Prozent der Bevölkerung ein Handy mit sich herumtragen, dachten sich die Strafverfolger, es sei an der Zeit, das Medium zu nutzen, um von der Papierflut im Rechtswesen loszukommen. Dies teilte Regierungssprecher Lee Young-pyo in einem Statement mit.

“Weil Gerichtsbeschlüsse und anderes juristisches Material die Leute häufig nicht rechtzeitig erreichen, ist dies sogar ein sichererer Weg, sie sofort zu informieren”. meint Lee.

Der Dienst ist jedoch nicht dazu da, de Leute mit den Nachrichten zu schocken: “Nur diejenigen erhalten die Textnachrichten, die sich für den Service anmelden”, heißt es – also im Grunde Menschen, die regelmäßig mit juristischen Dingen zu tun haben.

Auch Nachrichten über fällige Gebühren oder Strafen sollen so versendet werden. Der Service startet heute (27.12.2005) und wird im Jahr 2006 vollständig implementiert sein. (mk)

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