Gewinner nicht abzusehen
Welche Drahtlostechnik macht das Rennen?

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Bei drahtlosen Netzen gibt es viele vielversprechende Ansätze für verschiedene Einsatzgebiete. Es ist jedoch schwer, schon jetzt die Gewinner im Geschäft mit den “fliegenden Daten” ausfindig zu machen.

Chaos bei der Entwicklung

Gewinner nicht abzusehen

Eine der Aufgaben von IT-Journalisten besteht darin, die neuesten Netzwerktechnologien zu analysieren, sie in Relation zu konkurrierenden Methoden zu setzen und herauszufinden, bei welchen die größte Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie es vom Reißbrett in den Produktionsbereich schaffen.

Manchmal ist das leicht. Bei der Entwicklung des verdrahteten Ethernet zum Beispiel war es immer ziemlich überschaubar, sie sowohl nachzuvollziehen als auch vorauszusagen. Dabei gab es nur wenige Ausnahmen (Erinnern Sie sich an das 100VG-Any-LAN?). Bei den drahtlosen Geschichten sieht das aber ganz anders aus.

Ein Teil des Problems ist der Mangel an einer physischen Beschränkung (eben dem Draht), und so haben die Entwickler freie Hand, eine scheinbar unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten zu erträumen, um ein und dieselbe Sache zu erledigen – Daten per Funk zu übertragen.

Natürlich mögen einige die Meinung vertreten, dass all das nur von Nutzen sein kann und zu Denkprozessen führt, die einfach ins Blaue hinein gehen, was wiederum radikale neue Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme hervorbringen kann.

Wenn aber die Aufmerksamkeit nicht auf einen zentralen Punkt gerichtet wird, werden alle Anstrengungen verwässert und bringen die Leute dazu, viel stärker über Interoperabilität und andere Probleme zu diskutieren als einfach mit der Arbeit weiter zu machen. In der Folge sinkt die Entwicklungstätigkeit häufig auf Schneckentempo, es tun sich immer wieder Sackgassen auf, und es wird furchtbar schwierig und kompliziert, dem Ganzen überhaupt noch zu folgen.


802.11n, WiMax, xMx, UWB und mehr

Gewinner nicht abzusehen

Zurzeit scheint sich eine endlose Zahl von drahtlosen Entwicklungen in Arbeit zu befinden und es wird immer schwieriger herauszufiltern, welche es wirklich bis in die Produktion schaffen wird. Die Norm IEEE 802.11n hat beispielsweise lange so ausgesehen, als wäre sie die nächste Stufe für die Implementierung der Wi-Fi Technologie. Aber trotz vieler Versprechen und dem Bestehen von Pre-Standard Implementierungen wird die Ratifizierung des endgültigen Standards wegen tief verwurzelter Interessen zurückgehalten. Das System könnte von etwas Schnellerem deklassiert werden, bevor es überhaupt fertig gestellt ist.

Ähnlich sieht es bei WiMax aus, einer vorgeschlagenen Norm für drahtloses Breitband, die Intel als eine ausgemachte Sache angesehen hat. Aber diese stößt auf harte Konkurrenz durch 3G-Angebote und solche Neulinge wie xMax und andere – wovon jeder oder keiner als Gewinner hervorgehen könnte.

Dann gibt es noch das Ultra Wideband (UWB), den drahtlosen Ersatz für USB, der sich trotz Rückendeckung durch Intel und mehr als fünfjähriger Entwicklungszeit mangels ausreichender Stromversorgung als totgeborenes Kind herausstellen könnte.

Wenn man verschiedenen Anbietern zuhört, wird tatsächlich immer wieder 802.11n angesprochen, das auch hier die Grundlage bildet, vor allem für Verbraucheranwendungen wie Musik- und Video-Streaming. Andere sprechen von einer Kombination der beiden und wieder andere unterstützen ZigBee und andere Technologien.


und dann noch die Politik…

Gewinner nicht abzusehen

Dann gibt es noch das Problem der Frequenzzuteilung und der länderspezifischen Gesetzgebung. Jeder will die drahtlose Technologie, aber es gibt keine globale Vereinbarung über die besten Wellenbereiche. Auch geht es hier nicht nur um eine technische Frage: Die Zuteilung von drahtlosen Kommunikationsmöglichkeiten ist eine hochpolitische Angelegenheit und gegen die – hauptsächlich amerikanischen – Initiativen gibt es starken Widerstand.

All das hinterlässt einen Mischmasch von unausgegorenen Vorschlägen, unvollständigen Normen und wenig Klarheit darüber, wie die Dinge letztendlich laufen werden. Nicht, dass ich mich beklage – schließlich ist es der Job eines IT-Journalisten, Licht ins Dunkel zu bringen.