Domains produzieren Geschäfte
Man sollte seine eigene Domain fest im Griff haben

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Eine Geschichte um Sex und Intrigen zeigt auf, warum Unternehmen ein waches Auge auf ihre Domainnamen haben müssen.

Domains als wertvoller Business

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Für Domainnamen war es ein äußerst spannender Monat, was man nur recht selten sagen kann. Microsoft hat angekündigt, dass sie ihre gehosteten Office-Anwendungen über die Domain www.live.com anbieten und es gab etwas Aufregung um die .eu Domains.

OK, die Bezeichnung ‘spannend’ mag etwas übertrieben sein aber nicht, wenn man in diesem Business ist. Domains sind praktisch und wertvoll – man weiß, dass man sie hat und man weiß, wozu sie gut sind. Ich frage mich wie viele Nachrichten- Agenturen auf die URL www.news.com klicken und denke mir so, was passiert wäre, wenn sie diese für sich registriert hätten; während die Baumarktkette DIY den Tag verfluchen muss, als der Warenhauskonzern B&Q den im Web äußerst gewieften jungen Ellenbogentyp angeheuert hat, der die Verfügbarkeit der Domain www.diy.com aufgespürt hat.

Die meisten Verbraucher verwenden Domains in einer vorhersagbaren Weise. Sie wollen etwas wissen, dann gehen sie zu ask.com, sie brauchen den Wetterbericht, dann geben sie Wetter in die Adresszeile ein, sie brauchen Informationen über Angebote von DIY, auch da wissen sie was sie tun, und wenn sie etwas über Sex wissen wollen, dann weiß man auch, was sie tun. Übrigens sollte man nicht www.sex.com in den Browser auf Arbeit eingeben – das könnte Probleme geben.


Rechtsstreits um Namen

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Tatsächlich ist www.sex.com eine der URLs, über die im Netz am meisten gesprochen wird. Das Eigentumsrecht daran war jahrelang strittig und man könnte deshalb irrtümlicherweise annehmen, dass sie irgendeine Art von “Holding-Seite” darstellt und nicht den arbeitsunfreundlichen Inhalt, den sie – augenscheinlich – zur Schau stellt.

Natürlich gibt es dafür einen sehr guten Grund, den gleichen weshalb die Domain vor ungefähr 10 Jahren registriert worden ist und zwar einen so mächtigen, dass es zu solchen Vorfällen wie Diebstahl und Betrug kam und schließlich zu einem Rechtsstreit von über 65 Millionen Dollar führte. Sex sells und sex.com ist eine Unmenge Geld wert.

Vor mehr als zehn Jahren hat ein Mann mit großem Schnauzbart – wir nennen ihn Gary Kremen – diese Domain registrieren lassen, zusammen mit noch ein paar anderen. Kremen gehört allerdings nicht zu den Männern, die den ganzen Tag an Sex denken, weil er für diese Domain nicht sofort Verwendung fand. Obwohl er mit der Kontaktseite match.com Erfolg hatte, ließ er sex.com links liegen. Stephen Cohen hat diese Seite dann geklaut indem er ein betrügerisches Schreiben an den Domain-Registrar Network Solutions mit der Behauptung schickte, dass Kremen entlassen sei und ihm, Cohen, die Kontrolle über die Domain übertragen hätte. Ja, es war wirklich so simpel. Nun bieten Registrare glücklicherweise Dienste zur Überwachung Ihrer Domains an und gewährleisten damit, dass sie nicht gestohlen, vergessen, oder verloren werden.


Verlorenes Geschäft

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Es wird behauptet, dass die sex.com Seite über ihr Begrüßungsportal “Sind Sie über 18?” jeden Monat Millionen von Besuchern verzeichnet und Werbeeinnahmen verbucht, die einige Mainstream-Radiosender (sie zeichnen sich durch einen großen Einfluss auf weite Teile der Gesellschaft aus) erblassen lassen würden. Kremen hat im Jahr 2000 die Kontrolle über seine Domain zurückerobert aber er wird wohl nur einen Bruchteil von dem wettmachen können, was ihm während des “Liebesabenteuers” von sex.com mit Cohen verloren gegangen ist.

Denken Sie also daran: Ihre Webdomains könnten wichtiger sein als Sie glauben. Sie sollten klug genug sein, gut darauf aufzupassen oder jemanden dafür bezahlen, der es für Sie tut.