IT-Evolution
Der Fall und Aufstieg von Expertensystemen

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Verfahren, die vor Jahrzehnten entwickelt wurden, um angesammeltes Wissen zu bewahren, tauchen nun in anderer Form wieder auf.

Des Kaisers neue Kleider

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Expertensysteme wurden in den 80er Jahren entwickelt als man feststellte, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens viele nützliche Sachen wussten aber dazu neigten, diese wertvollen Informationen für sich zu behalten. Die Firmen entschieden, dieses Wissen in Anspruch zu nehmen und es für andere zugänglich zu machen. Dazu wurde entweder eine Datenbank mit Ratschlägen eingerichtet, die andere Personen benutzen und anwenden konnten, oder es wurde in ein Regelwerk kodifiziert, das zu einer bestimmten Schlussfolgerung führte oder sogar automatisch Maßnahmen ergreifen konnte.

Jetzt sind die Expertensysteme wieder da – aber in Gestalt von Begriffen wie “Geschäftsregeln” oder einfach “Zauberer” und die zugrunde liegende Software ist inzwischen wesentlich ausgereifter.

Die Entwickler sind viel vorsichtiger damit, wie und wo sie versuchen, regelbasierte Systeme einzusetzen und wählen dafür im Allgemeinen kleine, kostengünstige Projekte.

Es gibt auch Mängel hinsichtlich der Fertigkeiten auf solchen komplexen Gebieten wie SAN-Management (Storage Area Network) wo regelbasierte Systeme in der Lage sein könnten, Kosteneinsparungen zu erzielen, indem sie viele Routinearbeiten übernehmen.


Die neue Generation

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Die ersten praktischen Anwendungen dieser neuen Generation von Expertensystemen findet man bereits bei Hardware- und Software-Lieferanten, um den Endnutzern dabei zu helfen, ihre eigenen Systemkonfigurationen und Fehlersuchen durchzuführen und damit die Supportkosten reduzieren.

Eines davon ist ein Tape Library-Diagnosesystem von ADIC (einem Spezialisten für intelligente Speicherlösungen in Open Systems-Umgebungen). Wenn ein Fehler auftritt, setzt das System seine Wissensbasis ein, um die relevante Systeminformation zu finden, die die Grundursache identifizieren könnte. Dann öffnet sie ein Reparaturfenster und leitet den Nutzer durch den Prozess der Fehlerbehebung. ADIC hat verlauten lassen, dass sich in der Folge die Anzahl der Anrufe beim Kundendienst um die Hälfte verringert hat.

Wenn Sie also nächstes Mal einen automatischen Packet-Analyzer verwenden, verneigen Sie sich am besten vor den frühen Pionieren der Expertensysteme, die über das Ziel hinaus geschossen sind (oder sich zu hohe Ziele gesetzt haben).