Softwarelizenzen und Virtualisierung
Wird sich Virtualisierung durchsetzen können?

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Virtuelle Desktopsysteme bieten ein ganzes Heer von Vorteilen für die IT-Teams, aber die Lizenzierung von Programmen für virtuelle Maschinen birgt ungeahnte Probleme.

Virtueller Erfolg?

Softwarelizenzen und Virtualisierung

Virtualisierung wird als “die” Lösung für die verschiedensten Aktivitäten propagiert und reicht von der Bereitstellung von Servern bis zur Konsolidierung von Desktop-Systemen für leichteres Management.

Einige scheinen die Virtualisierung dem “pixie dust” von IBM (eine Technologie, die die Datenkapazität von Festplatten auf das Vierfache erhöhen kann) gleichstellen zu wollen, der dann viele der übelsten Probleme im IT-Bereich auf wundersame Weise verschwinden lässt. Aber funktioniert das auch?

Es gibt keinen Zweifel daran, dass sich virtuelle Maschinen für einige spezielle Anforderungen von Unternehmen als eine großartige Lösung erwiesen haben. Wenn eine IT-Abteilung eine neue Anwendung testen will bevor sie voll in die Praxis umgesetzt wird, kann sie auf einen virtuellen Windows-PC installiert werden, um in einer kontrollierten Umgebung zu sehen, ob sie mit der bestehenden Software interagiert.

Manche Unternehmen verlassen sich noch immer auf Anwendungen, die auf überalterten Betriebssystemen wie OS/2 laufen. Wenn in diesem Fall das Ganze auf eine virtuelle Maschine geladen wird, so isoliert man das Setup von jeglichen Veränderungen bei der Hardware, und diese Unternehmen können zwischenzeitlich auf eine moderne, sicherere Plattform umsteigen.


VM-Umgebungen bald Standard?

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Einige Experten sagen voraus, dass virtuelle Maschinen bald zum Bestanteil der Erfahrungen eines jeden werden, der mit Rechnern zu tun hat – genauso wie dies mit dem Web geschehen ist. VMware hat vor kurzem Feuer ins Öl gegossen und einen VMware Player auf den Markt gebracht. Dieses Tool kann kostenlos – genauso wie der Adobe Reader – heruntergeladen und zum Betrieb auf vorgefertigten virtuellen Maschinen verwendet werden.

Intel hat auch demonstriert, wie die Technologie von virtuellen Maschinen zum Betrieb eines sekundären “Service-Betriebssystems” genutzt wird. Damit können IT-Mitarbeiter Desktop-Systeme konfigurieren und managen, ohne den Endnutzer bei seinen Aktivitäten zu unterbrechen.

Natürlich löst die Virtualisierung eine große Zahl von sehr komplexen Problemen bei der Software-Lizenzierung aus. Wenn Sie eine virtuelle Maschine herstellen müssten, auf der einige Schlüsselanwendungen unter Windows XP laufen und diese dann auf jeden Desktop in Ihrer Firma einrichten würden, hätten sie schließlich zwei Kopien von Windows pro Arbeitsplatz – und damit würden sich Ihre Lizenzgebühren für Windows auf einen Schlag verdoppeln.


Hitzige Debatten um Lizenzen

Softwarelizenzen und Virtualisierung

Wir haben bereits eine industrieweite hitzige Debatte bezüglich der Lizenzierung bei mehrkernigen Prozessorsystemen hinter uns. Die meisten Software-Anbieter hatten letztendlich zugestimmt, mehrkernige Chips hinsichtlich der Lizenzierung als nur einen einzigen Prozessor zu behandeln.

Microsoft war der Hauptverfechter dieser Lösung. Wird das Unternehmen eine ähnlich Geste bei den Virtualisierungstools machen und von den Firmen nur Gebühren für die Anzahl der physisch vorhandenen PCs mit Windows verlangen? Das ist eher unwahrscheinlich, denn es würde den Kunden leicht die Tür zum Missbrauch öffnen.

Eine Möglichkeit, dieses Problem zu vermeiden, wäre der Betrieb einer kostenlosen Linux-Distribution auf jedem virtuellen PC, den Sie einrichten. VMware hat eine “Browser Appliance” für seinen VMware Player zur Verfügung gestellt, die zum Beispiel auf Ubuntu Linux läuft. Allerdings haben nur wenige Firmen größeres Interesse bekundet, Linux auf ihren Desktops laufen zu lassen.

Während Microsoft sich vielleicht darüber freut, wenn Unternehmen letztendlich für zwei oder mehr Windows-Lizenzen pro Desktop in die Tasche greifen müssen, kann ich mir kaum vorstellen, dass die IT-Abteilungen, die immer knapp bei Kasse sind, dies auch tun – egal welche Vorteile die Virtualisierung bieten könnte.

Ein ausgedehnter Einsatz von virtuellen PC-Systemen für Desktops mag durchaus möglich sein, aber die Einstellung der Software-nbieter zur Lizenzierung wird bestimmen, ob die Technologie ein Knüller wird oder ein totgeborenes Kind.