Internet Explorer 7 und Firefox 1.5
Next Generation

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Durch die anstehenden Browser-Updates beim Internet Explorer und Firefox wird die Arbeit für Webdesigner nicht einfacher. Das Thema Kompatibilität wird noch etwas komplizierter.

Mehr Arbeit für Webdesigner

Internet Explorer 7 und Firefox 1.5

Die Umstellung auf eine neue Generation von Browsern läuft nicht über Nacht. Bis alle User der Vorgängerversion auf das neue Release umgestiegen sind, vergeht ein mehr oder weniger langer Zeitraum. Manchen gefällt die gewohnte Umgebung so gut, dass sie sich ein Upgrade gänzlich ersparen.

Für Webdesigner macht dies die Arbeit nicht leichter: Weitere potenzielle Clients mit ihren spezifischen Fähigkeiten müssen in die Gestaltung einer Site mit einbezogen werden. Die Methode, sich am strikt am jeweiligen Marktführer auf absehbare Zeit wohl der Internet Explorer zu orientieren und den Rest zu ignorieren, ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss und kann zu Verlusten bei den Besuchern führen.

Und selbst im Fall Microsoft wird die Konzentration auf die jeweils neueste Version des Internet Explorers zu Problemen führen, da zumindest in naher Zukunft auch noch die Versionen 5 und 6 in einer nennenswerten Stückzahl bei Internet-Surfern vertreten sein dürften.


Die reinen Standards

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Bliebe noch die strikte Orientierung an den W3C-Standards als Option. Aber auch die kann zu Problemen führen. Hier gilt nämlich das Prinzip vom Hasen und Igel: Wann immer die aktuellen W3C-Standards von einer Browser-Generation adaptiert worden sind, ist die Theorie schon einen Schritt weiter. Am Beispiel von CSS zeigt sich dies: Während CSS Level 2 noch nicht einmal von den aktuellen Browser-Versionen vollständig integriert ist, wird schon eifrig am Nachfolgemodell Level 3 gearbeitet.

Es bringt also nicht in jedem Fall Vorteile, sofort immer das umzusetzen, was vom W3C gerade definiert wurde. Vor allem dann nicht, wenn die in der realen Web-Welt eingesetzten Browser mit diesen Innovationen nichts anfangen können, oder, noch schlimmer, deren Umsetzungen gar zu fehlerhaften Darstellungen führen.

Einen perfekten Ausweg aus diesem Dilemma bietet nur ein Design-Modell, das auf einer strikten Trennung von Inhalt und Layout basiert. Dabei wird ein formatfreier Datenfundus (XML) mit Hilfe von Transformationen (XSLT) Client-spezifisch aufbereitet und ausgegeben. Es gibt eine ganze Reihe von CMS-Lösungen und XML-Publishing-Frameworks, bei denen diese Philosophie schon umgesetzt ist (zum Beispiel Cocoon).


Statische Websites

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Eine solche Lösung ist allerdings nur für große Sites vom Aufwand her gerechtfertigt. Kleinere Sites mit überwiegend statischem Inhalt sind beim Webdesign nach wie vor auf viel Handarbeit und einen goldenen Mittelweg zwischen W3C-Standards und möglichst hoher Browser-Abdeckung angewiesen.

Die klassische Browserweiche, die abhängig vom anfragenden Client ein passendes CSS zur Verfügung stellt, ist hier immer noch die erste Wahl. Die Methode bietet auch zahlreiche Möglichkeiten der Optimierung für verschiedene Browser. Eine Browserweiche holt die notwendigen Informationen über den aufrufenden Client (Browser, Betriebssystem, Bildschirmauflösung) ein und kombiniert die Inhaltsseite mit dem passenden Stylesheet.


Browser-Fähigkeiten testen

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Um die individuellen Fähigkeiten eines Browsers nutzen zu können, bleibt nur die Methode individueller Tests. Diese können zum Beispiel schon in der Designphase durch geeignete Tools des verwendeten Editors durchgeführt werden. Sowohl Dreamweaver MX als auch Frontpage und Golive bieten dem Designer die Option, sein Werk unmittelbar in einem oder mehreren Zielbrowsern zu testen.

Wie viele Browser-Varianten und -Generationen Sie mit Ihrem Design abdecken wollen, ist nur eine Frage des Aufwands, den Sie betreiben wollen.

Bei einer Site, die schon eine Besucherfrequenz zu verzeichnen hat, kann Ihnen ein Blick auf die Besucherstatistik oder das Logfile weiterhelfen. Diese Quellen geben unter anderem auch Aufschluss darüber, wie viele Besucher mit welchem Browsern Ihre Site besucht haben. Die vorhandene Klientel sollten Sie in jedem Fall optimal bedienen und auf deren Browser-Eigenschaften beim Design eingehen.


Prüfung auf Standardkonformität

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Wer seine Webseite auf Standardkonformität prüfen will, sollte sich nicht auf die in Web-Editoren eingebauten Checker verlassen. Die erste Adresse ist der HTML Validator vom W3C höchstselbst (validator.w3.org). Er überprüft das gesamte HTML-Dokument anhand eines Regelwerks und ist sehr zuverlässig.

Empfehlenswert ist HTML-Tidy vom W3C (www. w3c.org/People/Raggett/tidy). Das Tool korrigiert zum Beispiel vergessene oder verwechselte End-Tags und schreibt den neuen Code übersichtlich zurück.

Auf dem Browser-Friedhof unter browsers.evolt.org finden sich alle Browser, die das Internet hervorgebracht hat für Website-Tester ein Muss. Beim Internet Explorer muss man allerdings bedenken, dass mehrere Versionen nicht auf einem Rechner getestet werden können. Die neuen Systemdateien beeinflussen die älteren Versionen. Unter Windows wird die ältere Version komplett entfernt.


Selbstbeschränkung als goldener Mittelweg

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Angesichts des Aufwands, der notwendig ist, es beim Webdesign für jeden Browser und jede Plattform recht zu machen, sollte man auf Perfektion in dieser Hinsicht von vornherein verzichten und sich beim Webdesign in weiser Selbstbeschränkung üben.

Auf den Versuch, pixelgenaue Webseiten zu entwickeln, die in allen Browser-Varianten und auf allen Plattformen völlig identisch aussehen, sollte man besser verzichten. Mit dem Testen in verschiedenen Umgebungen sollte man schon in einer frühen Design-Phase beginnen. Damit kann man vermeiden, dass sich eine Inkompatibilität unbemerkt über die gesamte Site verbreitet.

Die Standard-Änderungen des W3C sollten Sie zwar im Auge behalten, aber nicht sofort jedes verabschiedete Draft auf Ihrer Site in die Tat umsetzen. Sinnvoller ist es, zu prüfen, ob die auf Ihrer Site am häufigsten anzutreffenden Browser mit der Neuerung überhaupt etwas anfangen können.

Reizen Sie nicht die Möglichkeiten von XHTML, CSS oder Javascript bis zum Letzten aus. Je einfacher eine Website, desto weniger muss man sich um Browser-Kompatibilität und Standardkonformität kümmern. Verzichten Sie darauf, proprietäte Erweiterungen, die ein Hersteller in seinen Browser eingebaut hat, zu nutzen. Auch die berüchtigten Hacks, mit denen sich Kompatibilitätsdefizite eines Browsers ausgleichen lassen, sollten Sie vermeiden.

Programmieren Sie nicht für jeden Browser eigene statische Seiten, da der Verwaltungs- und Pflegeaufwand immens ist. Trennen Sie Inhalt und Präsentation und bauen Sie eine Browser-Abfrage ein, um den individuellen Anforderungen eines Browsers durch entsprechende Style-Definitionen Rechnung zu tragen.


Konkrete Tests

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Sowohl der Internet Explorer 7 als auch der Firefox 1.5 stehen zum Download zur Verfügung. Einem konkreten Test Ihrer eigenen Site unter den Gegebenheiten der neuen Browserumgebungen steht also nichts im Wege. Da sich Firefox ohnehin schon immer sehr stark an den vorgegebenen Standards orientiert hat und die Ankündigung des IE 7 von starken Schwüren begleitet ist, diese Standards ebenfalls kompromisslos zu unterstützen, wird man vor üblen Überraschungen weitgehend sicher sein, zumindest wenn man sich als Designer an die genannten Regeln gehalten hat und auf diffizile Spezialitäten und Hacks verzichtet hat.

Schon jetzt stehen im Web zum Thema IE-7-Kompatib
ilität zahlreiche Testsites zur Verfügung, mit deren Hilfe man einzelne kritische CSS-, HTML- oder Javascript-Spezialitäten mit dem jeweiligen Browser unter die Lupe nehmen kann (zum Beispiel dean.edwards.name/IE7/compatibility). Ein detaillierter Check der bekannten IE-6-Probleme auf ihre Beseitigung beim IE 7 findet sich auf der Seite www.thestyleworks.de/tut-art/ie7.shtml.
Hier wird auch konkret der Frage nachgegangen, wie die aus den Inkompatibilitäten der 6er-Version des Internet Explorers heraus entwickelten CSS-Hacks unter der neuen Version des Browsers arbeiten.

Die Frage der CSS- 2-Kompatibilität von Internet Explorer 7 und Firefox 1.5 lässt sich mit den Test-Suites des W3C gut prüfen (www.w3.org/Style/CSS/Test/CSS2.1/current). Allerdings ist der Aufwand dafür erheblich. Das Directory mit den Testfiles umfasst über 250 HTML-Files (und eine gleiche Anzahl XHTML-Files), mit denen man jede einzelne CSS-Spezifikation testen kann. Das macht im Zweifelsfall 500 Aufrufe, wenn jede Eigenschaft und jedes Attribut sowohl mit dem Internet Explorer 7 als auch mit Firefox 1.5 geprüft werden soll. Ein äußerst mühsames Unterfangen also.

Wer in Sachen Internet Explorer 7 stets auf Ballhöhe sein will, sollte auch regelmäßig das Internet-Explorer-Weblog besuchen, das Microsoft quasi als Zeichen des guten Willens, den Input von Usern und Entwicklern in die Browser-Entwicklung einfließen zu lassen, auf seiner Entwickler-Site eingerichtet hat (blogs.msdn.com/ie).