Wikipedia hilfreich bei Rufmord-Kampagnen

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Ein Freund von John F. Kennedy wird im bekannten Internet-Lexikon als potentieller Mörder dargestellt – und keiner hat es bemerkt. Opfer John Seigenthaler jedenfalls ist machtlos: Sämtliche Richtigstellungsversuche wurden immer wieder überschrieben.

Wikipedia, als Projekt “von unten” gestartet, muss immer häufiger mit Anfeindungen und Missbräuchen kämpfen. Denn das Lexikon, das von der Allgemeinheit gepflegt wird, hat nicht nur unter den Freunden Cut und Paste zu leiden (wir berichteten über die Urheberrechtsverletzungen), sondern nun auch unter Rufmördern. Der 1927 geborene John Seigenthaler, Herausgeber einer Tageszeitung, Gründungsmitglied der “USA Today” und Mitarbeiter und Freund von John F. Kennedy, stand zwischen Mai und September 2005 im Lexikon als Beteiligter an der Ermordung Kennedys”. Er sei angeblich danach 13 Jahre in der Sowjetunion untergetaucht – eine unwahre Behauptung.

Der 78jährige, der sich erfolgreich gegen Ku-Klux-Klan und politische Strippenzieher durchsetzen konnte, kann in diesem Falle gar nichts machen: Die Urheber des Rufmords können über die Software nicht ausfindig gemacht werden. Nach einigen Korrekturen standen die Fehlinformationen immer wieder in der Wikipedia, bis sie endgültig ausgemerzt werdedn konnten.

Kommentatoren von intern.de bezeichnen Menschen, die solche Einträge in das Online-Lexikon vornehmen, als “Wikipedia-Vandalen”. (mk)

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