IT-Dienstleistung muss besser integriert werden
Kein “Wir und die da” mehr

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Kenner hören den Pink-Floyd-Sound von “Us and Them” in den Ohren klingeln, wenn sich “normale” Mitarbeiter und IT-Mitarbeiter missverstehen. Die IT-Kollegen dürfen sich heute aber nicht länger als losgelöst von dem Unternehmen, für das sie arbeiten, betrachten.

“Niemand fragt mich!”

IT-Dienstleistung muss besser integriert werden

Unternehmen in der ganzen Welt beklagen, dass sie von ihren IT Abteilungen nicht das bekommen, was sie brauchen.

Bringt man aber eine Gruppe von altgedienten IT-Profis zusammen, bekommt man sehr bald Dinge zu hören wie “die Firma versteht mich nicht”, “sie geben mir nicht die Ressourcen, die ich brauche”, “sie hören nicht zu”, “ich werde nicht gefragt” oder “sie wollen nur Ergebnisse auf kurze Sicht”.

Diese Klagen sind symptomatisch dafür, wie die meisten IT-Leute die Welt betrachten. Der Kontext bestimmt immer die Aktivitäten und der Kontext bei den IT-Funktionen muss umgestaltet werden, wenn wir die Dinge so in Griff bekommen wollen, wie wir es eigentlich können.

Im Laufe der letzten 20 Jahre habe ich freiberuflich oder fest angestellt für eine ganze Reihe von Unternehmen gearbeitet, mit deren Technologien und den sich verändernden Anforderungen. Die ganze Zeit habe ich immer wieder gehört, dass IT-Mitarbeiter – egal auf welcher hierarchischen Ebene – immer wieder von “dem Unternehmen” in dem sie arbeiteten, so sprachen, als wäre es eine Drittpartei. Nach meinem ersten Jahr als CIO (Chief Information Officer) bei der Online-Bank Egg und Gesprächen mit vielen anderen CIOs und IT-Chefs habe ich den Schluss gezogen, dass dieser Sprachgebrauch in der IT-Industrie endemisch und allgegenwärtig zu sein scheint.


IT und Management – Übersetzer nötig!

IT-Dienstleistung muss besser integriert werden

Diese Sprachbarriere erklärt teilweise, warum sich die Unternehmen weltweit beklagen, dass sie von ihren IT-Funktionsbereichen nicht das bekommen, was sie wollen. Auch ist es ein entscheidender Grund dafür, warum so viele leitende IT-Mitarbeiter das Gefühl nicht loswerden, dass sie für das Unternehmen nicht den Beitrag leisten, den sie eigentlich leisten wollen und wovon sie wissen, dass die Firma ihn braucht.

Damit kann man bis zu einem gewissen Grad auch erklären, warum die IT-Abteilungen meinen könnten, dass sie einen tollen Job gemacht haben, weil sie ein Projekt pünktlich und im Rahmen des Budgets abgeliefert haben, das Unternehmen aber nichts Besseres zu tun hat, als es als einen Misserfolg zu bezeichnen. Die IT ist damit beschäftigt, das zu liefern, was “vom Unternehmen” in Auftrag gegeben wurde, und wenn das gelingt, glaubt sie, ihren Teil erledigt zu haben.

Aber ein Projekt ist nur dafür da, eine bestimmte Menge von Ergebnissen zu erzielen, um für die Kunden oder das Leistungsvermögen des Unternehmens eine Verbesserung zu erreichen. Geschieht das nicht, war das Projekt nicht von Erfolg gekrönt.


Maßstäbe aneinander anpassen

IT-Dienstleistung muss besser integriert werden

Die notwendige Kürzung des Umfangs, um die Projekte termingerecht und budgetgemäß abzuwickeln, impliziert oft, dass die ursprünglichen Ziele nicht erreicht werden können. Die IT-Abteilung kann sich zwar auf die Schulter klopfen, aber die Firma hat nicht das geschafft, was sie wollte. Die IT misst ihre Leistung mit anderen Maßstäben als “das Unternehmen” – so wie es eine Drittpartei tun würde.

Wenn man in einem Kontext aktiv ist, wo “das Unternehmen” als jemand anderes in Erscheinung tritt, wo die Leute über ein vages “sie” reden, die die Entscheidungen treffen oder sich nicht entscheiden können, dann ist dies deprimierend, kraftraubend und – offen gesagt – ein Deckmantel für mangelnde Führungsqualitäten.

Dieser Umstand ist auch die Gewähr dafür, dass das Unternehmen von den Fähigkeiten, der Sachkenntnis und dem Wissen der IT-Abteilung nicht alles herausholen kann, was sie zu bieten hat. In den meisten Firmen ist das IT-Team fachlich massiv unterfordert. Jeder weiß das und ist deshalb frustriert.


Techniker bringen Business-Lösungen

IT-Dienstleistung muss besser integriert werden

Das führt zu einem Verhalten, bei dem man wartet, bis man gesagt bekommt, was “das Unternehmen” braucht – und kaum dazu kommt, mit eigenem Knw-how Lösungsangebote für den Rest des Unternehmens zu unterbreiten. Keiner außer den Technologieexperten weiß besser, was mittels Technologie möglich ist. Was würden Sie machen, wenn es Ihre Firma wäre?

Nun, die gute Nachricht ist, dass es tatsächlich Ihr Unternehmen ist, weshalb also machen Sie es dann nicht?

Haben Sie jemals irgendjemanden im Vertrieb, im Marketing oder der Produktentwicklung von “dem Unternehmen” reden hören, als wäre es jemand anderes? Ich glaube kaum und es würde wahrscheinlich komisch klingen. Aber genauso komisch ist es, wenn wir das machen.

Stellen Sie sich vor, wie es wäre, wenn jeder in Ihrem IT-Arbeitsbereich morgen aufwachen würde und zu der Entscheidung gelangt, dass man auch “das Unternehmen” ist; dass man genauso wichtig ist wie jeder andere, einen genauso großen Beitrag leisten kann und entschlossen ist, das Unternehmen, – SEIN Unternehmen – nach besten Kräften voranzubringen.


Machen Sie den Unterschied!

IT-Dienstleistung muss besser integriert werden

Man stelle sich den Unterschied vor, den dies für Ihr Unternehmen, Ihre Kunden und die Leute, die mit Ihnen arbeiten, bedeuten würde.

Stellen Sie sich den Unterschied vor, wie Sie als CIO Ihren Tag verbringen würden. Stellen Sie sich vor, was Sie dem Unternehmen anbieten und versprechen würden. Stellen Sie sich die Möglichkeiten vor, die sich dadurch eröffnen könnten!

“Das Unternehmen” als jemanden anderes zu betrachten, ist endemisch und eine Sucht. Diese Betrachtungsweise ist so tief verwurzelt, dass sie nicht sichtbar ist, aber allen Maßnahmen, die die IT-Chefs treffen, ihren Stempel aufdrückt. Sie ist gleichermaßen im übrigen Unternehmen verwurzelt, in der Sichtweise, die alle anderen gegenüber der IT haben – und ich weiß nicht, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei. Dies tut aber nichts zur Sache, denn für eine Änderung dieser Auffassung kann nur die IT selbst sorgen.

Wollen Sie den Kontext im Unternehmen ändern oder damit leben? Beklagen Sie lieber den Status Quo oder wollen Sie zu einem schlagkräftigen Protagonisten der Strategie und der Ziele Ihres Unternehmens werden? Dafür braucht man nicht auf eine Erlaubnis zu warten. Fangen wir lieber damit an, UNSERE Unternehmen zum Laufen zu bringen!

Der Autor
Gary Price ist CIO der Online-Bank Egg und spricht gerne über seine Erfahrung im Austarieren von Interessen der IT, der Manager und der Mitarbeiter.