Dampfwalzen bei Business Intelligence
Zerquetschen die IT-Riesen Oracle und Microsoft kleinereBI-Spezialisten?

IT-ManagementIT-ProjekteNetzwerk-ManagementNetzwerke

Spezialisten für Business Intelligence Tools bekommen Konkurrenz von den Giganten des IT-Markts. Im Oktober haben sowohl Microsoft als auch Siebel, das von Oracle übernommen wird, Produkte angekündigt, die zeigen, dass BI-Software (Business Intelligence) nicht länger das Geschäft einiger spezialisierter Anbieter bleiben wird.

Marktführer bauen BI ein

Dampfwalzen bei Business Intelligence

Experten trauen den großen Marktführern wie Microsoft und Oracle zu, attraktivere Produkte mit BI-Funktionalität zu entwickeln als die Spezialisten. Sie sind sich zwar einig, dass BI-Spezialisten wie Business Objects, SAS Institute, Cognos und Hyperion immer noch etwas die Nase vorn haben, sowohl was die Technologie als auch ihre Marktposition angeht, aber Alys Woodward von Ovum meint dazu, diese Führung sei in Gefahr. “Microsoft baut BI in seine Frontend- bzw. Desktop-Technologie ein, und bei Oracle und SAP wird sie Teil von Backend-Anwendungen. Dazwischen dürften sich die etablierten Betreiber zermalmen.”

Microsoft Office wird weltweit von 400 Millionen Anwendern genutzt. Von Microsoft war vor kurzem zu hören, es werde mehr BI-Funktionalität in sein neues Office 12 Desktop-Paket integrieren, und zwar über seine verbesserte Unterstützung der hauseigenen Software SQL Server 2005 Analysis Services OLAP sowie über erweiterte grafische Features bei seinem Tabellenkalkulationsprogramm Excel.

Woodwards vermutet, dass Microsoft seine übliche Strategie beim Vormarsch auf neue Märkte verfolgt, indem es ein relativ einfach gestricktes Produkt herausbringen wird, das billiger ist als die Alternativen. “Office 12 wird es IT-Chefs schwer machen, einen Etat für eine BI-Software von Spezialanbietern durchzuboxen, wenn es Excel im Großen und Ganzen auch tut”, sagte er.


Billige Alternativen?

Dampfwalzen bei Business Intelligence

Darren Strange, britischer Office 12-Produktmanager, meinte dazu, das neue Produktpaket wird eine kostengünstige Lösung anbieten für Firmen, die ihren Mitarbeitern mehr Zugriff auf geschäftskritische Daten gewähren wollen. Phil Wood, Marketing-Chef bei Business Objects, hält dagegen, dass – wenn Firmen alle für vollständige Business Intelligence erforderlichen Microsoft-Tools installieren wollen, einschließlich SQL Server 2005 und SharePoint Portal-Technologie – dies eine teure Sache wird. “Das wird ein Preisschock für Microsoft-Kunden”, glaubt Phil Wood.

Auf Siebels CustomerWorld Conference in Boston im vergangenen Monat versicherte George Shaheen, die neuesten Entwicklungen von BI-Software würden Oracle sehr entgegen kommen. Diesen Kommentar gab er ab, nachdem die neue Version von Siebels Business Analytics-Plattform erschienen war, die die Funktionalität von BI und CRM (Customer Relationship Management) miteinander vereint. Das zielt auf Unternehmen wie etwa Call-Center ab, die ihren Mitarbeitern Echtzeitzugriff auf Kundendaten sowie eine gewisse Entscheidungsbefugnis gewähren wollen. Auch bei Oracle und SAP will man entsprechende analytische BI-Merkmale in vorhandene Applikationen integrieren, um sie attraktiver zu machen.


Dennoch Chancen für Spezialisten

Dampfwalzen bei Business Intelligence

Auf BI spezialisierte Anbieter betonen freilich, dass eine BI-Funktionalität, wie sie von Unternehmen wie Microsoft innerhalb heterogener Anwendungen angeboten wird, wohl kaum an die Qualität spezialisierter Anwendungen heranreichen wird.

Vielleicht haben die Spezialisten ja doch noch eine Chance: Wenn Microsoft sich günstigere Preise auf die Fahnen geschrieben hat, und Oracle und SAP sich bei der Integration von BI in ihre Anwendungen in einem Konkurrenzkampf verheddern, könnten sich Käufer mit einem Sinn für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auch weiterhin für die “Kleinen, aber Feinen” entscheiden.