Farblaser auf dem Prüfstand
Drucker-Dauertest

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Eine Million Seiten sind gedruckt. In sechs Monaten mussten sieben Farblaser sich im härtesten Dauertest Deutschlands beweisen.

4,2 Tonnen Papier

Farblaser auf dem Prüfstand

Es erinnert ein wenig an einen Zieleinlauf beim berühmt-berüchtigten Triathlon Iron Man in Hawaii. Die Hochleistungssportler schleppen sich mit letzter Kraft über die Ziellinie. Nach 1 Million Seiten geht es den sieben Farblasern nicht besser. Die Papiermenge, umgerechnet knapp 4,2 Tonnen Papier, verteilt auf sieben Farblaser, hat bei jedem Testkandidaten Spuren hinterlassen. Gebrochene Zahnräder und Transferrollen, verschlissene Bildtrommeln, ausgeleierte Papiereinzüge die Liste der Blessuren ist lang. Gemeinnützige Institutionen dürften sich über den Testmarathon gefreut haben. Das Papier wurde nicht etwa mit Testcharts bedruckt, sondern beispielsweise mit Spendenaufrufen von SOS Kinderdorf und anderen wohltätigen Organisationen.

Einen echten Testsieger gibt es in diesem Test nicht. Die meisten Seiten druckte der Lexmark. Die günstigsten Seitenpreise hat Ricoh; zählt man die Verschleißkosten dazu, liegt die Kyocera-Maschine ganz vorne.

Als robuste Arbeitstiere empfehlen sich die Modelle von HP und Xerox. Beide absolvierten ihr Druckvolumen ohne Pannen. Außer Konkurrenz lief der Samsung CLP-550n mit. Der 650 Euro teure Drucker hielt sich wacker, doch zeigt sich, dass Farblaser-Einsteiger-Geräte schon alleine wegen der Druckgeschwindigkeit keine Konkurrenz für Arbeitsgruppen-Drucker sein können.


HP CLJ 4650HDN

Farblaser auf dem Prüfstand

Als zuverlässiges Arbeitstier entpuppte sich im Test der Farblaser von HP. Der HP ist, vor allem im Duplexdruck, nicht der Schnellste, dafür arbeitet er seine Aufträge stoisch ab. Alles in allem gab es nur zwei Problemfälle während des Tests beide verhinderten aber nicht, dass der Drucker seine Arbeit verrichtete. Einmal sorgte eine vorab falsch eingestellte Papierqualität für einen Geschwindigkeits-Einbruch. Statt 90 Gramm war im Gerät 125 Gramm als Papierqualität eingestellt, dies bremste den Drucker auf knapp die Hälfte der Druckgeschwindigkeit herunter. Zum Schluss traten verstärkt Papierstaus auf, die wohl auf eine defekte Halterung des Transportbands zurückzuführen sind.

Obwohl sonst keine Schäden am Gerät auftraten, sind auch beim HP deutliche Abnutzungsspuren zu sehen. Spätestens nach 300 000 Seiten wäre eine Generalüberholung fällig gewesen. Der während der Testphase vermutete außergewöhnlich hohe Cyan-Verbrauch des HP-Druckers relativiert sich im direkten Vergleich mit den anderen Testgeräten. Die Cyan-Kartusche musste beim HP 23-mal ersetzt werden, Schwarz nur 15-mal. Einen ähnlichen Verbrauch weist auch der Lexmark-Drucker auf.

In Sachen Bedienbarkeit überzeugt der HP in der Praxis. Alle wichtigen Funktionen lassen sich über das Web-Interface mit wenigen Mausklicks einstellen. Auch Bedienknöpfe am Gerät sind durchgängig logisch angeordnet, im Menü finden sich auch Einsteiger zurecht. Der Tonertausch ist zwar simpel, allerdings nicht so einfach wie bei der Konkurrenz. Der Toner liegt hinter zwei Plastikklappen, die vom Anwender beim Öffnen etwas Feingefühl erfordern. Auch das Lösen eines Papierstaus fällt relativ leicht.

Fazit: Der HP gefällt durch soliden, nahezu störungsfreien Dauerbetrieb. In puncto Druckgeschwindigkeit kommt das Gerät in der Praxis nicht an die Konkurrenz heran dafür druckt der HP beständig und gibt sich pflegeleicht. Empfehlenswert für Büros, die einen soliden Arbeitsgruppendrucker suchen


Konica Minolta magicolor 5040

Farblaser auf dem Prüfstand

Direkt aus Japan erreichte uns der magicolor 5040. Während er in Deutschland noch gar nicht erhältlich war, arbeitete der 5040 im PC-Professionell-Labor fleißig seine Druckseiten ab. Die Bildtrommel des Konicas ist in der Tonerkartusche integriert. Das sorgt nicht nur für großvolumige Kartons der Verbrauchsmaterialien, sondern auch für hohe Anschaffungskosten. Allerdings hält die Integration der Bildtrommel die Verschleißkosten und somit die Folgekosten niedrig. Der Konica Minolta lieferte mit die beste Druckqualität im Test. Auch die Bedienung des Geräts fällt leicht. Ebenfalls positiv: Während der 140 000 Seiten gab es nur 3-mal Papierstau rekordverdächtig niedrig.

Trotzdem entwickelte sich der Konica während des Tests streckenweise zum Sorgenkind. Zwei Hardware-Probleme traten auf. Zum einen wurden volle, neu eingesetzte Kartuschen nicht erkannt. Die Folge sind unbrauchbare Drucke mit Fehlfarben. Ob es an der frühen Revision der Steuerelektronik liegt oder an den Kartuschen selbst, konnte nicht geklärt werden. Mit einem lauten Schlag verabschiedeten sich zum Testende einzelne Teile des Druckergetriebes. Wahrscheinlich saß der Tonerrestbehälter nicht optimal im Drucker die Folge war ein Totalausfall des Getriebes. Als weiterer Hardware-Schaden notierte das Test-Team eine gebrochene Papiertransport-Rolle.

Fazit:
Rein technisch gesehen handelt es sich um einen hochwertigen Drucker mit gutem Druckbild. Der Konica magicolor 5040 produzierte im Test jedoch ernsthafte Hardware-Pannen. Der Tonerpreis ist zudem mit 13,33 Cent pro Seite recht hoch. Das liegt allerdings auch daran, dass im Test die defekten Tonerkassetten nicht komplett leer gedruckt werden konnten. Da es sich aber um Verbrauchsmaterialien handelt, werden sie in der Berechnung voll berücksichtigt.


Kyocera FS-C5030N

Farblaser auf dem Prüfstand

Ein Gerät wie ein Rennpferd so fassen die Tester ihre Erfahrungen mit dem Farblaser FS-C5030N zusammen. Schnell, aber damit der FS-C5030N überhaupt läuft, muss der Drucker intensiv gepflegt werden. Nach jedem Tonerwechsel muss laut Handbuch das Gerät gereinigt werden. Im Dauertest brach prompt ein dünner Plastikreinigungsstab ab. Ein klarer Bedienungsfehler, der allerdings bei anderen Druckern erst gar nicht auftreten kann. Denn bei der Konkurrenz muss der Benutzer weder den Korona-Draht (lädt den Toner elektrostatisch auf) noch die Optik des Lasers regelmäßig reinigen.

Ein weiterer Stolperstein ist der Tonerrest. Im Drucker arbeitet eine besonders harte keramikbeschichtete Bildtrommel die Kyocera-eigene Ecosys-Trommel. Damit diese auch nach 100 000 Seiten glatt bleibt und den Toner sauber aufträgt, muss sie abgeschliffen werden. Das Schleifmittel steckt im Toner und wird als Rest wieder mit ausgegeben. Im Test zeigt sich: Je niedriger die Deckung des Druckauftrags, desto mehr Tonerreste fallen an. Im FS-C5030N sitzt eine recht kleine Tonerrestflasche, diese muss spätestens nach einem Tonersatz ausgetauscht werden. Insgesamt wechselten die Tester 64 mit Tonerrest befüllte Behälter aus. Zum Vergleich: Beim Konica-Minolta-Gerät waren dreizehn Wechsel nötig, beim Ricoh vier, bei Lexmark drei und das HP-System kommt ohne Tonerrestbehälter aus.

Das dritte Manko im Dauertest waren die Papierstaus: Diese traten zwar nicht so häufig auf, aber wenn ein Papier staute, war es nur sehr umständlich zu entfernen. Mehrere Male mussten sogar die Schubladen abgebaut werden, um an die verkeilten Blätter in der Duplexeinheit zu kommen. Abgesehen von der Wartung fällt die Bedienung des Kyoceras spielend leicht. Sowohl die Knöpfe am Gerät als auch das Web-Interface und der Treiber sind klar strukturiert.

Fazit:
Kein Zweifel, der Kyocera ist eine Sparmaschine mit flottem Druckwerk, kein Verschleißteil musste ausgetauscht werden. In Kombination mit den niedrigen Kartuschenpreisen ergibt sich im Test dabei ein günstiger Seitenpreis von 7,39 Cent pro Seite. Wer das Gerät kauft, sollte aber einkalkulieren, dass es nur von geschultem Personal gewartet werden kann. Ist ein guter Inhouse-Support möglich, kann der Kyocera-Drucker durchaus empfohlen werden.


Lexmark C762dtn

Farblaser auf dem Prüfstand

Den Seitenrekord im Dauertest hält der Lexmark C762tdn. Zum offiziellen Ende des Dauertests liegt er mit 198 410 Seiten knapp 10 00
0 Seiten vor dem Xerox. Das Geheimnis seines Erfolgs: Er leistete sich keinen Totalausfall, alle Bauteile erwiesen sich als robust. Bei Störungen war der Lexmark-Service schnell vor Ort, auch Verbrauchs- und Verschleißmaterialien waren schnell verfügbar.

Trotz des Seitenrekords war der Lexmark im Betrieb eines der pflegeintensivsten Geräte. Denn abgesehen vom außer Konkurrenz laufenden Samsung-Drucker produzierte er mit Abstand die meisten Papierstaus. Knapp 130 Stück zählte die Labor-Crew. Wird das Papier nur leicht schräg eingezogen, ist der Papierstau vorprogrammiert. Nur an drei Seiten wird das Papier in der Papierschublade fixiert, an der vierten Seite stößt der Papierstapel an eine schräge Fläche. Dadurch wird schon das ordentliche Einlegen des Papierstapels zur Fleißaufgabe.

Kombiniert mit dem intoleranten Papiereinzug führt unsauber eingelegtes Papier schnell zum Stau. Weitere Kritikpunkte gibt es kaum. Das Bedienkonzept ist gut, auch ungeübte Anwender kommen mit dem Lexmark zurecht. Als besondere Funktion bietet er eine Farbdeckungskalkulation pro Dokument an. Im Dauertest leistete diese Funktion gute Dienste beim Schätzen des Tonerverbrauchs für zukünftige Druckaufträge.

Fazit: Der Lexmark C762dtn ist ein schneller und solider Drucker das illustriert schon die schiere Anzahl an gedruckten Seiten. Dank guter Bedienbarkeit und robuster Bauweise empfiehlt er sich für mittlere Arbeitsgruppen. Nur die häufigen Papierstaus und die hohen Druckkosten werfen Schatten auf eine sonst tadellose Leistung.


Ricoh Aficio CL4000HDN

Farblaser auf dem Prüfstand

Der Ricoh gehört auf dem Papier zu den leistungsfähigsten Testkandidaten, auch in der Praxis punktete er durch Schnelligkeit. Dass der Ricoh knapp 40 000 Seiten weniger auswarf als die Lexmark-Maschine, liegt an zwei Dingen: Zum einen fiel während der Testphase mehrfach das Verschleißteil PCU zu früh aus, zum anderen ließ sich der Service überdurchschnittlich viel Zeit mit der Reparatur. Teilweise war während der Arbeitszeit nur ein Anrufbeantworter unter der Hotline erreichbar. Die PCU, die Bildtrommel, ist zwar ein Verschleißteil, fiel aber laut Technikern zu früh aus. Die erste Bildtrommel gab nach 23 470 Seiten auf. Der Defekt war als Streifendruck sichtbar der Toner wurde nicht optimal auf das Papier übertragen.

Abgesehen davon ist die Ricoh-Maschine wartungsarm. Der Toner lässt sich sehr einfach austauschen, die Kartuschen sind transparent und erlauben einen Blick auf den tatsächlichen Füllstand der Verbrauchsmaterialien. Generell sind alle wichtigen Bauteile und der Papierweg über große Klappen erreichbar das erleichtert die Wartung ungemein. Die Tonerkosten liegen im Vergleich zur Konkurrenz niedrig, sogar niedriger als bei Kyocera. Allerdings: Die PCU-Einheit gilt als Verschleißteil und muss vom Kunden gekauft werden. Für 130 000 Seiten wurden Verschleißteile von knapp 2600 Euro fällig.

Fazit: Der Ricoh Aficio CL4000HDN verspielte aufgrund der PCU-Ausfälle einen Platz an der Spitze. Die Hardware ist durchdacht aufgebaut. Zwar bietet der Ricoh keine besonderen Features, dafür arbeitet er seine Druckaufträge aber flott ab. Bekommt Ricoh die oben genannten Probleme in den Griff, ist der Aficio CL4000HDN ein solider, einfach zu bedienender Farblaser.


Samsung CLP-550n

Farblaser auf dem Prüfstand

Der Kleinste im großen Farblaser-Dauertest ist der Samsung CLP-550n. Der Samsung kostet nur 650 Euro und spielt nur in der Kreisliga der Farblaserdrucker. Genau 37 296 Seiten arbeitete der Samsung ab. Im Test zeichnete er sich durch eine sehr einfache Bedienung aus. Tonerwechsel sind eine Angelegenheit von wenigen Handgriffen. Allerdings produzierte der Drucker mit Abstand am meisten Papierstaus im Test. Auf 10 000 Seiten stauen sich rund 28 Seiten. Zwar tauschte der Techniker alle relevanten Bauelemente für den Papiertransport aus, völlig staufrei war der kleine CLP-550n aber auch nach der Reparatur nicht.

Eine weitere Schwäche des kompakten Farblasers ist der Tonerrestbehälter. Den Füllgrad des Tonerrestbehälters ermittelt der Samsung über eine kleine Lichtschranke, die durch den transparenten Behälter scheint. Sobald der Lichtstrahl unterbrochen wird, meldet der Samsung den Tonerbehälter als voll. In der Praxis verteilt sich der Tonerreststaub aber unregelmäßig. Die Folge: Der Drucker zeigt einen vollen Tonerrestbehälter an, obwohl der Behälter kaum gefüllt ist.

Fazit:
Der Pluspunkt des Samsung ist die einfache Bedienung selbst ungeschultes Personal kann hier den Toner auswechseln und Papierstaus lösen. Der Test zeigt dem Drucker aber auch klar seine Grenzen auf: Der CLP-550n eignet sich nur als Einzelplatzgerät oder für kleine Arbeitsgruppen. Mehr als 100 Seiten pro Tag sollte man den Samsung-Farblaser nicht zumuten. Der Service ist mit 24 Monaten Vor-Ort für ein derart günstiges Gerät ausgezeichnet.


Xerox Phaser 8400 DX

Farblaser auf dem Prüfstand

Der Xerox-Testkandidat geht mit einer komplett eigenständigen Drucktechnik an den Start. Die von Xerox Solid-Ink getaufte Technologie schmilzt Wachsklötzchen zu kleinen Druckpunkten. Der Toner steckt nicht in Staubform in klobigen Kartuschen sondern in den Wachsklötzchen.

Der Xerox erhält von der Testredaktion das Prädikat »narrensicher«. Kein Gerät im Test war so einfach zu bedienen und zu warten. Der Toner wird einfach mit kleinen Wachsklötzchen oben unter der Papierablagenklappe eingeworfen. Der Xerox-Drucker benötigte als einziger Testkandidat keinen Technikerbesuch. Für Stillstand sorgten Papierstaus, diese ließen sich aber mit wenigen Handgriffen lösen. Auch in Sachen Wartung macht er eine gute Figur. Einziges Verschleißteil während des Tests war die Reinigungsrolle. Die weiße Rolle reinigt wie ein Putzschwamm eine Metallwalze von Wachsresten. Die Reinigungsrolle sitzt gut erreichbar an der Seite und kann auch nach kurzem Handbuchstudium von jedem Anwender getauscht werden. Allerdings: Mit 154 Euro ist sie recht teuer. Im Testzeitraum musste die Rolle ganze fünf Mal ausgetauscht. Generell liegt beim Xerox der Seitenpreis mit 14,6 Cent pro Seite vergleichsweise hoch.

Gleich neben der Reinigungsrolle sitzt der Tonerrestbehälter. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil der Drucktechnik im Vergleich zu anderen Druckern: Während der Testphase fielen nur ein paar Wachskleckse als Tonerreste an der Kyocera produzierte hingegen über ein Kilo Tonerrest. Den größten Wartungsaufwand verursachten nicht die Fehler, sondern der zu kleine Tonervorrat. Im Dauertest waren die eingeworfenen Tonerklötzchen binnen Stunden weggeschmolzen und musste aufgefrischt werden. Ein größerer Vorrat im Gerät, und der Xerox wäre deutlich wartungsärmer.

Fazit: Die spannende Frage, ob die Solid-Ink-Technologie im Dauertest mit den klassischen Drucksystem mithalten kann, ist beantwortet: Ja, sie kann. Der Xerox 8400dn absolvierte seine 188 421 Seiten ohne Ausfälle. Einzig der geringe Tonervorrat und die recht hohen Druckkosten trüben das sehr positive Bild. Wer einen robusten, sehr einfach zu bedienenden Drucker sucht, für den empfiehlt sich der Xerox 8400 DX.