Kaufberatung: Hosting-Provider
Richtige Providerwahl

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Von der privaten Homepage bis zur voluminösen Firmenpräsenz: Für jede Website machen Hosting-Marktschreier attraktive Angebote. Doch nur wer weiß, was er will, und die Vor- und Nachteile der Hosting-Konzepte kennt, findet auch das beste Angebot.

Das Anforderungsprofil

Kaufberatung: Hosting-Provider

Der Einsatz eines eigenen Servers ist längst nicht mehr nur die Domäne von Administratoren und Unternehmen. Jeder Anwender kann heute sein eigenes Web-Angebot online stellen von Webvisitenkarten über Foren und Blogs bis hin zu FTP-Servern und Online-Shops. Der physikalische Server muss dabei nicht einmal bei Ihnen im Büro rattern, sondern kann bei Hosting-Providern gemietet werden. Sie können damit sogar selbst als Reseller auftreten und Webspace auf einem angemieteten Reseller-Server verkaufen.

Bevor Sie aber mit der Auswahl eines günstigen Providers beginnen, müssen Sie sich über die konkrete Web-Anwendung im Klaren sein, die Sie realisieren wollen. Wenn Sie zum Beispiel eine professionelle
E-Commerce-Lösung auf Windows-Basis ins Web stellen wollen, nützt Ihnen ein LAMP-Server (mit Linux, Apache, MySQL und PHP oder Perl) wenig, auch wenn das Angebot noch so attraktiv ist. Und wenn Sie eine Applikation planen, die den Root-Zugriff auf Linux-Systemressourcen erforderlich macht, kommen Sie mit einem Shared-Hosting-Paket auch nicht sehr weit, da solche Optionen dort nicht bereitgestellt werden.


Günstigste Einsteigerpakete

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Schließlich ist da auch noch die Kostenfrage. Wozu viel Geld für ein voluminöses Hosting-Paket ausgeben, wenn Sie nur eine statische Homepage ohne Scripts und auf reiner HTML-Basis ins Netz stellen wollen? Hier kann es preiswerter sein, das Homepage-Angebot, das fast alle Zugangsprovider wie AOL, GMX, T-Online oder Web.de zum Nulltarif anbieten, zu nutzen und dazu eine eigene Domain für ein paar Euro pro Jahr zu mieten. Viele Webhoster bieten für diesen Zweck Einsteigerpakete teilweise ab Cent-Beträgen pro Monat an.

Für engagierte Bastler mit Programmierambitionen bieten solche Einsteigerpakete meist wenig. Einzig Javascript-Applikationen sind ohne serverseitige Unterstützung zu realisieren. Das mag zwar ausreichen, um einer Homepage ein professionelles Aussehen mit dynamischen Elementen zu verleihen. Wer sich aber an PHP, Perl oder Python versuchen will, hat dort schlechte Karten.


Script-Sprachen und Datenbanken

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Die Qual der Wahl hat, wer die niederen Sphären der rein statischen Präsentation im Web verlassen will oder muss. Eine wahre Flut an Angeboten und Providern steht dem angehenden Webmaster zur Auswahl. Sucht man nach einer Systematik im Tarifdschungel, erkennt man eine horizontale und eine vertikale Einteilung. Horizontal sind dabei die Plattformen zu unterscheiden, also vor allem Windows und Linux, und vertikal die Leistungsklassen, also Shared Hosting, V-Server, Root-Server und Managed Server.

Daneben gibt es Nischen für Spezialanwendungen wie Sharepoint, Exchange, Cold Fusion oder JSP. Die früher signifikanten Unterschiede beim Preis zwischen Windows- und Linux-Angeboten haben sich teilweise angeglichen, auch wenn die Wahl einer Windows-Plattform unter Umständen immer noch mit einem Preisaufschlag verbunden ist.


Preisspektrum der Marktführer

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So gibt es bei Strato etwa das teuerste Premium-Shared-Hosting-Paket (Premium M) auf Linux-Basis für knapp 30 Euro pro Monat. Das Windows-Äquivalent (Premium.net L) kostet rund 35 Euro Monatsmiete. Jeweils 10 Euro mehr verlangt 1&1 für die teuersten Professional-Tarife: 40 Euro Hostinggebühr bei Linux-, 45 Euro bei Windows-Basis.

Signifikanter sind die Preisunterschiede zwischen Linux und Windows bei dedizierten Servern. Betrachtet man das Angebot der beiden Marktführer, ergibt sich hier folgendes Bild: Bei Strato reicht die Skala bei Linux-Servern von 39 bis 99 Euro pro Monat, während sie sich für Windows-Server von
59 bis 119 Euro erstreckt. Bei 1&1 kosten Linux-Server zwischen 69 und 149 Euro pro Monat. Für Windows-Server sind zwischen 89 und 169 Euro pro Monat zu zahlen.


Schutz vor Reinfällen

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Spätestens vor Vertragsabschluss sollten Sie den Provider und die Rahmenbedingungen, unter denen er arbeitet, genauer unter die Lupe nehmen. Ein Reseller kann seinen angemieteten Server zum Beispiel mit Hilfe von Confixx schnell und einfach in Shared-Hosting-Pakete aufteilen, die sowohl vom Preis wie auch von den Leistungsdaten her einen guten Eindruck machen.

Schlechter sieht es bei einer solchen Konstellation jedoch meist mit Service, Kundendienst, Sicherheit und Netzwerkanbindung aus. Damit sollen Reseller-Aktivitäten nicht von vornherein verdammt werden. Ob es aber sinnvoll ist, einen kommerziellen Web-Auftritt mit höchsten Anforderungen an Verfügbarkeit und Geschwindigkeit auf einer solchen Plattform zu realisieren, darf man bezweifeln. Ein etwas teurerer Server in einem professionellen Rechenzentrum mit redundanter und schneller Netzwerkanbindung sowie kompetentem Support ist für dieses Vorhaben sicher die bessere Wahl.

Vor allem bei weniger bekannten Anbietern sollte man sich das Unternehmen, das hinter einem Angebot steht, etwas genauer ansehen. Es gibt diverse Informationsquellen, die einem ein gutes Bild von einem Anbieter und seinen Angeboten vermitteln: Für den Anfang reicht schon ein genauer Blick auf die Website, auf der das Angebot angepriesen wird. Jeder Anbieter von Webseiten ist nach dem Teledienstegesetz verpflichtet, ein Impressum auf der Seite zu platzieren, aus dem Name und Anschrift klar hervorgehen. Erfüllt er schon diese Anforderung nicht, ist in jedem Fall ein Anfangsverdacht gegeben. Seriöse Geschäftspartner haben keinen Grund, bei der Veröffentlichung ihrer Adressen hinter dem Berg zu halten. Jeden Verschleierungsversuch sollten Sie aufmerksam zur Kenntnis nehmen.


Informationen zum Provider

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Auch ein Blick auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ist ein Muss bei der Auswahl eines Providers. Sie bilden schließlich die juristische Grundlage des sich anbahnenden Geschäfts und sind Teil des Vertrags. Wer die AGB nicht genau prüft und dann einen Reinfall erlebt, ist selbst schuld.

Bestehen nach der Auswertung der Infos auf der Provider-Webseite Zweifel an dessen Seriosität, dehnen Sie Ihre Recherchen aus. Es gibt im Web zahlreiche Datenquellen, die Sie ohne viel Aufwand anzapfen können und die Aufschluss darüber geben, wer hinter einem Angebot im Web steckt zum Beispiel die Denic.

Wer sich über die Qualität eines Providers informieren möchte, sollte auch einen Blick in einschlägige Foren und Newsgroups werfen. In diesen Internet-Meinungsbörsen lässt sich gut in Erfahrung bringen, was Kunden mit ihren Providern an Reinfällen, Kuriositäten und Schäden erlebt haben. Gute Anlaufstellen im Web sind www.webmaster-foren.de und www.provider-diskussion.de.

Etwas komplizierter ist die Sache bei den Newsgroups. Aber auch hier gibt es einen Weg, an Diskussionen zum Beispiel in de.comm.provider.suche und de.comm.provider.misc zu kommen, ohne vorher einen Newsreader installieren zu müssen: Unter http://groups.google.com erlaubt Google eine komfortable Recherche.