Magnetspeicher vor dem Aus?
Flashkarte oder Festplatte

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Mobile Musik- und Video-Player setzen zunehmend auf Flashspeicher statt Festplatten. Läutet diese Entwicklung das Ende der mittlerweile 50 Jahre alten Magnetspeicher ein?

Die Festplatten-Entwicklung

Magnetspeicher vor dem Aus?

Für Manfred Berger, Produktmanager bei Hitachi Data Systems, lässt sich die Frage nach dem Ende der Festplatten eindeutig mit »Nein« beantworten. Nur wenn die Entwicklung der Magnetspeicher für fünf Jahre auf dem jetzigen Stand stehen bliebe, würden Flashspeicher in Kapazität und Geschwindigkeit zu ihnen aufschließen. Diese Annahme setzt allerdings voraus, dass sich das Speichervolumen der Flash-Chips jedes Jahr verdoppelt und die verkaufte Menge jährlich um 50 Prozent steigt. Und das ist laut Berger unwahrscheinlich: Einerseits müssten Chip-Hersteller dazu Milliardenbeträge in neue Produktionsstätten investieren. Zum anderen würden zum Beispiel die Preise für Notebooks deutlich steigen, wenn darin ein Flash-Laufwerk statt einer Festplatte seinen Dienst verrichtet.

Zudem stagniert die Festplatten-Entwicklung nicht: Das Marktforschungsinstitut IDC erwartet bei rotierenden Massenspeichern ein jährliches Kapazitätswachstum von 40 Prozent. Bei dieser Geschwindigkeit würde es rund zehn Jahre dauern, bis die Flashspeicher aufgeholt hätten.


Festplatte: 60-mal günstiger als Flash

Magnetspeicher vor dem Aus?

Geht es um die Speicherung großer Datenmengen, führt auch zukünftig kein Weg an der Festplatte vorbei: Während 1 GByte Harddisk-Speicher im Laden umgerechnet schon für unter 50 Cent zu haben ist, liegen die Produktionskosten für Flash-Chips deutlich darüber: Anfang dieses Jahres war 1 GByte Flash in Nand-Technik für rund 58 Dollar zu haben, bis Ende 2005 könnte sich der Preis halbieren.

Superflache Lifestyle-Musik-Player wie etwa der schicke iPod Nano lassen sich nur mit Flash-Bausteinen fertigen, sind angesichts der Chip-Preise aber alles andere als günstig für den Anwender: An der 4-GByte-Variante, die für rund 250 Euro über die Ladentheke geht, dürfte selbst Hersteller Apple trotz eines massiven Preisnachlasses von Chiplieferant Samsung nicht viel verdienen.

Die unlängst angekündigte Videoplayer-Variante des Apple iPod stellt seine 30 bis 60 GByte Speicherplatz daher auch über eine Festplatte statt über Flash-Chips bereit.Drei Vorteile von Flashspeichern sind unbestritten: Sie kommen mit rund einem Viertel bis einem Fünftel des Strombedarfs einer Festplatte aus, arbeiten lautlos und sind unempfindlich gegenüber Erschütterungen.

Geht es um die Datenbeständigkeit, haben sie aber das Nachsehen: Während sich Festplatten theoretisch unbegrenzt wieder und wieder mit Daten füllen lassen, tritt bei Flashspeichern nach rund 100 000 Schreib-/Lösch-Zyklen Datenverlust auf.