Add-ons für Joomla und Mambo
CMS aufgebohrt

Netzwerke

Das Content-Management-System Mambo und sein Fork Joomla entwickeln sich mehr und mehr zum Quasi-Standard. Mit wenig Aufwand erweitern Sie die beiden Systeme.

Licht und Schatten

Add-ons für Joomla und Mambo

Content-Management-Systeme müssen heute mehr als nur die klassischen CMS-Funktionen bewältigen. In der Praxis kommen sie in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz. Während die eine Installation rein interne Aufgaben bewältigt, müssen andere beispielsweise Diskussionsforen integrieren.

So sind heute Content-Management-Systeme mit einer flexiblen Architektur gefragt. Diesem Anspruch werden Mambo (www.mamboserver.com) und sein Fork Joomla (www.joomla.de) wie kaum ein anderes System gerecht. Für beide gibt es inzwischen Dutzende Erweiterungen. Nicht alles davon ist den Download wert. Aber es gibt auch Komponenten, die professionellen Ansprüchen genügen. In diesem Artikel stellen wir die Rosinen unter den Add-ons vor.


Diskussionsforen mit Simpleboard

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Eine der beliebtesten Erweiterungen von Websites stellen Diskussionsforen dar. Mit solchen Komponenten binden Sie Leser an Ihre Website, indem Sie sie für fortlaufende Diskussionen gewinnen. Anwendungsbeispiele gibt es viele. So könnte man in einem Forum beispielsweise Support leisten oder Wünsche für zukünftige Produkte oder Produktversionen sammeln. Auch für diesen Aufgabenbereich gibt es inzwischen verschiedene Erweiterungen. Die beliebteste Foren-Erweiterung ist Simpleboard von Two Shoes Mambo Factory (tsmf.jigsnet.com).

Am Anfang steht wie immer die Installation der Mambo-Komponente. Dazu laden Sie sich zunächst das ZIP-Archiv des Forums herunter und installiert es dann über Components, Install/Uninstall. Nach der erfolgreichen Installation kann das Forum über den Menübefehl Components, Simpleboard Forum administriert werden. Über die Simpleboard-Systemsteuerung administrieren und konfigurieren Sie die Umgebung. Außerdem stehen eine Benutzerverwaltung sowie verschiedene Upload-, Editier- und Bereinigungsfunktionen zur Verfügung.

Die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten von Simpleboard öffnen Sie über einen Klick auf das gleichnamige Icon. Das zugehörige Formular präsentiert sieben Register, über die die Komponenten an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Auf dem Register Basics, das sich beim Öffnen der Konfiguration automatisch zeigt, legen Sie zunächst den Titel und dann die E-Mail-Adresse des Foren-Administrators fest. Über das Auswahlmenü Forum Offline bestimmen Sie, ob es für die Allgemeinheit verfügbar ist (Offline No) oder nicht (Offline Yes). Nach der Installation ist Simpleboard zunächst offline und sollte erst nach der Anpassung freigeschaltet werden.

Die Funktion des Eingabefelds Board Time Offset erlaubt es, unterschiedliche Zeitzonen zwischen Server-Standort und Forumsteilnehmern zu berücksichtigen. So kann die Zeitangabe entsprechend angepasst werden. Angenommen, der Server wird in Europa betrieben, die Zielgruppe ist aber in Amerika, speziell in New York zu finden, so verwendet man den Wert -6.

Über das nachfolgende Textfeld Forum Offline Message hinterlegen Sie eine Nachricht, die während Wartungs- oder anderen Offline-Zeiten Benutzern angezeigt wird. Für die Formatierung können Sie dabei auch auf HTML-Code zurückgreifen. Es folgt das Auswahlmenü DefaultViewType, mit dem man den Darstellungstyp bearbeitet. Dabei hat man die Wahl zwischen Flat und Threaded. Der Unterschied dürfte den meisten Anwendern vertraut sein: Im einen Fall werden Diskussionsstränge angezeigt, im anderen Fall eine Themenliste. Registrierte Benutzer, die einen Simpleboard-Account besitzen, können diese Einstellungen übrigens in ihrem Benutzerprofil ändern.


RSS & Co.

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Die vorletzte Option erlaubt es externen Anwendern, Feeds in ihrem RSS-Client herunterzuladen. Dazu setzt man die Option Enable RSS Feed auf Yes. Im letzten Textfeld kann schließlich ein Forums-Header hinterlegt werden. Auch hier ist die Verwendung von HTML-Code zulässig.

Weitaus umfangreicher fallen die Konfigurationsmöglichkeiten des Registers Frontend aus. Mit diesem bestimmt man insbesondere das Look and Feel und benutzerspezifische Eigenschaften des Frontends, also des Forums aus Anwendersicht. Die Einstellungen sind in drei Bereiche unterteilt: Look and Feel, User-spezifische Einstellungen und Längeneinstellungen (Anzahl der Threads pro Seite).

Die erste Look-and-Feel-Einstellung legt die Anzahl der Threads pro Seite fest. Ob man den Wert nach oben beziehungsweise unten anpasst, ist Sache jedes Einzelnen. Wird der Wert überschritten, so wird eine weitere Seite erzeugt, auf der weitere Diskussionsfäden angezeigt werden. Während die Simpleboard-Konfiguration der komponentenübergreifenden Anpassung dient, werden über den Link Forum Administration Foren und Kategorien erzeugt. Über die Forenliste erzeugen Sie beliebig viele Foren und weisen Eigenschaften zu.

Nach der Installation ist noch kein Forum eingerichtet. Das holen Sie über die Schaltfläche New der Symbolleiste nach. Dabei öffnet sich das Formular Add Category/Forum, das drei Register aufweist. Wie Sie es von anderen Funktionen kennen, dient eine Kategorie als Container für Foren. Daher erzeugen Sie am besten zunächst eine Kategorie, indem Sie auf dem Register Basics unter Parent den Eintrag Top Level Category wählen. Unter Name bezeichnen Sie das neue Forum und fügen im darunter liegenden Textfeld eine Beschreibung ein.

Zur Forenadministration gehört natürlich auch die Benutzerverwaltung. Alle registrierten Benutzer des Mambo-Systems erhalten automatisch ein Simpleboard-Profil, wenn sie das erste Mal das Forum nutzen. Über die Benutzerverwaltung können Sie weitere Profile erstellen und existierende Einträge bearbeiten.


Dokumentenverwaltung mit Docman

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Ganz gleich ob man Webseiten mühsam von Hand erstellt oder ein komfortables CMS wie Mambo einsetzt: Mit der Zeit wächst die Zahl der auf der Website bereitgestellten Dokumente. Da verliert man schnell den Überblick, wo welches Dokument hingehört. Zwar bietet Mambo eine Funktion zur Verwaltung dieser Dateien, doch diese Funktion ist eher rudimentär und wird professionellen Ansprüchen nicht ganz gerecht. Hier kann nur eine effektive Dokumentenverwaltung weiterhelfen.

Für das Dokumentenmanagement unter Joomla und Mambo steht die einzigartige Komponente Docman (www.mambodocman.com) zur Verfügung. Neben der eigentlichen Verwaltung von Dokumenten ermöglicht sie es auch, Dateien in den unterschiedlichsten Formaten für den Download bereitzustellen. Docman bietet eine Menge Funktionen und Vorzüge, die sich mit Mambo allein nicht oder nur schwer realisieren lassen.

So können Sie beispielsweise eine unbegrenzte Zahl an Kategorien und Unterkategorien erstellen, Gruppen erzeugen und den Download-Zähler aktivieren. Nicht weniger wichtig: Docman besitzt ein eigenes Suchsystem, einen Online-Editor, eine History und ein Archivsystem. Außerdem steht eine Massenmail-Funktion für Gruppen zur Verfügung.


Docman konfigurieren

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Um Docman an Ihre Erfordernisse anzupassen, müssen Sie einige Einstellungen vornehmen. Die entsprechenden Menüs finden Sie über Edit Configuration. Um in dieses Konfigurationsmenü zu gelangen, wählen Sie im Mambo-Administrationsbereich im Menü oben Components, DOCMan, Configuration. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Mambo-configuration.php auf writeable gesetzt ist, damit die Änderungen fü
r Docman auch dort eingetragen werden können. Das Docman-Konfigurationsmenü bietet Ihnen sechs Register an, mit denen Sie die Einstellungen für das Frontend und verschiedene sicherheitstechnische Einstellungen vornehmen.

Die Docman-Funktionen erreichen Sie entweder über Components, DOCMan oder im Mambo-Administrationsbereich Home über das Register Components. Wenn Sie sich im Docman-Konfigurationsbereich befinden, gelangen Sie über den Link CPanel auf die Startseite der Docman-Administration (DOCMan control panel).

Der Docman-Administrationsbereich verfügt über ein eigenes Registerset, so wie Sie es von der Mambo-Administrationsseite kennen. Hier finden Sie die Register DOCMan news, Latest docs und Latest logs.

Docman news: Darin präsentiert Ihnen Docman stets Links zu aktuellen Docman-Informationen, etwa zu neuen Versionen oder Bugfixes.

Latest docs: Dort haben Sie Zugriff auf die jüngsten Docman-Dokumente, die von Ihnen oder den Anwendern eingestellt wurden.

Latest logs: Sofern die Protokollfunktion im Konfigurationsmenü aktiviert ist, haben Sie dort Zugriff auf die jüngsten Download-Protokolle. Ist die Protokollierung dagegen abgeschaltet, erscheint an dieser Stelle ein entsprechender Hinweis.


Docman-Funktionen

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Ansonsten finden Sie im Docman-Control-Panel die wichtigsten Steuerfunktionen. Sie werden genau so bedient wie die entsprechenden Mambo-Funktionen: Über New werden neue Einträge angelegt, über Edit lassen sie sich ändern, Publish dient dem Veröffentlichen, Unpublish dem Sperren, Move dem Verschieben und Delete dem Löschen.

Über Files haben Sie die Möglichkeit, Dateien auf ihren Server zu übertragen. Nach einem Klick auf Upload wählen Sie die Übertragungsmethode. Als Übertragungsmethoden stehen der eigene PC (Upload a file from your computer), Übertragung von Server zu Server (Transfer a file from another server to this server) und Links (Link a file from another server to this server) zur Auswahl.

Die Option Batch Mode benötigen Sie, wenn Sie ein gezipptes Paket übertragen möchten. Die Dateien werden dabei on the fly entpackt. Das Archiv sollte allerdings keine Verzeichnisse und Unterverzeichnisse enthalten. Beachten Sie, dass eventuell bereits bestehende Dateien mit gleichem Namen ohne Rückfrage überschrieben werden. Der in der Konfiguration aktivierte Schreibschutz greift hier nicht. Achten Sie auch darauf, dass der Dateityp der zu übertragenden Datei in den Einstellungen freigegeben ist. Mit Submit starten Sie die Übertragung. Ein kleines Fenster informiert Sie über den Fortschritt des Vorgangs. Nach Abschluss erhalten Sie eine Erfolgsmeldung.


TFS for Mambo

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Schon fast eine Pflichtkomponente für Mambo-Anwender ist TFS for Mambo (www.oplossing.net). Es handelt sich dabei um ein umfassendes Statistikmodul, das Ihnen wertvolle Informationen zu Ihrem System, den Besuchern und den aufgerufenen Seiten liefert. Wenn Sie es erst einmal kennen gelernt haben, werden Sie nicht mehr darauf verzichten wollen.

Die Installation erfolgt wie gewohnt über die Komponentenverwaltung (Components, Install/Uninstall). Anschließend finden Sie die Komponente in der Liste der Installed Components. Über das Menü Components im Mambo-Admin-Bereich haben Sie Zugriff auf die wichtigsten Funktionen der Anwendung: Statistics, Configuration, Exclude manager, Summarise, Information und Uninstall TFSforMAMBO. Die gleichen Funktionen finden Sie im Mambo-Admin-Bereich im Control Panel im Register Components.

Die Funktion Information enthält einen kurzen PHP-Code. Diesen kopieren Sie in die Zwischenablage und fügen ihn dann in das Template Ihrer Mambo-Webseite ein. Damit stellen Sie sicher, das TFS for Mambo auch die einzelnen Seiten ihrer Präsenz erfasst und auswertet, wer wann mit welchem Betriebssystem und welchem Browser auf welches Dokument zugegriffen hat:


if(file_exists($mosConfig_absolute_path.
"/components/com_tfsformambo/tfsformambo.php"))
{
require_once($mosConfig_absolute_path.
"/components/com_tfsformambo/ tfsformambo.php");
}
?>

Der Link TFS for Mambo selbst führt zum Exclusion Manager. Dort legt man fest, welche IP-Adressen und Browser nicht weiter statistisch erfasst werden. In der Liste werden alle IP-Adressen der bisherigen Besucher aufgeführt. Neben der IP-Adresse finden Sie auch die aufgelöste Adresse, soweit dies möglich war (nslookup), das Betriebssystem (system) und den Browser des Besuchers aufgelistet. Um einen Besucher auszuschließen, markieren Sie das Kästchen vor dem Eintrag und klicken dann rechts auf das rote Kreuz.


Mosmedia

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Neben den unzähligen freien Erweiterungen gibt es auch eine Vielzahl nicht minder interessanter kommerzieller Add-ons. Im Unterschied zu den freien Lösungen laufen sie meist deutlich stabiler. Ein schönes Beispiel ist Mosmedia (www.ag-solutions.net, 60 Dollar). Dabei handelt es sich um einen Multimediaspezialisten für das Content-Management-System. Die Erweiterung unterstützt eine Vielzahl von Medientypen, erweitert die Editierfunktionen um das spezielle Media-Register und erlaubt unterschiedliche Anpassungen wichtiger Medientypen. Mosmedia ersetzt keineswegs den Mambo-Media-Manager, sondern erweitert vielmehr die Funktionen für die Bearbeitung von Content-Elementen.

Um die Funktionalität der Mosmedia-Komponente zu nutzen, füttern Sie zunächst das CMS über den Media-Manager mit weiteren multimedialen Inhalten. Nachdem die Dateien im Media-Manager aufgeführt werden, wechseln Sie zu dem Content-Elementen. Wenn Sie nun eines dieser Elemente durch einen Klick auf seine Bezeichnung editieren oder wenn Sie ein neues Content-Element im Content-Item-Manager über die Schaltfläche New erzeugen, stellen Sie sofort fest, dass die Veröffentlichungsfunktionen um das neue Register Media erweitert wird. Es zeigt auch an, dass es sich um das Mosmedia-Control handelt.

Um nun ein multimediales Element in das Content-Element einzubinden, klicken Sie einfach auf dem Register Media in der Media-Galerie auf das gewünschte Element und anschließend auf den Add-Button. Die Datei landet dann in Listenfeld Content Media.

Wenn Sie nun das Element in Feld Content Media anklicken, zeigt Ihnen das System abhängig vom Medientyp verschiedene Eigenschaften an, mit denen Sie exakt die Nutzung steuern können. So können Sie beispielsweise bei Flash-Animationen die Qualität anpassen, Autoplay aktivieren oder die Ausrichtung bestimmen. Für jedes multimediale Element können Sie zudem die Anti-Leech-Funktion aktivieren beziehungsweise deaktivieren.


Phil-A-Form

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Eine der interessantesten Mambo-Erweiterungen ist Phil-A-Form (www.phil-taylor.com), das es für rund 30 Euro zuzüglich Umsatzsteuer zu kaufen gibt. Damit können Administratoren dynamische Formulare erstellen, die die Komponenten der Mambo-Website nutzen. Dabei kommen Sie ohne Programmierung aus ? und das selbst bei komplexen Formularen. Natürlich können Sie auch Formularüberprüfungen und ähnliche Anwendungen einführen.

Die Handhabung von Phil-A-Form ist kinderleicht. Um ein erstes Formular zu erstellen, klicken Sie in der Einstiegsseite auf Add New Form. Alternativ verwenden Sie das Menü Forms & Interfaces, klappen die Forms-Einträge auf und klicken dort auf Add New Form. Das zugehörige Dokument bietet Ihnen zwei Formulartypen an:

Form Template: Hiermit erstellen Sie ein Formular von Grund auf.

Store and Updateable Form: Diesen Typ verwendet man, wenn die Benutzer ihre Eingaben bearbeiten sollen.

Für den Einstieg verwenden Sie am besten die Formularvorlage. Zunächst bestimmen Sie den Formulartitel und legen gegebenenfalls eine Beschreibung an. Wichtig für die Verarbeitung der Formulareingaben: Über das Register Post To müssen Sie festlegen, ob die Formulareingaben von Phil-A-Form oder von einem anderen Prozessor verarbeitet werden sollen. Wenn Sie sich für einen externen Verarbeitungsmechanismus entscheiden, geben Sie im zugehörigen Textfeld dessen URL an. Es folgt die Layoutwahl.

Um dem neuen Formular Leben einzuhauchen, wechseln Sie zu Elements. Der zugehörige Dialog führt eine Mambo-typische Liste aller Formularelemente Ihres Formulars samt dessen Eigenschaften auf. Da das Formular bislang noch kein Element besitzt, klicken Sie auf New.

Phil-A-Form bietet Ihnen fast dreißig Formularelemente an. Schließlich bestimmen Sie über das Menü Actions die Folgeaktion. So können Sie über den Actions-Dialog beispielsweise eine Dankeschön-Meldung ausgeben.


Fazit

Add-ons für Joomla und Mambo

Die Palette der verfügbaren Erweiterungen für Joomla und Mambo ist beeindruckend. Die hier vorgestellten Add-ons bilden nur einen kleinen Ausschnitt der Bandbreite. Selbst die kommerziellen Add-ons sind ausgesprochen preiswert. Der erfolgreichen Erweiterung eines Joomla oder Mambo-Systems steht also nichts im Wege.