Microsoft forscht an Windows vorbei: Projekt “Singularity” hat nur 300.000 Zeilen Code

BetriebssystemWorkspace

Die Forschungsabteilung des Konzerns entwickelt einen unabhängigen Betriebssystem-Kern – offenbar, um für Spezialanwendungen auf den Windows-Moloch verzichten zu können.

Microsoft Research ist mit seinem Prototypen für ein neues Betriebssystem (Codename “Singularity”) schon recht weit. Ein jetzt online gestellter 44-seitiger Forschungsbericht beschreibt das völlig neu entwickelt Projekt: Der OS-Kern besteht aus nur 300.000 Zeilen Code, viel weniger als die Millionen von Zeilen, die in jeder einzelnen Windows-Funktion stecken. Das unabhängig von Windows-Einflüssen entwickelte System ist völlig neu geschrieben worden.

35 Forscher verschiedenster Teams aus den Bereichen “System”, “Netzwerk” und “Compiler” arbeiten an dem Projekt zusammen, so Entwicklungsleiter Galen Hunt. Das nichtkommerzielle Projekt soll Denkanstöße für das Strukturteam bei der Core Operating System Division (COSD) und für das Microsoft Security Team geben. Die einzelnen Teile von Singularity flössen in den Bereich Embedded-Betriebssysteme und in Server-Betriebssysteme mit ein. Soll heißen: Microsoft wendet sich nicht von Windows ab, aber investiert dennoch in Systeme, die klein und fein ohne das große Fenster-Drumherum funktionieren können.

Die Forscher arbeiten dabei mit einem neuen Compiler namens “Bartok” und einer Entwicklungsumgebung, die ebenfalls aus dem Labor von Microsoft Research kommt. (mk)

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