Fehlende Hardware-Standards
Geldgier der Anbieter sorgt für überflüssige Vielfalt

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Haben Sie sich je nach dem Grund gefragt, warum Ihr altes Netzteil nicht zum neuen Laptop passt?

Netzteil-Wildwuchs

Fehlende Hardware-Standards

Letzte Woche habe ich etwas über die kuriosen Eigenarten der IT geschrieben: Über Anbieter, die dem Nutzer Ratschläge geben, die sie mangels entsprechender Ausrüstung nicht befolgen können; über Produkte, die nicht miteinander kommunizieren und über die fehlende Standardisierung bei den meisten Peripheriegeräten.

Ich habe in dem Artikel auch erwähnt, dass diese fehlende Standardisierung bei der Stromversorgung für Laptops ein besonderes Ärgernis darstellt. Wie den meisten IT Managern nur zu bewusst sein wird, unterscheiden sich die Netzteile von Hersteller zu Hersteller und von Modell zu Modell, scheinbar ohne jede Logik. Oder, um es genau zu sagen, die kleinen Stecker am Ende des Stromkabels unterscheiden sich von Modell zu Modell.

Für diese Vielfalt gibt es keinen ernsthaften technischen Hintergrund. Während die Anbieter zweifellos behaupten werden, dass es wichtig ist, nicht versehentlich ein Netzteil mit 20 Volt in einen Laptop mit 12 Volt einzustöpseln, zeigt die Verfügbarkeit von Universaladaptern von Anbietern wie Targus und Kensington, dass dies kein unüberwindliches Problem ist.

Stattdessen scheint es, als ob die Hardware-Hersteller in der jahrzehntealten Praxis schwelgen, immer wieder Neuerungen einzuführen, um für die “Überalterung” von Geräten zu sorgen und so ihre neuen Spielereien an den Kunden loszuwerden. Neue Laptops brauchen ein anderes Netzteil als die alten – also heißt es für den Nachkauf zahlen. Es wäre ja auch zu blöd, wenn man einfach das alte Netzteil wieder verwenden könnte, das schon so manchen Sturm überstanden hat.


Druckpatronen-Änderungen nur fürs Geld

Fehlende Hardware-Standards

Für die IT Manager, die sich um eine ganze Flotte von Laptops mit unterschiedlichster Spezifikation kümmern müssen, ist die blühende Mannigfaltigkeit der Netzteile zwar ein Ärgernis, aber noch kein so wunder Punkt, dass irgendjemand etwas dagegen unternehmen würde.
Ähnlich ist die Situation beim Verbrauchsmaterial für die Drucker. Amerikanische Gerichte haben es inzwischen sogar als illegal eingestuft, dass ein Anbieter Modifikationen vornimmt, die einzig darauf gerichtet sind, dass Druckerpatronen von Drittparteien nicht einsetzbar sind. Aber während das Drucken für die meisten Unternehmen einen starken Kostenfaktor darstellt, gehen die geringeren und eher sporadisch anfallenden Kosten für die Netzteile unter.

Vorige Woche habe ich an einer Konferenz teilgenommen, die sich mit den Aussichten von Brennstoffzellen als Energielieferant der Zukunft beschäftigte, wobei es dabei um Anwendungen ging, die von Kraftwerken über Busse bis zu Mobiltelefonen reichten. Ein weiteres Feld für Standards – oder asd Fehlen derselben.


Wird es Hotswap-Brennstoffzellen geben?

Fehlende Hardware-Standards

Es herrscht ein breites Einverständnis darüber, dass die Brennstoffzellen sehr nahe dran sind, die Batterien in energiehungrigen tragbaren Geräten zu verdrängen. Statt eine Batterie mit Ihrem unnötigerweise einzigartigen Netzteil aufzuladen und dabei zu hoffen, dass sie drei Stunden hält, könnten Sie Hotswappable Methanolflaschen kaufen, die einen Laptop so lange laufen lassen, wie Ihr Methanolvorrat reicht. Sie können also theoretisch Geräte an- und abstöpseln, ohne die Maschine neu zu starten.

Dieser Markt muss noch richtig in Schwung kommen aber er verspricht, groß zu werden. Laut Professor Werner Tillmetz vom Deutschen Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Baden-Württemberg gibt es auf der ganzen Welt im Moment nur zirka 3500 genutzte tragbare Brennstoffzellen. Aber George Apanel vom Forschungsinstitut SRI Consulting in den USA schätzt, dass sich der potentielle Markt, der jetzt von Hochleistungts-Batterien abgedeckt wird, auf gute 25 Milliarden Dollar summieren wird.

Und bei so viel Kohle, die auf dem Spiel steht, wenn der Markt für Brennstoffzellen anfängt zu wachsen, werden die Anbieter unweigerlich wieder völlig überflüssige Variationen erschaffen. Der Stutzen von einem Methanolbehälter von Dell wird so nicht zum Ventilsitz eines ThinkPads von Lenovo passen, denke ich mal.

Die einzige Möglichkeit, eine solche Situation zu vermeiden, ist, dass die Kunden sich beschweren und auf einer Standardisierung bestehen. Daran lohnt sich zu denken, wenn Sie sich zuerst einmal ein Urteil über den Einsatz von Brennstoffzellen als Stromversorgung für Ihr mobiles Personal bilden wollen.