Motorola: ROKR rockt nicht mehr

MobileSmartphoneWorkspaceZubehör

Motorolas CEO Ed Zander soll öffentlich zugegeben haben, dass seine Firma mit dem iTunes-Handy ROKR falsch liege.

Das Eingeständnis war die Reaktion darauf, dass ROKR-Käufer das Gerät sechsmal häufiger wieder umtauschen als normal. Wörtlich gab Zander zu Protokoll, dass “wir einen holperigen Start hatten. Die Leute hatten einen iPod mit Handyfunktion erwartet. Aber das war es nicht, was sie bekamen. Wir haben hier vielleicht nicht die richtige Marketing-Botschaft vermitteln können.”

Albert Lin, Analyst am American Technology Research, hat die hohe Umtauschquote entdeckt. Er führte eine Marktuntersuchung bei Distributoren und im US-Einzelhandel durch. Dabei stieß er auf die überraschend hohe Produktenttäuschung der Verbraucher mit dem ROKR. Es wird fast immer gegen andere Mobiltelefone oder PDAs getauscht.

Ed Zander glaubt, dass Motorola den Fehler gemacht habe, mit dem ROKR ein unscheinbares Handy, das sich genauso bedienen lässt und anfühlt, designt zu haben. Er gab öffentlich zu, vom Marketing des eigenen Hauses enttäuscht zu sein – trotz der 250.000 Exemplare, die in den ersten drei Wochen nach Produktstart abgesetzt werden konnten.
Doch die hohe Umtauschquote und Apples nächster Erfolg dämpfen die Aussichten für ROKR. Zumal Apple nun auch noch den iPod Nano auf den Markt brachte. Der MP3-Player kostet genau so viel wie Motorolas Handy, wiegt deutlich weniger und enthält rund zehnmal mehr Songs. Die Anruffunktion scheint der Kunde dabei nicht zu missen. Bloomberg bestätigte mittlerweile, dass ROKR-Käufer in erster Linie unglücklich über die lediglich 100 Songs sind, die in den 512 MByte Speicher passen. (rm/ds)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen