Hersteller verzehren sich nach Unternehmens-Trends
Auf der Suche nach dem nächsten “dicken Ding”

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Trotz der Fortschritte bei Blades, Grid-Computing, Linux und Webdiensten ist es noch zu früh, die Architekturen herauszufiltern, die in diesem Jahrzehnt als Gewinner hervorgehen.

Die Suche nach Trends

Hersteller verzehren sich nach Unternehmens-Trends

Vor Kurzem wurde ich auf einer Konferenz gefragt, was man meiner Meinung nach in diesem Jahrzehnt als DAS Highlight bei den Rechenzentren bezeichnen könnte.

Ich gab zur Antwort, dass – im Großen und Ganzen – man die 60er und 70er Jahre als die Ära der Mainframes und Minicomputer bezeichnen könnte. Die 80er waren, sagen wir mal, durch den Aufstieg von Unix und NetWare geprägt, und als Hauptcharakteristikum der 90er Jahre könnten die Client-Server-Architektur und der Erfolg von Windows gelten. Nun ist ein Rückblick ja eine wunderbare Sache – bei der Beschreibung des jetzigen Jahrzehnts herrscht jedoch noch ziemliche Unklarheit.


Diffuse Meinungen

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Ich bin mir sicher, dass andere diesbezüglich Einwände hätten – und behaupten würden, dass sich in der laufenden Dekade alles um freie Software und LAMP (Linux, Apache, MySQL und Pearl) dreht. Andere würden wiederum vorschlagen, dass die Webdienste das dominante Thema sind. Die Anhänger von Grid-Computing und Clustering werden darauf hinweisen, dass die Möglichkeit, mehrere Billiggeräte miteinander zu einem leistungsfähigen Rechenzentrum zu verknüpfen, der neue Hit sein wird. Ein paar wenige Loyalisten werden auf die Back-End Server als die wahren “Kraftwerke” der IT verweisen und den Vorschlag machen, dass Itanium der zwar etwas langsame aber stetige Gewinner beim Ersetzen der wichtigsten Geräte n Unternehmen sein wird.

Wie sich jedoch aus der Vielfalt von Meinungen ersehen lässt, gibt es noch keinen echten Gewinner, der bereits für sich in Anspruch nehmen darf, dieses Jahrzehnt geprägt zu haben.


Die Vergangenheit lebt

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Und gerade weil kein klarer Weg für die Einkäufer in den Betrieben in Sicht ist, gibt es auch keinen Anbieter, der das heutige Zeitalter bestimmt. IBM, HP, Sun, Novell, Citrix und Microsoft waren zu ihrer Zeit das Leuchtfeuer, wie auch Digital, “The Bunch” (bestehend aus Burroughs, UNIVAC, NCR, Control Data Corporation, und Honeywell) und andere der mittlerweile in den IT-Himmel eingegangenen Firmen. Aber weit und breit gibt es keinen Anbieter, den man als Fackelträger für eine neue Generation bezeichnen kann.

So gern die Analysten auch Muster herausfinden möchten, zeigt sich doch, dass einige der wahrgenommenen Trends absolut ins Leere laufen. Wenn sich, so wie viele argumentieren, heutzutage bei Einkäufen alles um Rationalisierung und Konsolidierung dreht, dann gilt aber auch, dass die Heterogenität weiterhin das einzig wahre Etikett für Server ist. In dem Maße, wie die Virtualisierung – in Form von Software, Server und Speicher – immer mehr an Boden gewinnt, werden die Unternehmen ermuntert, eine große Menge von Plattformen und Anwendungen beizubehalten anstelle sie wegzuwerfen.

In ähnlicher Weise werden wohl nur sehr wenige der risikoscheuen Blue-Chip-Firmen auch nur daran denken, ihr hart erkämpftes SAP und andere Unternehmensanwendungen in nichts anderem als großen alten Kisten verschwinden zu lassen, obwohl viele Leute unsere Zeit als eine Periode bezeichnen, da die Computermodelle mit “Scale-Out”-Server über die “Scale-Up”-Variante gesiegt haben.


Maulhelden der Branche

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Die Anbieter reißen das Maul wie eh und je auf, aber ihr Marketing-Gelaber wird nicht immer von harten Fakten untermauert. Microsoft glaubt, dass Unix für Windows das Feld räumt. Aber die Einrichtungen in der etwas unmodernen Welt des proprietären Unix sind recht solide – insbesondere für die AIX-Plattform von IBM – und das gleiche trifft auch für die Mainframes und das Computerwesen im Midrange-Bereich zu.

Die Verfechter von Linux verweisen auf ein schnelles Wachstum und deuten an, dass dies den Sieg von Open-Source über die kommerzielle Software bedeutet. Aber Windows wächst weiter – sowohl im Server- als auch im Client-Bereich.

Bei den Webdiensten sieht es so aus, dass sie bis jetzt eher ein Programmiermodell darstellen als einen Architekturwechsel. Das Gerede, dass Google Microsoft an sich reißen will, ist eine unbeschreibliche Marktschreierei – was weiß Google schon über kommerzielle Rechenzentren außer sein eigenes? Und was Suns Drängen auf mietbare Grid-Computing-Kapazitäten anbelangt, so bin ich außerhalb des eigenen Unternehmens auf keinen Fan davon gestoßen – trotz des ersten namentlich genannten Kunden, der vor Kurzem angekündigt wurde.


Tick away …

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Die Realität sieht so aus, dass sich die Serverwelt sehr langsam verändert, und wenn es zu Veränderungen kommt, beginnen sie gewöhnlich auf der untersten Ebene des Gesamtpakets, bevor sie in die höheren Regionen vordringen – man braucht sich nur Blades, Java, NT und das Ganze anzusehen.

Das Zeug, das ein Unternehmen am Laufen hält, wird nur einmal in einer ganzen Generation ausgewechselt und selbst dann kommt es nur zu einem schrittweisen Abbau der einzelnen Dienste. Alte Server sterben nie – es ist eher ein langsames Dhinvegetieren, bevor die Hardware ersetzt wird. Deren Zeit ist einfach irgendwann abgelaufen, und bei der Software dauert es im Unternehmensbereich oft noch länger.


Diskussion

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Die guten alten Kisten mit der noch älteren Software tun ihren Job noch – darüber können die Oldies der Branche noch gut diskutieren, etwa in unserem neuen IT-Frontal Retro-Weblog.

Aber was wird der neue Trend bei Unternehmenskommunikation wirklich? Wie in den vorherigen Kapiteln genannt: Es ist nicht so einfach, vorherzusehen, was Firmen brauchen. Auf jeden Fall ist es nicht immer das, was die Hersteller so von sich geben – ob Webservices, Rich Internet Applications, Cluster oder Sonstiges.

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