Polizei bedroht Infineon-Streikposten mit Schusswaffe

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Nach der Entscheidung für die Schließung der Münchner Infineon-Werke wollte die IG Metall wenigstens noch für hohe Abfindungen kämpfen. Gewerkschafter, die Streikbrecher am Betreten des Gebäudes hindern wollten, wurden mit Polizeigewalt zurückgehalten.

Der gestrige Polizeieinsatz gegen Streikende bei Infineon sei brutaler gewesen als bisher bekannt, berichtet der Internet-Service de.internet.com. Die Belegschaft schoss Fotos der brutalen Polizeiaktion, bei der ein Streikender von der Polizei zu Boden gedrückt wird – und sendete das Digitalfoto postwendend an Internet-Redaktionen, die sie veröffentlichen konnte.

Wie der Dienst berichtet, wurden zwei Infineon-Mitarbeiter vorübergehend verhaftet und erkennungsdienstlich behandelt. Den Angaben der Arbeitskämpfer zufolge soll ein Zivilpolizist im Gedränge sogar seine Schusswaffe gezogen und einen Streikposten bedroht haben. Der Polizei gelang es dennoch nicht, die Produktion wieder anlaufen zu lassen.

Die Produktion bei Infineon soll auch heute ruhen, eine Notbesetzung warte die Maschinen, gab das Management an. Der Gewerkschaft zufolge gäbe es keine Zugeständnisse an die Belegschaft beim Werk in München-Perlach – und das, obwohl der Konzern verbreiten würde, er sei gesprächsbereit. Morgen werden neue Verhandlungen stattfinden. (mk)

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