Wütende Chinesen drohen Google mit Boykott

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Google gerät zwischen die Fronten: China und Taiwan streiten sich seit langem darum, ob die Insel nur Provinz oder eigenständiges Land sei. Google gab Taiwan nach, was die Chinesen aufbrausen lässt.

Die britische Website TheRegister hat ein Händchen für das Aufspüren schwieriger Stoffe. Diesmal entdeckte sie den China/Taiwan-Komflikt neu.

Konkret geht es um den populären Karten-Service, den Google eingeführt hatte. Die Amerikaner markierten darauf ursprünglich Taiwan als Provinz von China. Michel Lu, Sprecher des Außenministeriums, hat das öffentlich als inkorrekt gebrandmarkt und Google verstärkt aufgefordert, Taiwan als Republik zu kennzeichnen. Nach einigem Hin und Her hat Google seine digitalen Landkarten entsprechend korrigiert.

Laut BBC rief das prompt die Chinesen auf den Plan: Peng Keyu, Generalkonsul in San Francisco, hat seine Enttäuschung der Sing Tao Daily-Zeitung in die Feder diktiert. Das Blatt behauptet, in Chatrooms Aufrufe militanter chinesischer Hacker gefunden zu haben, die zum Boykott von Google China aufrufen. Auch direkte Hacker-Angriffe auf die Site seien denkbar.

Google-Sprecherin Debbie Frost versucht, das Problem zu entschärfen und teilte der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua mit, dass es doch nur ein reguläres Update gewesen sei und keine direkte Aktion, um Taiwan zu gefallen. Ob das die Wogen glättet? (rm/mk)

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