Smartphones: Symbian gegen Windows
Wird Microsoft den Markt der Mobilgeräte beherrschen?

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Palms Treo Smartphone auf Windows-Basis könnte für Firmen attraktiv sein, die eine ausschließlich auf Microsoft gerichtete Strategie bevorzugen. Doch ist dies die richtige Wahl?

Mehr Symbian als Microsoft im Markt

Smartphones: Symbian gegen Windows

Bei all dem Brimborium, das in letzter Zeit um Palm und seine Ankündigung eines Treo Smartphones mit Windows Mobile gemacht wurde, ist der Gedanke, Microsoft hätte bereits alle Konkurrenten vom Markt gefegt – und in Zukunft würden alle drahtlosen Geräte mit Microsoft Software betrieben werden -, durchaus verzeihlich.

Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus. Laut Marktforschungsinstitut Canalys wurden über die Hälfte aller Mobilgeräte, die weltweit im zweiten Quartal diesen Jahres verkauft wurden, von Nokia hergestellt.

Dies heißt, dass in diesem Jahr eine Unmenge an mobilen Geräten mit einem Betriebssystem von Symbian verkauft worden ist. Die Menge wird nächstes Jahr wahrscheinlich noch zunehmen. Die große Masse davon wird wohl an Privatleute verkauft worden sein – und natürlich herrscht noch keine Klarheit darüber, welchen Umfang die Abnahme von Symbian-Produkten durch Großunternehmen jetzt hat und künftig haben wird.


Microsoft überredet die Firmen

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Microsoft ist ebenfalls hartnäckig. Das Unternehmen hat ein gutes Händchen dafür, bei Firmen entsprechende Überzeugungsarbeit zu leisten, Man sagt ihnen, dass sie Windows einfach haben müssen, um mit ihren Unternehmenssytemen zu kommunizieren – daher also Palm&aposs Entscheidung, einen Treo auf Windows-Basis einzuführen. Und gar nicht seltsam: das Gerät und seine Funktionen zielen besonderes auf die Unternehmenswelt.

Die Attraktivität der Windows-Mobile-Geräte ist unschwer zu erkennen. Sie vermitteln eben das beruhigende Gefühl von Windows – das man auch vom Aussehen her kennt – und das müsste schließlich auch bedeuten, dass sie kompatibler sind. Oder? Und außerdem: Wer ist schon jemals gefeuert worden, weil er Microsoft für seine Unternehmenssysteme gewählt hat?

Ein Pluspunkt der Microsoft Strategie ist ihre Fähigkeit, Windows-Mobilgeräte direkt mit E-Mail-Servern, die mit Exchange 2003 laufen, zu synchronisieren. Das vereinfacht vielen IT Abteilungen die Einrichtung eines mobilen Zugangs zu Mail, Kalender und Kontaktdaten. Außerdem wird Exchange 2003 mit seiner Ausgabe von Service Pack 2 bald in der Lage sein, den Push-Email Versand zu unterstützen.


Plattformübergreifende Alternativen

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Andere Anbieter von drahtloser Middleware, wie Intellisync, Extended Systems und Good Technology, benötigen einen speziellen Server dafür, der im Unternehmens-LAN installiert werden muss. Aber diese Firmen haben die Funktionen – über den “Personal Information Manager (PIM) hinaus – bereits erweitert, um noch andere Unternehmens-Anwendungen mobil verfügbar zu machen, die zur Unterstützung der Ingenieure im Außendienst, der Verkaufsteams und so weiter benötigt werden. Darüber hinaus unterstützen die mobilen Plattformen dieser Firmen einen größeren Bereich von Client-Geräten, einschließlich der Smartphones von Symbian, Handhelds von Palm und Treos sowie die Windows-Mobilgeräte und Telefone und anderes mehr.

Das ist wichtig und erlaubt den Unternehmen, sich mobile Clients zu suchen, die ihren Anforderungen entsprechen. Damit werden sie nicht gezwungen, nur diejenigen zu verwenden, die mit ihrer bestehenden Infrastruktur kompatibel sind.


Nicht vorschnell entscheiden!

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Ich habe den Eindruck, dass die IT-Mobilität der Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt und die Firmen sich noch recht unsicher sind, welche Technologie letztendlich vorherrschen wird – und auch, ob es jemals einen einzigen Standard geben wird. Es müsste also schon eine ziemlich tollkühne Firma sein, die bereit ist, sich in diesem Stadium völlig an eine einzige mobile Plattform zu binden.

Auch sind die Einkäufer auf Unternehmensebene weitgehend immun gegen die Kaufanreize für Verbraucher, die diese dazu verführen sollen, sich von ihrem Geld zu trennen. Die Unternehmen sind wesentlich stärker darauf orientiert, auf Eigenschaften zu bestehen, die einen konkreten Firmennutzen bieten.

Wenn sich herausstellt, dass Windows Mobile zur Wahl der Unternehmen wird, weil Microsoft die Kompatibilität mit den Back-End Systemen am besten bewerkstelligen kann – so sei es denn. Aber eine Lösung passt selten für alle und die Unternehmen sollten Alternativen nicht vorschnell über Bord werfen.


Diskussion

Smartphones: Symbian gegen Windows

Die Entscheidung für Unternehmenssysteme hat bereits bei Desktops Kriege ausgelöst: erst die Apple-gegen-Microsoft-Religionskriege, dann Linux gegen Windows. Und nun auch mobil. Symbian gegen Windows mobile.

Wie würden deutsche Unternehmen entscheiden? Viele wissen es noch nicht – und die Argumente für Windows oder Symbian dürften sich nahezu austarieren. Und die passenden Server-Architekturen?

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