Browser-basierte Web-Editoren
Website-Pflege unterwegs

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Der reisende Webmaster und der technophobe Webdesign-Kunde lieben sie gleichermaßen: Online-Editoren für das schnelle Update zwischendurch. Internet Professionell testet sechs Programme auf Herz und Nieren.

Die Anforderungen

Browser-basierte Web-Editoren

Wenn der moderne Hightech-Nomade von unterwegs seine Website ändern will, braucht er einen Browser-basierten Web-Editor. Nur so kann er von jedem Internet-PC aus seine Seiten bearbeiten. Die eigentliche Bedienoberfläche wird dabei auf dem Client in Javascript realisiert. Solche Lösungen gibt es zuhauf im Open-Source-Bereich: FCK Editor, HTML Area und wie sie alle heißen. Aber erst das passende Server-Skript macht daraus ein benutzbares Produkt. Denn was ist ein Editor ohne Datei öffnen? Richtig: ein Modul, keine Anwendung. Um sinnvoll einsetzbar zu sein, muss der Online-Editor mindestens Dateien lesen und schreiben können. Und damit die öffentliche Website nicht von Hinz und Kunz defacet werden kann, braucht es für den Schreibzugriff einen Passwortschutz. Mit diesen Mindestanforderungen trennt sich schnell die Spreu vom Weizen, und die Schar der Online-Editoren schrumpft von mehreren Dutzend auf weniger als zehn zusammen. Aus diesen hat Internet Professionell die interessantesten sechs ausgewählt und stellt sie in einem Vergleichstest gegenüber.


Können Sie mal eben …

Browser-basierte Web-Editoren

Wer Webseiten für Kunden gestaltet, kennt das Problem: Für jede kleine Änderung muss der Webmaster ran. Kunden haben meist weder einen HTML-Editor noch ein FTP-Programm, noch wissen sie überhaupt, was das ist. Auch hier sorgt der Online-Editor für Abhilfe. Der Kunde klickt einfach auf Bearbeiten und gibt sein Passwort ein. Schon kann er sein Impressum ergänzen, neue Preise und Produkte eintragen und so weiter und so fort. Damit der Kunde dabei nicht das Design kaputtmacht, sollte der optimale Online-Editor nicht nur über eine Rückgängig-Funktion verfügen, sondern auch Bereiche für die Bearbeitung sperren können. Alle Editoren im Test bieten diese Möglichkeit.


Server-Skripts

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Alle Produkte wurden auf handelsüblichen Shared-Hosting-Accounts mit Linux, Apache, Perl und PHP getestet. Fünf der hier vorgestellten Produkte sind in PHP programmiert, nur der Testsieger Editwrx setzt auf Perl. Bei den meisten Programmen muss beim Setup eine Einstellungsdatei editiert werden, nur Editwrx und der Webeditor 2005 bieten ein vollautomatisches Setup. Dabei werden alle nötigen Daten entweder von den Skripts selbst ermittelt oder in komfortablen Dialogen abgefragt. Am bequemsten haben es Windows-Benutzer mit Webeditor 2005. Dessen Setup wird nämlich auf dem Client gestartet und lädt automatisch die nötigen Dateien hoch. Bei Editwrx muss zunächst ein Installer hochgeladen werden der funktioniert dafür dann unabhängig von der Plattform des Clients. Leider gilt das nur für den Installer, der Editor ist dann doch auf Windows angewiesen.

Das gilt ohnehin für die meisten Kandidaten: Sie funktionieren nur unter Windows mit dem Internet Explorer 5 oder neuer. Wer in Hotels und Internet-Cafes arbeiten will, kann damit gut leben, denn dort ist diese Plattform Standard. Wer auch für Linux gerüstet sein will, dem bleibt nur Flyspeck. Das Programm belegt den dritten Platz im Test und ist vor allem für Webmaster gedacht, die nicht jede geringfügige Änderung für den Kunden selbst erledigen wollen. Flyspeck setzt genau wie Snippetmaster und Lime voraus, dass im Quelltext der zu ändernden Webseiten editierbare Bereiche definiert wurden. Wer komplette Seiten von unterwegs ändern will, kommt mit diesen drei Programmen nicht weiter.


Schnell startklar

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Das schnelle Update von unterwegs kann manchmal ganz schön lange dauern. Wie immer, wenn man über Netzwerk-Verbindungen hinweg arbeitet, können sich Wartezeiten ergeben. Die halten sich zum Glück in Grenzen. Selbst Webeditor 2005, der langsamste Kandidat im Test, braucht im Schnitt nur 27 Sekunden für den Start. So lange lässt auch manche Desktop-Anwendung den Benutzer warten.

Features

HTML kann jeder der Kandidaten editieren, auch den Quelltext machen bis auf Lime alle zugänglich. Webeditor 2005 kann zudem beliebige Dateien im Quelltext bearbeiten. So können auch Javascripts, CSS-Vorlagen und Java-Quellcode von unterwegs geändert werden. Webedit Pro dagegen weigert sich, andere als HTML-Dateien zu öffnen: Sie werden in der Dateiliste gar nicht erst angezeigt. Alle Programme erlauben es, Bilder einzufügen. Aber bei Lime, Flyspeck und Webeditor 2005 müssen die Bilddateien schon auf dem Server liegen, denn es gibt keine Upload-Funktion. Wer nur vorhandene Seiten ändern will, kann jedes der getesteten Programme benutzen.

Um auf die Schnelle aus einer vorhandenen Seite eine neue zu erzeugen, benutzt man in der Regel die Funktion Speichern unter. Die bieten aber nur Editwrx und Webeditor 2005.

Alle Programme im Test sind kostenpflichtig. Im Open-Source-Bereich ist kein Programm zu finden, das den Mindestanforderungen genügt. Die Preise in der Tabelle gelten jeweils für den Einsatz auf einer einzelnen Domain.


Fazit

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Alle Editoren in diesem Test eignen sich dazu, Webseiten von unterwegs zu bearbeiten. Lime bietet dabei die wenigsten Features, aber das coolste Design. Flyspeck ist der einzige Editor im Test, der auch Linux-Clients bedienen kann. Die einfachste Installation bietet Eschelbachers Webeditor 2005, die meisten Features der Testsieger Editwrx.

Nicht im Test

Nicht mehr in den Test geschafft hat es der Klassiker Snap-Edit, weil dessen Entwicklung im Frühjahr vom Hersteller eingestellt wurde. Die Lösung von Northclick dagegen ist nicht nur teuer, sondern kann auch nicht auf dem eigenen Webspace installiert werden. Pin-Edit von Pintexx wiederum scheint zwar sehr mächtig zu sein, bietet aber kein fertiges Produkt für Endanwender. Und sämtliche Module ohne eigene Speicherfunktion fallen ohnehin weg.


Editwrx 6.04

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Mit seiner Benutzerverwaltung und den vielen Features ist Editwrx schon eher ein Content-Management-System. Nach dem Upload des Installationsskripts lässt sich Editwrx problemlos interaktiv installieren und konfigurieren. Für den Administrator steht ein komfortables Backend zur Verfügung. Konfigurationsdateien müssen nicht von Hand bearbeitet werden. Editwrx bietet als einziges Programm im Test einen Standard-Dateidialog zum Öffnen einer Seite. Die Oberfläche des Editors bietet sauberes Wysiwyg. Von Text- und Absatzformaten über Tabellen bis hin zu Formularfunktionen steht alles zur Verfügung, was der moderne Webmaster braucht.

In der Benutzerverwaltung kann der Administrator jedem Mitarbeiter Zugriffsrechte erteilen. Die Rechte lassen sich auf Ordner, Dateien und Blöcke in einzelnen Seiten einschränken. Zudem kann jede Funktion des Editor-Fensters für einzelne Benutzer gesperrt werden. Er bekommt sie dann gar nicht erst zu sehen.

Trotz der unzähligen Features lohnt der Einsatz sich dank des günstigen Preises auch auf einer einzelnen Webseite. Webmaster, die Editwrx nur für den eigenen Bedarf einsetzen, brauchen sich um die Benutzerverwaltung nicht weiter zu kümmern. Sie tragen sich selbst beim Setup als Admin ein und dürfen alles verändern.

Fazit. Editwrx lässt keine Wünsche offen. Von der komfortablen Installation über die intuitive Bedienung bis zur Mehrbenutzerfähigkeit zeigt sich durchgängig: Dieses Programm ist wirklich ausgereift.

Ranking: 89%
Hersteller: Wrxware
Preis: 29 Dollar


Webedit Pro 5.2

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Wer will, kann mit dem Online-Editor aus Australien nicht nur vorhandene Websites pflegen, sondern auch neue aufbauen. Bevor der Admin das Programm auf den Webserver hochlädt, muss er die Datei
config.php bearbeiten. Darin werden unter anderem die Benutzer eingetragen. Jeder Benutzer erhält ein Passwort, ein Startverzeichnis und ein Bilderverzeichnis zugewiesen. Zudem können dort Ordner definiert werden, auf die der jeweilige Benutzer keinen Zugriff hat. Benutzerpasswörter werden in dieser Datei im Klartext gespeichert, was sicherheitsbewusste Administratoren stören dürfte.

Der Editor ist nicht der schnellste, er stellt aber eine gute Wysiwyg-Oberfläche zur Verfügung. Als einziges Programm im Test bietet Webedit Pro die Möglichkeit, den HTML-Quelltext aufzuräumen. Leider bringt diese Funktion im Test das Design durcheinander und lässt sich nicht rückgängig machen.

Webedit Pro kann neue Seiten auf der Basis von Vorlagen erzeugen. Diese finden sich auf dem Server im Programmordner von Webedit im Verzeichnis webedit_templates. Designer, die Webedit an Kunden weitergeben, können hier auch eigene Vorlagen hinterlegen. Die Vorlagen lassen sich in gesperrte und editierbare Bereiche unterteilen.

Fazit. Mit Webedit Pro legt Interspire einen gelungenen Online-Editor vor. Vom Testsieger trennen es aber die fehlende Unterstützung für PHP und Javascript sowie die kompliziertere Administration. Ein Pluspunkt ist die Möglichkeit, eigene Vorlagen an Kunden weiterzugeben.

Ranking: 77%
Hersteller: Interspire
Preis: 179 Dollar


Flyspeck 4.3

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Rund um das Open-Source-Programm FCK Editor ist Flyspeck aufgebaut. Das Programm unterstützt als Einziges im Test Flash.

Flyspeck zu Deutsch: Fliegenschiss tritt an, um den Webmaster vom täglichen Kleinkram zu entlasten. Wenn die Anwender für jede Kleinigkeit ihren HTML-Profi belästigen, wird es Zeit, in die meistgeänderten Seiten Flyspeck-Tags einzubauen. Lässt der Code innerhalb des Flyspeck-Tags sich im Browser rendern, dann startet der Editor mit Wysiwyg-Modus mit dem FCK Editor. Quellcode-Schnipsel werden im Textmodus bearbeitet. So kann beliebiger Code geändert werden: Head- und Body-Tags erscheinen auf Wunsch ebenso im Editor wie PHP, Javascript, Java oder Flash.

Einen Dialog zum Öffnen ganzer Dateien kennt Flyspeck nicht. Stattdessen geht der Benutzer mit dem Browser zu der Seite, die er ändern will, und klickt dann einen Trigger-Link an. Nachdem er das Passwort eingegeben hat, erscheinen weitere Trigger-Links, die die editierbaren Bereiche schließlich im Editor öffnen.

Bis hin zum Word-Import fehlt keine Funktion. Flyspeck ist für die Pflege vorhandener Seiten geeignet. Neue Seiten kann man mit dem Programm nicht erzeugen. es hat auch keine Benutzerverwaltung. Statt dessen werden in der config.php Passwörter für editierbare Ordner gespeichert.

Fazit. Wer darauf verzichten kann, ganze Seiten zu bearbeiten, findet in Flyspeck einen guten Online-Editor. Ist Linux auf dem Client gefordert, ist Flyspeck ohnehin die einzige Lösung.

Ranking: 75%
Hersteller: Flyspeck
Preis: 40 Dollar


Webeditor 2005

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Der Online-Editor aus München lässt sich dank Windows-Installer konkurrenzlos einfach installieren und in Betrieb nehmen. So einfache Installationen findet man im Online-Bereich selten: Das Programm wird als Windows-EXE geliefert. Diese enthält einen FTP-Client und komfortable Assistenten. Das Programm kennt keine Benutzerverwaltung. Es legt nur ein einziges Passwort an, das aber immerhin verschlüsselt. Wer mehr will, kann Ordner mit .htaccess-Dateien versehen und darin Schreibrechte für bestimmte Benutzer anlegen.

Das Programm bietet eine zweigeteilte Ansicht. Links ist der Dateibaum der Website zu sehen. Darin kann man HTML- oder Textdateien zur Bearbeitung im rechten Fenster anklicken. Dateien im CSS-, PHP- oder einem anderen Ascii-Format öffnet der Editor im Quelltext-Modus, leider ohne jeden Komfort. Syntax-Hervorhebung oder Zeilennummern sucht man vergeblich. Für HTML-Dateien gibt es einen Wysiwyg-Modus. Der Editor kennt die Cut/Copy/Paste-Funktionen, aber keinen Rückgängig-Button. Neue Dateien können per Speichern unter aus vorhandenen erzeugt werden. Bilder lassen sich problemlos einfügen, auch wenn sie noch nicht auf dem Server vorhanden sind. Die Upload-Funktion ist im Bild-Dialog versteckt.

Fazit. Dank der einfachen Installation und der ausführlichen deutschen Dokumentation kommen auch Einsteiger leicht mit Eschelbachers Webeditor klar. Der Editor selbst ist durchschnittlich.

Ranking: 67%
Hersteller: Eschelbacher Enterprises
Preis: 98 Euro


Snippetmaster 1.0.1.1

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Der Schnipselmeister bearbeitet nur einzelne Bereiche von HTML-Seiten. Das schützt vor versehentlichen Änderungen. Vor dem Upload der Skriptdateien müssen in der Datei config.inc.php einige Zeilen manuell geändert werden. Um Ordner vor Änderungen zu schützen, lässt sich eine Liste gesperrter Verzeichnisse angeben. Zu guter Letzt kann man hier den Passwortschutz einschalten und den einen Benutzer, den Snippetmaster verwalten kann, eintragen. Das Passwort wird im Klartext gespeichert.

Wie bei Flyspeck und Lime müssen die HTML-Seiten vorbereitet werden, damit in Snippetmaster editierbare Bereiche erscheinen. Pro Seite ist nur ein editierbarer Bereich erlaubt. Um eine Datei zu öffnen, muss man zunächst einen Ordner aus einer Pulldown-Liste wählen. Nur wenn Snippetmaster editierbare Schnipsel in dem Ordner findet, erscheint eine Pulldown-Liste, aus der man dann die entsprechenden Dateien auswählt.

Im Wysiwyg-Modus sieht man ungefähr, was man später bekommt, aber leider nicht genau. Der Editor lässt sich zwischen HTML- und Quellcode-Modus umschalten. Buttons für Ausschneiden/Kopieren/Einfügen sowie für Rückgängig/Wiederherstellen bieten etwas Komfort. Das Programm kann vorhandene Tabellen bearbeiten, aber keine neuen erzeugen.

Fazit. Snippetmaster ist ein brauchbarer Online-Editor für das schnelle Update zwischendurch. Insgesamt bietet das Programm aber zu wenig. Auch der Preis ändert daran nichts, denn der Testsieger kostet auch kaum mehr.

Ranking: 63%
Hersteller: Henri Straforelli
Preis: 25 Dollar


Lime 1.0.9

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Der niederländische Online-Editor besticht vor allem durch sein cooles Design und die spielend einfache Benutzung. Lime wurde nach dem Motto »weniger ist mehr« entwickelt. Daher bedeutet der Name: Less Is More Editor. Und tatsächlich bietet Lime von allen getesteten Online-Editoren die wenigsten Funktionen. Man kann Bereiche ausschneiden, kopieren und einfügen. Bei gedrückter Umschalt-Taste wird Text ohne Formatierungen eingefügt. Text lässt sich fett, kursiv, in verschiedenen Größen, Farben und Hintergrundfarben formatieren. Absätze können rechts- und linksbündig sowie zentriert formatiert werden.

Einen Rückgängig-Knopf kennt das Programm nicht, aber wer bei gedrückter Umschalt-Taste auf Speichern klickt, stellt den ursprünglichen Zustand der Seite wieder her. Zu guter Letzt kann man noch Links und Bilder einfügen und die Seite speichern das wars.

Lime hat es trotzdem in diesen Test geschafft, weil es sehr leicht zu benutzen ist und eben die essenziellen Funktionen mitbringt. Die schlichte Toolbar des Programms erscheint schwebend über der Seite. Lime kann keine ganzen Seiten bearbeiten, sondern immer nur vorbereitete Blöcke, die durch spezielle Tags gekennzeichnet sind. Das Programm kann mehrere Benutzer verwalten. Editierbare Blöcke lassen sich überall auf der Website Benutzern zuweisen.

Fazit. Schade wenn Lime
nicht so unverhältnismäßig teuer wäre, könnte man es wegen seiner schlichten Eleganz empfehlen.

Ranking: 59%
Hersteller: Q42
Preis: 400 Euro


Empfehlung der Redaktion

Browser-basierte Web-Editoren

Editwrx ist das ausgereifteste Programm im Test. Die Wysiwyg-Oberfläche ist so einfach wie Word. Sie bietet alle Formatierungsoptionen, die der Webdesigner braucht. Mit der integrierten Benutzerverwaltung kann jedem User eine Liste von Seiten zugewiesen werden, die er bearbeiten darf. Für alle Einstellungen stehen komfortable Dialoge zur Verfügung.