Siemens-Handys: BenQ erhöht Druck auf Zulieferer

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BenQ will die defizitäre Handysparte von Siemens schon in den ersten 12 Monaten nach der Übernahme aus den roten Zahlen führen. Um das zu erreichen, erhöht der Konzern den Druck auf die Zulieferer wie den deutschen Chiphersteller Infineon.

BenQ greift durch: Die Zulieferer der früheren Siemens-Handyproduktion düfen sich nicht mehr auf alte Seilschaften ehemaliger Siemens-Konzerne verlassen. “Sie müssen extrem wettbewerbsfähige Komponenten liefern, die einen geringeren Entwicklungsanteil von uns erfordern”, sagt BenQ Mobile-Chef Clemens Joos im Gespräch mit der “Welt am Sonntag” mit Blickrichtung auf Infineon. Außerdem werde BenQ keine langfristigen Verträge mehr abschließen. “Die Entwicklung in unserem Geschäft ist so dramatisch, dass man nicht mehr für ein Jahr eine Vereinbarung treffen kann”, erklärte Joos.

Zwei Wochen nach dem Start des operativen Geschäfts kündigt Joos an, dass der Breakeven schon für das kommende Jahr geplant sei. “In den nächsten sechs Monaten haben wir einen rauen Ritt vor uns”, so Joos.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Forschung und Entwicklung stärker ins Ausland verlagert werden. Derzeit fänden rund 40 Prozent der F&E in Niedriglohnländern statt, 60 Prozent in Deutschland. “Wir werden dieses Verhältnis umkehren”, sagt Joos. Die Belegschaft in Deutschland soll trotzdem ausgebaut werden, da die früher nach außen vergebene Entwicklung wieder verstärkt in den Konzern geholt werden soll.

Den Schwerpunkt der deutschen Standorte, und dabei vor allem von Kamp-Lintfort, sieht Joos in den Innovationsstrukturen. In Asien wolle man die Fertigungsstätten des taiwanischen Mutterkonzerns zur lohngünstigeren Produktion nutzen. “Diese hygienische Trennung wird uns auf der Kostenseite helfen”, sagte Joos der Welt am Sonntag.

Derzeit hat die Handysparte von Siemens einen Marktanteil von fünf Prozent, der Markenwert hat unter den tiefroten Zahlen gelitten. “Als die Übernahme feststand hat, sich das wieder geändert. Die Bestellungen haben sich inzwischen wieder verdoppelt”, so Joos. Die Marke Siemens kann von BenQ noch weitere 18 Monate genutzt werden, im Frühjahr 2006 sollen Geräte unter dem Namen BenQ-Siemens auf den Markt kommen, diese Doppelmarke darf fünf Jahre lang geführt werden. “Sobald die Markenwerte von Siemens auf BenQ übergegangen sind, werden wir uns von der Marke Siemens lösen”, kündigt Joos an. (mk)

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