Erstes Wimax-Funknetz
Start für Wimax

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Als UMTS-Killer und WLAN-Nachfolger wurde Wimax bekannt. Jetzt ist die Technik da und kann zeigen, was sie leistet vorerst aber nur in Heidelberg.

Wimax nur für Business-Kunden

Erstes Wimax-Funknetz

Das erste kommerzielle Wimax-Funknetz (IEEE 802.16, World Interoperability of Microwave Access) ist Ende August in Heidelberg an den Start gegangen. Mit einem einzigen Sendemast kann der Anbieter, die Firma Deutsche Breitbanddienste, das ganze Heidelberger Stadtgebiet abdecken und so Geschäftskunden den Maxxtelekom genannten drahtlosen Internetzugang anbieten.

Die Technik des Sendemasts basiert auf Intels Rosedale-Wimax-Chipsatz. Zwar wäre der Service auch für private Endkunden tauglich. Da Heidelberg aber über eine sehr gute DSL-Abdeckung verfügt, wolle man Wimax aufgrund der besseren Margen nur für Businesskunden anbieten. Zudem ist die im Vergleich zu DSL höhere Ausfallsicherheit es gibt keine Kabel, die durch Beschädigungen durch Bauarbeiten gefährdet sind hauptsächlich für Geschäftskunden interessant.


Wimax ist WLAN überlegen

Erstes Wimax-Funknetz

Preise konnte DBD-Geschäftsführer Fabio Zofi noch nicht nennen. Fest stehen jedoch bereits die verfügbaren Bandbreiten für die Wimax-Flatrates: 1,5 oder 2,5 oder 3,5 MBit pro Sekunde synchron, also in Sende- und Empfangsrichtung. Auf Wunsch können Kunden aber auch bis zu 8 MBit pro Sekunde in Anspruch nehmen. Theoretisch wären auch bis zu 155 MBit/s möglich.Der Kunde muss lediglich eine Außenantenne montieren und in Richtung der Provider-Antenne ausrichten. Eine Sichtverbindung zwischen beiden Standorten ist dabei nicht nötig.

Wimax ist damit WLAN hinsichtlich Reichweite und Datendurchsatz im Prinzip klar überlegen. Außerdem bekommt der Kunde von DBD noch eine Art Modem, das auch außen am Haus montiert werden kann. Es soll in Kürze aber auch weniger robuste und hübschere Geräte für den Inneneinsatz geben.


Auch für VoIP sehr interessant

Erstes Wimax-Funknetz

Da der Wimax-Standard eine Priorisierung von Sprachdiensten vorsieht, kann die DBD ihren Kunden QoS (Quality of Service) für VoIP bieten. Über WLAN ist das nicht möglich, da die IEEE802.11-Standards von QoS nichts wissen. DBD will noch 2005 dafür sorgen, dass die Wimax-Kunden ihre Festnetznummern zum VoIP-Dienst mitnehmen können. Außerdem sollen im Lauf des Jahres weitere Städte erschlossen werden. Welche und wann, wollte DBD-Geschäftsführer Zofi aber noch nicht verraten.

Die Marktforscher von Forrester stecken Wimax jedenfalls in die gleiche Schublade wie UMTS: Viele Versprechungen, wenig Umsetzung in den kommenden Jahren. Einzig in Ländern wie Russland, Indien oder Brasilien wird sich Wimax laut nach Ansicht der Marktforscher in der Fläche als DSL-Ersatz durchsetzen. Insbesondere in Europa könnte die starke DSL-Verbreitung und das regulatorische Chaos rund um Wimax-Frequenzen die Verbreitung der neuen Funktechnik behindern.