Farblaser drucken eine Million Seiten
Aus dem Dauertestlabor

DruckerKomponentenWorkspace

Müde bin ich, geh zu Ruh? der bisher größte Dauertest der PC-Professionell-Geschichte geht zu Ende. Noch 20000 Seiten müssen die sieben Farblaser drucken dann ist die Schallmauer von einer Million Seiten durchbrochen.

Bis an die Leistungsgrenze

Farblaser drucken eine Million Seiten

Es ist hart, es ist an der Grenze des Machbaren und es findet mitten in München statt. Sechs Monate lang mussten sieben Farblaser beweisen, dass sie auch Dauerbelastungen aushalten. Eine Million Seiten sind das Ziel nur 20000 Seiten fehlen noch.

Die Labormitarbeiter achten darauf, dass die Farbprinter ideale Voraussetzungen vorfinden. Beispielsweise bestes Papier (Marke: Color Copy) und per Klimaanlage gekühlte Räume. Doch die schraubenbrechende Dauerbelastung brachte alle Testkandidaten an die Leistungsgrenze. Kein Farblaser, der nach sechs Monaten nicht deutliche Verschleißerscheinungen zeigt.


Knirschen und Knarzen…

Farblaser drucken eine Million Seiten

Schon akustisch wird deutlich, dass die Farblaser bei weitem nicht mehr so rund laufen wie am Anfang. Es quietscht, knarzt und knirscht in sämtlichen Druckwerken. So erinnert das Arbeitsgeräusch des Konica Minolta an eine schlecht geölte Pfeffermühle schuld war ein defektes Getriebe. Eine gebrochene Transportrolle (Second Transfer Roller) brachte zudem den Papiertransport zum Erliegen. Auch der Lexmark-Kandidat verlangte wegen häufig auftretender Papierstaus nach einem Technikereinsatz. Der Techniker stellte als Stau-Ursache einen schrägen Papiereinzug fest. Der Austausch der Bauteile, die für den Papiertransport zwischen Schublade und Druckwerk verantwortlich waren, schaffte Abhilfe.

Viel Aufmerksamkeit in den letzten Wochen erforderte der Kyocera-Drucker. So brach ein Stäbchen ab, das der Anwender für die Reinigung der Linsen herausziehen muss ähnlich wie beim Auto zum Überprüfen des Ölstands. Die Reinigungsstäbchen sind aus labilem, dünnem Plastik nur eine Frage der Zeit, bis der Anwender Einzelteile in der Hand hält. Ungünstigerweise druckt der Kyocera ohne den ordnungsgemäß eingeschobenen Reinigungsstab nicht mehr. Somit verursacht ein nur wenige Cent teures Teil den Ausfall eines hochwertigen Farblasers.


Bildtrommel-Defekte

Farblaser drucken eine Million Seiten

Als Achillesferse des Ricohs entpuppte sich die Bildtrommel. Die Bildtrommel-Defekte verursachten starke Streifenbildung im Druck. Zwar ist die Bildtrommel ein Verschleißteil, allerdings nutzte diese sich laut Ricoh-Techniker schneller ab als kalkuliert. In puncto Papierstau machte der Ricoh hingegen kaum Schwierigkeiten.

Sollte auf der Zielgeraden nicht noch ein massiver Fehler auftreten, wird allerdings die Xerox-Maschine neben dem HP-Drucker als der zuverlässigste Farblaser die Zielgerade überschreiten. Der Wartungsaufwand war im Vergleich zur Konkurrenz minimal nur die Reinigungsrolle musste als Verschleißteil mehrfach ausgetauscht werden. Die Arbeitsgeräusche des Druckwerks verraten aber, dass auch der Xerox mechanisch Abnutzungserscheinungen zeigt. Der Solid-Ink-Drucker arbeitet nun deutlich lauter als zu Beginn.


Auf dem Trockenen

Farblaser drucken eine Million Seiten

Neben dem Farblaser testet PC Professionell Tintenstrahldrucker im Dauertest. Mit dabei sind die Verkaufsschlager aus 2004 und 2005. Ziel des Tests: Den tatsächlichen, praxisnahen Tintenverbrauch der Geräte zu ermitteln. Allerdings durchkreuzte defekte Hardware und eingetrocknete Tinte die regulären Verbrauchstests. Anfangs fiel der Epson Stylus C66 wegen verstopfter Düse aus, beim Epson R800 muss schon nach einer Woche Standzeit eine tintenintensive Druckkopf-Reinigung durchgeführt werden. Auch die beiden Lexmark-Testkandidaten tendieren nach einer Standzeit zum Streifendruck und müssen gereinigt werden.

Bisher ohne Probleme arbeiten die Canon-Testgeräte. Auch die HP-Photosmart-Drucker 7450 und 8150 drucken bislang streifenfrei. Allerdings handelt es sich um Ersatzgeräte, beide Modelle mussten wegen Hardware-Defekten schon zu Beginn des Tests ausgetauscht werden.

Als Testergebnis lässt sich festhalten: Nicht die automatischen, vom Hersteller empfohlenen Reinigungszyklen und Kalibrierungen sind in der Praxis Tintenfresser sondern die Zusatzreinigungen der Druckköpfe wegen eingetrocknete Tinte.