Betriebssystem: Linspire 5.0
Insel zwischen Windows und Linux

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Linspire 5 soll Windows-Nutzer zum Umstieg auf Linux bewegen. Die Software überzeugt vor allem durch die Desktop-Firewall. Doch kann Linspire Windows den PC-Desktop streitig machen?

Testbericht

Betriebssystem: Linspire 5.0

Als »das einfachste Linux der Welt« soll die Software in erster Linie Windows-Nutzer zum Umstieg bewegen. Das dürfte schwierig werden, denn im PCpro-Test offenbaren sich einige Schwächen.

Die Installationsroutine arbeitet zwar schnell durchschnittliche Dauer rund 20 Minuten jedoch werden alle Probleme einfach übersprungen. Und davon gibt es einige: Mit dem WLAN-Adapter von Netgear kann Linspire etwa ebenso wenig anfangen wie mit dem TDK-Bluetooth-Modul. Wo andere Linux-Distributionen mit eigenen Konfigurations-Tools nachhelfen, hat Linspire keine Alternativen im Angebot. Stattdessen lockt man Nutzer in das spartanische KDE-Kontrollzentrum Einfachheit Fehlanzeige.

Beim Thema Sicherheit verhält sich Linspire halbherzig. Die Installationsroutine bietet etwa die Möglichkeit, ein Administrator-Passwort einzurichten, zwingend ist es jedoch nicht. Der Hinweis auf ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten fehlt zudem so arbeiten Linspire-Nutzer immer als Admin und tappen damit in die gleiche Sicherheitsfalle wie ihre Windows-Kollegen.


Pluspunkt: Desktop-Firewall

Betriebssystem: Linspire 5.0

Die Desktop- und Internet-Konfiguration überzeugt hingegen im Test. Die verwendete KDE-Oberfläche ist nicht mehr taufrisch, aber gut voreingestellt und schnell in der Bedienung. Nutzer von Routern sind per DHCP ohne Einrichtung sofort online, und auch die Einwahl per DSL-Modem klappt im PCpro-Labor auf Anhieb. Pluspunkt bei Linspire: Eine Desktop-Firewall ist auch ohne Zutun des Nutzers aktiv. Als Standardbrowser setzt Linspire den nicht ganz aktuellen Mozilla 1.6 ein. Als Office-Paket liegt Open Office 1.1.2 bei, daneben überzeugt nur der Webseiten-Editor NVU.

Überhaupt ist die Software-Ausstattung dürftig. Mit im Paket liegt ein Registrierungs-Key für den Click-and-Run-Dienst (CRN), der Updates und Zusatz-Software für Linspire-Nutzer anbietet. Rund 2200 zum größten Teil kostenpflichtige Zusatzprogramme gibt es hier. Nach einem Jahr läuft die Mitgliedschaft ab und ist für rund 50 Euro verlängerbar. Ansonsten ist der CRN-Zugang gesperrt. Am einfachsten probiert man Linux mit einer Live-CD wie Kanotix aus.


Testergebnis

Betriebssystem: Linspire 5.0

Hersteller: Linspire
Produktname: Linspire 5.0

Internet: Linspire Homepage
Preis: 70 Euro (Aktuelle Software im testticker.de-Softwareshop)

Das ist neu
– Desktop-Firewall
– angepasster KDE-Desktop
– Live-CD-Modus

Systemvoraussetzungen
Prozessor: Pentium 4/1000
Arbeitsspeicher: 256 MByte
Festplatte: 4 GByte

Fazit
Schwache Linux-Distribution, die für den Preis zu wenig Funktionen und Software bietet und so Windows den PC-Desktop nicht streitig machen kann.

Gesamtwertung: ausreichend
Leistung (50%): ausreichend
Ausstattung (30%): ausreichend
Bedienung (20%): gut