MP3 aufnehmen & speichern
Musik auf die Platte bannen

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So schräg der Sound ist – MP3 macht eine Datei draus. zum Brennen, Kopieren und Mitnehmen. Das klappt mit Platten, Tonbändern, CDs, DVDs oder Internet-Radio.

MP3-Player

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Zu Hause spielt die Stereoanlage, für unterwegs gibt es das Autoradio, im Büro steht ein Rekorder, selbst beim Joggen oder am Strand muss niemand auf die aktuellen Hits von »Coldplay« und »50 Cent« verzichten. Musik ist überall. Kein Wunder bei den winzigen Abspielgeräten! MP3-Player sind nicht größer als ein Feuerzeug, federleicht und spielen trotzdem viele Stunden lang weitaus länger, als für ein Sonnenbad anzuraten ist.
Wie kommt nun das aktuelle »Coldplay«-Album auf die Festplatte und später dann auf den MP3-Player? Rippen heißt das Zauberwort. Darunter versteht man das digitale Auslesen von Audiodaten, um sie anschließend in das Platz sparende MP3-Format einzudampfen. Das ist für den Privatgebrauch legal, solange durch diesen Vorgang ein bestehender Kopierschutz weder ausgehebelt noch umgangen wird.

Info: Live zelebriert Marilyn Manson ein Gruseltheater, das an die Tradition der Shows von Kiss oder Alice Cooper anknüpft. Der große kommerzielle Durchbruch gelang seiner Band 1998 mit dem Album »Mechanical Animals«.

PROMIS IN DEN MUND GELEGT
Mein Optiker behauptet, ich sei nicht normal. dabei ist es die Krawatte, die nicht zu meinem Lipstick passt.


CD rippen

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Was der Ripper braucht, ist zunächst ein ganz normales CD- oder DVD-Laufwerk im PC. Eine Reihe kostenloser MP3-Encoder (zum Beispiel Lame) und die entsprechenden Audio-Ripper (wie Exact Audio Copy und CDex) sind rasch aus dem Internet heruntergeladen. Der Großteil dieser Programme bietet einen Installationsassistenten, der dabei behilflich ist, die optimalen Einstellungen zu finden. Viele Audio-Ripper haben Funktionen, die die eingelegte CD erkennen, die Tracks automatisch nach den Interpreten sowie Titeln benennen und bequem auflisten. Diese Online-Abfrage erspart das mühsame Eintippen der Titelnamen. Nach der Auswahl der gewünschten Tracks legt der Ripper die Kompressionsstärke fest, und die Software extrahiert die Musikstücke binnen weniger Minuten. Es gibt sogar schon Brennprogramme, die das ebenfalls können. Darüber hinaus steht kommerzielle Software parat, die Playlists anlegt, Alben archiviert, die MP3-Kollektion verwaltet, den Klang optimiert, Cover druckt und noch einiges mehr kann. Einmal auf der Festplatte, kopieren der Windows Explorer oder spezielle Zusatzprogramme die gerippten Songs auf einen angeschlossenen Player.

Bild: Seit 2001 veröffentlicht Prince wieder unter seinem ursprünglichen Namen, hat allerdings bis 2004 den Vertrieb komplett selbst übernommen. Einige seiner Platten waren nur über das Internet oder spezielle Plattenläden zu beziehen. Mit »Musicology« kehrte der Exzentriker im Jahr 2004 wieder zum herkömmlichen Vertriebsweg zurück. Bild Sherly Nields, Sony BMG Music Entertainment


Ohne Umweg

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Ohne Umweg über den PC geht es ebenso. Einige MP3-Spieler können die Musik gleich direkt aufnehmen. Hat das Gerät die dafür nötige Line-in-Buchse, verbindet es sich über ein Audiokabel mit der Stereoanlage beziehungsweise dem Verstärker und nimmt die abgespielte Musik in Echtzeit auf. Ein Großteil dieser Geräte wandelt dabei bereits mit der gewünschten Bitrate ins MP3-Format um.
Wer seine alten Schallplatten in Dateien verwandeln will, verbindet den Plattenspieler über einen Phono-Vorverstärker mit der blauen Line-in-Buchse der Soundkarte oder wählt mittels gängiger Audiokabel eine Verbindung zwischen Stereoanlage (Rec-out- beziehungsweise Tape-out-Ausgang) und PC (blaue Line-in-Buchse).

Schallplatte als WAV-Datei

Sobald die Schallplatte läuft, nimmt der Rechner die Tonsignale auf und speichert sie als unkomprimierte WAV-Datei. Die nötige Software dafür liegt in der Regel der Soundkarte bei oder steht ohnedies kostenlos im Netz, beispielsweise die Freeware ALC-Record. Spezielle Audio-Restaurierungsprogramme helfen außerdem dabei, schallplattentypische Störgeräusche wie Knistern zu entfernen, bevor der Song ins MP3-Format schrumpft und reif für den Digitalplayer ist.

Bild: Gwen Stefanis erstes Soloprojekt war »Love Angel Music Baby«, das eine musikalische Bandbreite von Wave bis Hip-Hop präsentierte. Inzwischen wurde sie mit Grammy Awards und vier Platin-Alben ausgezeichnet. Bildinfo: Lorenzo Agius Universal Music Deutschland


Soundkartenaufnahme

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Der analoge Weg über ein Audiokabel ist eine weitere Möglichkeit, MP3s auf die Platte zu bekommen. Bessere Soundkarten haben häufig Cinch-Eingänge für derartige Aufnahmen. Es klappt aber auch mit günstigeren Kartenmodellen, die über einen kleinen Klinkeneingang und ein spezielles Kabel Anschluss an ein Tapedeck, einen Plattenspieler (Phono-Vorverstärker) oder eine Hi-Fi-Anlage finden. Dieser Weg eignet sich übrigens auch für die Aufnahme von kopiergeschützten Audio-CDs, da der Gesetzgeber hier Lücken gelassen hat: Es ist zwar verboten, Kopierschutzmechanismen bei Audio-CDs digital zu umgehen (zum Beispiel über ein hochwertiges CD-ROM-Laufwerk oder entsprechende Software), aber auf analogem Weg ist es immer noch erlaubt, die Songs zu überspielen.
Das Aufzeichnen von Musik aus Internet-Radiosendungen ist für den Eigengebrauch legal und bietet eine fast unerschöpfliche Quelle von Hits im MP3-Format. Die Songs darf der Hörer für sich selbst auf die Festplatte mitschneiden und anschließend auf CDs brennen. Mit dem Kauf der Speichermedien (Audio-CD-Rohlinge), die sich für eine Vervielfältigung eignen, ist die Urheberabgabe bereits gezahlt.

Bild: Nach einer Pause von vier Jahren legten die kalifornischen Punker Green Day ihr erfolgreichstes Album vor. »American Idiot« ist quasi die erste Punkrockoper der Popgeschichte. Bildinfo Warner Music Gruop Germany


Webradios

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Webradios gibt es im Internet zu tausenden. Sie senden täglich und meist nonstop Musik. Für jeden Geschmack finden sich die passenden Sender, die oft gänzlich auf Werbung und Moderation verzichten. Das Portal mit den meisten Internet-Radiostationen ist www.shoutcast.com. Es wird von Nullsoft betrieben, der Entwicklerfirma von Winamp. Die Shoutcast-Website ist eine ideale Anlaufstelle; sie sendet Streams im Platz sparenden MP3-Format. Spezielle Software splittet dabei die Radiostreams in einzelne MP3-Tracks auf und speichert sie automatisch in einem gewünschten Verzeichnis. Die meisten Programme sind in der Lage, mehrere Sender gleichzeitig zu streamen.

Kostenpflichtige Downloads
Bezahl-Portale wie iTunes, Musicload und Sony Connect, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen, sind eine weitere gute Quelle. Mit diesen Angeboten kommt jeder zurecht: den Titel und/oder den Interpreten ins Suchfeld auf der Website des Anbieters eingeben, die Eingabetaste drücken fertig. Bei iTunes braucht der Hörer zum Stöbern und Kaufen eine spezielle (kostenlose) Software. Die Suche ist hier ebenso einfach, schnell und gut. In der Regel besteht die Möglichkeit, in die Songs vorher hineinzuhören; der Download startet dann, sobald der Kunde bezahlt hat. Einzelne Musiktitel lassen sich für den persönlichen Gebrauch auf unbegrenzt viele CDs brennen, auf unbegrenzt vielen MP3-Playern abspielen und auf bis zu fünf Macintosh-Computern oder Windows-PCs wiedergeben. Die iTunes-Software funktioniert auf beiden Plattformen problemlos.

Verschlüsselte Musik
Die meisten Musikportale bieten Musik zum legalen Herunterladen
nur verschlüsselt an. Das heißt: Ein digitales Rechtemanagementsystem (DRM, Digital Rights Management) kontrolliert die Nutzung und legt genau fest, auf wie vielen PCs der Käufer die Datei abspielen, wie oft er sie auf einen Player übertragen und auf eine Audio-CD brennen darf. Die Spanne beim Brennen reicht von zehn Mal (Musicload) bis zu iTunes, das überhaupt keine Grenzen setzt. In jedem Fall funktioniert Folgendes: Wer die Songs ins Audio-CD-Format konvertiert, kann danach frei über sie verfügen um DRM muss er sich überhaupt keine Gedanken mehr machen. Der unumgängliche Qualitätsverlust bei einem erneuten Komprimieren, zum Beispiel in MP3, ist dabei recht gering.
Bezahlt wird meist per Karte (Kredit oder EC), per Lastschrift oder Firstgate. AOL rechnet über den Kundenaccount ab, bei Musicload von T-Online kann der Kunde über die Telefonrechnung bezahlen. Nachholbedarf besteht bei einigen Portalen in Sachen Audioqualität und bei der Transparenz ihrer Nutzungsbedingungen, denn bei den meisten Anbietern unterscheidet sich der Umfang der Rechte je nach Herkunft der Songs. Auch bei den Preisen zwischen 0,99 Euro pro Titel bei iTunes und durchschnittlich 1,32 Euro bei Musicload wäre eine Korrektur nach unten wünschenswert.

Bild: Alicia Keys passt in keine Schublade. Eine junge Schwarze, gestylt wie eine Rap-Queen, spielt Beethoven am Klavier, leitet mit ein paar Jazz-Harmonien zu einer Hymne namens »Fallin« über und singt sich die Sehnsucht von der Seele. Bildinfo: Sony Music Entertainment


Urheberrecht

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Eigentlich ließen sich auch DVDs problemlos rippen, wenn es nicht das neue Urheberrecht gäbe, das diese Aktion und den Gebrauch der dafür nötigen Software verbietet. Denn DVDs besitzen seit jeher einen Kopierschutz, an dem niemand rütteln darf. Abhilfe schafft hier eine so genannte virtuelle Soundkarte, die genau das Audiosignal ergibt. So gelingen beispielsweise Aufnahmen von Sounds aus Spielen oder Streams. Gespeichert wird im WAV- oder MP3-Format.
Die MP3-Wiedergabe belastet zwar den Prozessor des Computers, stellt aber aktuelle Rechner kaum vor Probleme. Sogar ein alter Pentium 100 würde schon ausreichen. In der Regel ist es aber so, dass parallel neben der Aufnahme noch andere Programme arbeiten.


CDs brennen

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MP3s auf CD oder DVD zu brennen ist heute kein Kunststück mehr. Software wie Nero oder Feurio schreibt die Daten direkt als Audio-CDs. Einige Brennprogramme verarbeiten allerdings nur WAV-Dateien. In diesem Fall ist vor dem Brennvorgang die Umwandlung der MP3s nötig.
Richtig mobil ist Musik als Datei erst geworden, seit es portable Player gibt. Diese Alleskönner lassen sich zum Teil mit wenig Zubehör auch im Auto oder zu Hause an der Hi-Fi-Anlage betreiben. Bei den portablen Modellen hat der Kunde die größte Auswahl, und es bestehen gute Chancen, dass selbst diejenigen, die etwas für ausgefallene Bedürfnisse suchen, das passende Gerät finden.

Tests in der AVDC
Der beste Tipp für die Suche nach dem geeigneten Player sind die ausführlichen Tests in AVDC. Seit der Erstausgabe müssen sich die Geräte in einem unabhängigen externen Audiotestlabor einem technisch sehr komplizierten Prüfverfahren unterziehen. Die wichtigsten Leistungskriterien im Audiobereich sind Klangtreue, das Ausmaß der Verzerrungen sowie die maximale Ausgangsleistung.
In der Erstausgabe von AVDC waren der iPod mini, der H10 von iriver und der Zen Micro von Creative im Labor. Sieger mit sehr guten Werten wurde damals der H10. Vor allem technisch hat der Player von iriver knapp die Nase vorn. Er klingt am besten und zeigt auch sonst keine Schwächen. Das Farbdisplay ist für all jene ein Kaufgrund, die nicht nur einen Player zum Musikhören, sondern auch einen portablen Speicher für Digitalfotos wollen.


Drei MP3-Player

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Drei MP3-Player im Miniformat, die die Metamorphose zum Hightech-Accessoire bereits erfolgreich vollzogen haben, testete AVDC in der zweiten Ausgabe. Gegeneinander traten an: der iPod Shuffle von Apple, der N10 von iriver und der Muvo N200 von Creative.
Der Testsieger kam erneut aus dem Hause iriver. Vor allem die Integration der Bedienelemente in die Seitenflächen verschafften dem N10 Respekt. Hier liegen die sechs Tasten einerseits bedienungsfreundlich, andererseits optisch unauffällig und damit genau richtig. Die Halskordel ist modisch elegant, in der Länge variabel und dient als Hülle für die Zuleitung zu den Kopfhörern. Ebenso gelungen ist die Konstruktion des Displays. Durch dessen verspiegelte schwarze Oberfläche schimmert blau leuchtend die Anzeige. Bei der Auswahl der Musikstücke schaltet das Gerät auf eine vierzeilige Darstellung um, die wie ein Dateibrowser pro Zeile eine Musikdatei oder ein Verzeichnis darstellt.


Festplatten MP3-Player

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Fette Festplatten verlangte die dritte Ausgabe von AVDC von den Testgeräten. Zum Kampf der Giganten trafen sich der H430 von iriver, der iPod photo von Apple und der Zen Touch von Creative. Ergebnis: Es reichte nicht ganz für einen Dreifachtriumph von iriver. Der zweifache Testsieger musste sich um einen Prozentpunkt Apple geschlagen geben.

Einfache Bedienung
Ein Highlight des iPod ist seine einmalig einfache Bedienung, dank des genialen Click Wheel. Das ist ein berührungsintensiver Navigationsring, der sich wie ein Jogshuttle bedienen lässt. Mit seiner Hilfe und dem rundum logisch aufgebauten Menü finden sich selbst blutige Neulinge auf Anhieb und ohne Handbuch zurecht. Eine zusätzliche Stärke des iPod photo wie die Modellbezeichnung bereits signalisiert ist die Wiedergabe von Bildern.
»Nobody is perfect« gilt auch für MP3-Player. Wie schon der iPod mini schwächelt auch der iPod photo im Bassbereich: 9,7 dB Abfall bei 20 Hz unter Last sind etwas zu viel. Dem Klang mangelt es hörbar an Bässen. Alle anderen Werte sind gut bis sehr gut. In den nächsten Ausgaben von AVDC geht das Duell zwischen iriver und Apple weiter.

Autor: swasi
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