Hightech-Netzwerk für ein Butterbrot
Gigabit-Kits fürs Volk

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Es gibt gute Nachrichten für Netzwerk-Käufer: Die Technologie entwickelt sich immer rasanter und die Preise fallen schneller als man meinen möchte.

Regelmäßige Bandbreitensprünge

Hightech-Netzwerk für ein Butterbrot

Da ich mich seit mehr Jahren mit Netzwerken befasse, als ich eigentlich zugeben will, habe ich mich an regelmäßige Sprünge bei der Bandbreite um das Zehnfache gewöhnt. Auch erwarte ich mittlerweile durchaus, dass die Preise für neue Produkte relativ bald anfangen zu fallen, nachdem sie auf den Markt gebracht worden sind.

Aber es brauchte erst einen Einkauf, den ich vor kurzem machte, um zu erkennen, wie wenig Zeit heutzutage dafür nötig ist und wie billig die jüngste Spitzentechnologie werden kann.

Es war kein bedeutender Kauf. Ich wollte nur einen ganz normalen Ethernet-Switch, um eine Handvoll Systeme für ein Projekt zusammenzuschalten. Mein Budget lag bei mageren 70 Euro, aber ich hatte erwartet, dafür einen vernünftigen fünf-bis-acht-Port 10/100Mbps Switch von der Firma D-Link, Netgear oder einem der anderen klein- und mittelständischen Markenanbieter zu bekommen – vielleicht mit einem Gigabit Uplink.

Schließlich bin ich jedoch nicht bei einem 10/100mbps Produkt gelandet. Vielmehr habe ich herausgefunden, dass ich mir für knapp über 50 Euro einen fünf-Port Gigabit Ethernet Switch leisten kann, bei dem der Preis pro Port bei rund 10 Euro liegt – ein lächerlich kleiner Betrag für eine Technologie, die vor zirka einem Jahr nur in den Rechenzentren von Unternehmen zu finden war.

Überdies werden Gigabit-Switche nicht mehr nur dazu verwendet, schnellere Server-Uplinks zu realisieren. Es ist vielmehr so, dass bei Desktop-PCs und sogar Notebooks, die jetzt standardmäßig mit Gigabit-Schnittstellen ausgeliefert werden, Hochgeschwindigkeits-Netze auf dem Desktop Wirklichkeit geworden sind.


Kleine Unternehmen heizen die Nachfrage an

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Es ist also kein Wunder, dass laut einem aktuellen Bericht der Dell&aposOro Gruppe der weit verbreitete Einsatz von Gigabit-Ethernet in kleinen und mittelständischen Unternehmen das Wachstum auf dem Switch-Markt aufs Neue anheizt.

Das erreicht solche Ausmaße, dass deren Prognose für die nächsten fünf Jahre voraussagt, dass die Einnahmen aus dem Switch-Geschäft von 13,6 Milliarden Dollar im letzten Jahr auf 17,8 Milliarden bis 2009 steigen werden. Und das alles vor dem Hintergrund von kontinuierlich fallenden Preisen.

Aber hier hört es nicht auf – der gleiche Bericht betont eine wachsende Nutzung von Produkten, die den nächsten großen Bandbreitensprung anpeilen – schließlich wandert das 10-Gigabit-Ethernet langsam aus den Rechenzentren aus, neue Leistung im Highend-Bereich wird gebraucht. Insbesondere weist der Bericht auf die Entwicklung neuer integrierter Highspeed-Techniken hin – als Katalysator für Business-Wachstum, weil die neuen Entwicklungen den Anbietern ermöglichen, wesentlich erschwinglichere Angebote zu unterbreiten als dies mit den jetzigen Produkten möglich ist.


Die superschnellen Switches kommen bald

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Es gibt bereits zwei solcher schnellen Schnittstellen, wobei eine bereits erhältlich ist und die andere für nächstes Jahr erwartet wird. Erstere hat die Bezeichnung 10Base-CX4 und wurde vom IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) im Februar vorigen Jahres als Teil des 802.3ak Standards bestätigt. Das macht den Wortgefechten und anderen Problemen ein Ende, die sich bei der standardmäßigen UTP-Verkabelung auftun, bei der vier Transmitter und vier Receiver miteinander verbunden werden anstelle von nur einem Bündel dünner Twinaxial-Kabel.

Die verwendeten Kabel haben nur eine Länge von nur 15 Metern und müssen mit Anschlussenden vom Werk versehen sein. Sie werden also zum größten Teil dazu verwendet, die Switche miteinander zu verbinden, um die Hochgeschwindigkeits-Backbones zu schaffen, die für die Bereitstellung von Gigabit zum Desktop benötigt werden.

Die andere Variante, das 10GBase-T, wird jedoch ein vierpaariges UTP verwenden und zwar möglicherweise über Entfernungen von bis zu 100 Metern. Das ist dann nochmals eine ganz andere Ausgangsposition.

Natürlich ist noch viel Arbeit nötig sowohl bei dem neuen Interface als auch an dem Verdrahtungsstandard, der notwendig ist, um es zu unterstützen. Aber wenn 10Gbase-T auftaucht, könnte es tatsächlich dazu kommen, dass es bald zum Massenprodukt wird. Aber wer weiß da schon im Voraus? Vielleicht wird man den 10-Gigabit-Switch für 50 Euro gleich um die Ecke finden…