Microsoft zahlt 750 Millionen Dollar an RealNetworks

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Zu viele Kosten bereitet der Wettbewerbsprozess, den RealNetworks vor einiger Zeit anstrengte: Microsoft legt den Streit mit Geld bei und stellt Dienstleistungen für den Konkurrenten bereit.

Der langjährige Streit, in dem “DonQuichotte” RealNetworks gegen die Windmühlen von Microsofts Anwälten ankämpfte, steht kurz vor einer Einigung. Die Windmühle will eben nicht mehr angegriffen werden und zahlt dem “Ritter von der traurigen Gestalt” viel Geld, damit dieser endlich Ruhe gibt. Dem Wall Street Journal zufolge habe Microsoft dem Kläger RealNetworks einige Zugeständnisse abgerungen, die Einigung stehe nach Informationen der Wirtschaftszeitung unmittelbar bevor.

Der Streaming-Media-Pionier hatte dem Redmonder Riesen vorgeworfen, seine Dominanz im Betriebssystem-Markt auszunutzen, um die eigene Windows-Media-Technologie durchzusetzen. Nun wird Microsoft im Rahmen der außergerichtlichen Einigung dem Konkurrenten einen “nicht näher spezifizierten Betrag” zahlen und dessen Musik- und Gaming-Services auf dem MSN-Portal bewerben. Und damit es keinen Streit mehr gibt, will man bei der Weiterentwicklung von Multimedia-Technologien sogar noch zusammenarbeiten.

Um gegen einen weiteren Feind – Apple – anzukämpfen, kommt die Promotion des Download-Services Rhapsody auf MSN dem Media-Spezialisten ohnehin gelegen. Das Geld von Microsoft will Real für Unternehmenskäufe einsetzen – vermutlich im Bereich der Musikdownloads.

Microsoft ist in der IT-Branche wie früher Helmut Kohl in der EU: Nahezu alle Auseinandersetzungen werden durch hohe Zahlungen beigelegt. So hat das Softwarehaus in den letzten Jahren alle gerichtlich ähnlich gelagerten Fälle durch hohe Vergleichssummen beendet: 750 Millionen Dollar für AOL Time Warner, 1,95 Milliarden für Sun Microsystems. (mk)

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