Einen eigenen Webkatalog erstellen
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Wenn Sie die Idee eines eigenen Spezial-Webkatalogs umsetzen wollen, liefert Ihnen ein Skript wie Websight ein einfach zu installierendes und flexibles Instrument dafür.

Gesucht: Ein Thema

Einen eigenen Webkatalog erstellen

Bevor Sie daran gehen, den geplanten Webkatalog für ein Spezialgebiet technisch in die Tat umzusetzen, ist konzeptionelle Vorarbeit angesagt. Sie müssen sich zuerst den Kopf über das generelle Thema Ihres Katalogs zerbrechen. Allgemeine Kataloge sind ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen, denn auf diesem Gebiet haben Sie gegen Profis wie Yahoo wenig Chancen. Hoch im Kurs stehen Spezialsuchmaschinen dagegen bei Surfern, die Infos zu einem bestimmten Thema suchen.

Ein Katalog zur altgriechischen Geschichte kann ebenso interessant sein wie einer über die Erforschung des Südpols. Schwierig wird die Sache nur dann, wenn ein solches Spezialgebiet schon von einem anderen Website-Betreiber beackert wird. Je spezieller das Themengebiet, desto dünner wird die Luft.


Recherche

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Eine Recherche in dem Spezialgebiet, das Sie sich zur Aufgabe gestellt haben, sollte daher am Anfang stehen. Die Chance, dabei schon ein Konkurrenzprodukt zu entdecken, ist durchaus gegeben, sollte Sie aber von Ihrem Vorhaben nicht gleich abbringen. Prüfen Sie die künftigen Konkurrenten und überlegen Sie, mit welchen Verbesserungen Sie Ihr Projekt mit einzigartigen Merkmalen in diesem Umfeld platzieren können.

Dann erstellen Sie am besten ein Exposé, in dem Sie die Fakten zu Ihrem Spezialkatalog kurz darstellen. Dies kann das Grundgerüst für die Startseite zu Ihrem Katalog bilden, die dem interessierten Surfer die wichtigsten Infos liefert. Ihn sofort mit der typischen Katalogseite mit der Kategorieneinteilung zu konfrontieren ist bei einem Spezialkatalog kein guter Weg.

Eine solche Startseite hat noch einen weiteren Vorteil. Sie bietet eine gute Basis für ein erfolgreiches Marketing über Suchmaschinen, das den Bekanntheitsgrad Ihres Spezialkatalogs steigern kann. Abgesehen davon kann eine solche Seite auch die eine oder andere Werbefläche abwerfen, die Sie mit passenden Online-Anzeigen (zum Beispiel Google Adsense) versehen können, um Ihren Katalog wenigstens partiell zu refinanzieren.


Gliederung

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Steht das Thema Ihres Katalogs, können Sie beginnen, ihn mit einem sinnvollen und hierarchisch gestuften System von Kategorien und Unterkategorien zu gliedern. In der Startphase, wenn es noch wenige Katalogeinträge gibt, sollten Sie hier allerdings nicht übertreiben. Ein Katalog, bei dem sich ein Interessent durch drei Kategorie-Hierarchien klicken muss, um dann einen einzigen Eintrag zu finden, kommt nicht gut an.

Starten Sie lieber mit einer flachen Hierarchie, die Sie dann mit einer steigenden Anzahl von Einträgen leicht vertikal und horizontal weiter ausbauen können.


Das passende Skript

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Nach diesen Vorarbeiten können Sie mit der technischen Umsetzung loslegen. Das PHP-Skript Websight bietet eine flexible und einfach zu installierende Plattform für einen interaktiven Webkatalog. Als Backend wird eine MySQL-Datenbank genutzt. Alles, was Sie benötigen, ist ein Webhosting-Paket mit PHP und MySQL-Unterstützung, das Sie von vielen Providern schon für relativ wenig Geld mieten können. Einige Punkte in Sachen Security sollten Sie bei der Installation jedoch unbedingt beachten.

– Setzen Sie die Schreibrechte für das Konfigurations-File config.php nach der Installation wieder zurück.
– Löschen Sie außerdem nach dem Setup das Installations-Skript install.php. So verhindern Sie, dass Zeitgenossen mit Hacker-Ambitionen durch einen neuerlichen Aufruf des Setups Ihre Installation zerschießen können.
– Loggen Sie sich nach der Installation mit den vordefinierten Userdaten (User: websight, Passwort: admin) ein und legen Sie als Erstes einen neuen Administrator-Account an. Anschließend löschen Sie sofort den vom Skript angelegten User websight.

Diese Schritte sind für einen sicheren Betrieb des Webkatalogs unerlässlich. Erst dann sollten Sie sich dem Design und dem Inhalt des Katalog zuwenden.


Interaktive Komponente

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Vor allem die interaktive Komponente macht das Skript interessant. Besucher können sowohl neue Kategorien als auch neue Links vorschlagen. Als Administrator müssen Sie diese Vorschläge erst freischalten, bevor sie dem allgemeinen Publikum zur Verfügung stehen. Das ist eine sinnvolle Vorkehrung, um eventuellem Missbrauch vorzubeugen, und darüber hinaus ein guter Schutz gegen eventuelle juristische Verstrickungen, die auch Links nach sich ziehen können.

Sie können den Webkatalog nach Belieben hierarchisch gliedern. Die Stufe legen Sie einfach durch die Zuordnung der neuen Kategorie zu einer übergeordneten Ebene fest. Die Einrichtung neuer Kategorien ist aus Administrator-Sicht etwas umständlich gelöst. Sie müssen die Kategorien wie ein normaler User zunächst vorschlagen und können Sie dann erst als Administrator freischalten. Dasselbe gilt für den Eintrag neuer Links.

Das ist sicher ein Schönheitsfehler des Skripts, den Sie allerdings durch den Einsatz eines Tools wie PhpMyAdmin mit ein wenig Fantasie kompensieren können. Über diesen Weg ist es möglich, direkt auf die Tabellen des Katalogs zuzugreifen und Einträge vorzunehmen. Der Upload zum Beispiel von vorbereiteten CSV-Dateien kann gerade in der Startphase den Webkatalog gleich mit einer größeren Anzahl von Einträgen füllen. Das wiederum könnte die aktive Mitgestaltung der Besucher fördern.

Sie können die Kategorien beliebig untereinander verknüpfen. Dann erscheint beim Aufruf einer solchen Kategorie der Hinweis
»See also« beziehungsweise »Siehe auch«. Damit können Sie verwandte Themen sehr elegant miteinander verbinden und dem Katalog eine hierachische Struktur verpassen.


Anpassungen über Templates

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Über Templates lassen sich Design-Anpassungen sehr elegant vornehmen. Sie können sich die Arbeit mit einem Editor wie Dreamweaver oder Golive mit ihren Wysiwyg-Fähigkeiten natürlich erleichtern. Allerdings kann man den Tempates notfalls auch mit dem Notepad zu Leibe rücken. Die Templates befinden sich im gleichnamigen Ordner der Websight-Installation. Für die Templates, die sich auf den Administrationsbereich beziehen, gibt es einen speziellen Unterordner. Sie können Anpassungen auch via CSS vornehmen. Dazu müssen Sie das Stylesheet websight.css im Websight-Verzeichnis editieren. Wahlweise können Sie auch ein neues Stylesheet anlegen und über den Menüpunkt general configuration im Administrationsbereich in die Applikation einbinden.


Lokalisierung

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Zu den einfachsten Anpassungen zählt die Lokalisierung für den deutschen Sprachraum. Zumindest die Skripts, mit denen die Surfer in Kontakt kommen, sollten Sie entsprechend bearbeiten. Deutschen Sie dazu einfach in den entsprechenden Templates die Menüs und Hinweistexte ein. Eine komfortable Sprachanpassung über eine Lokalisierungsdatei oder per Skript bietet Websight leider nicht.

Allerdings ist eine manuelle Lokalisierung keine große Affäre und in ein paar Minuten erledigt, wenn man einen komfortablen Web-Editor zur Hand hat. Aufwendiger ist der Disclaimer zum Haftungsausschluss. Da sein Nutzen ohnehin umstritten ist, kann man diesen Menüpunkt entweder komplett streichen, oder man sucht sich im Web bei www.disclaimer.de einen fertigen Text, den man dann mit dem entsprechenden Menüeintrag von Websight verlinkt.

Eine Rohübersetzung von Websight finden Sie im Archiv templates-ge.zip auf der Heft-CD und unter listings.internet-pro.de. Wenn Sie mit dieser Übersetzung arbeiten w
ollen, kopieren Sie die Templates des Archivs einfach in den entsprechenden Ordner im Websight-Verzeichnis. Beachten Sie jedoch, dass dabei die Original-Templates überschrieben werden. Wenn Sie mit ihnen noch arbeiten wollen, sollten Sie vorher ein Backup dieser Dateien anlegen.


Das Open Directory Project

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Das Open Directory Project (ODP) ist eines der umfangreichsten Link-Verzeichnisse des World Wide Web. Es wird von einer Gemeinschaft freiwilliger Editoren in aller Welt bearbeitet und aktualisiert. Das ODP wurde ursprünglich unter dem Namen Gnuhoo gegründet, später in Newhoo umbenannt und schließlich im Oktober 1998 von Netscape gekauft.

Die Daten des ODP werden als Open Content zu den Bedingungen der Open-Directory-Project-Lizenz (dmoz.org/license.html) zur Verfügung gestellt, welche die Aufnahme einer ODP-Quellenangabe (dmoz.org/become_an_editor) mit Links zur Site-Anmeldung und Editor-Bewerbung auf jeder einzelnen Verzeichnisseite vorschreibt. Die Daten stehen öffentlich zum Download zur Verfügung (rdf.dmoz.org); es erscheint in der Regel wöchentlich eine neue Version.

Zu den Nutzern der ODP-Daten gehören neben Netscape und AOL auch bekannte Suchmaschinen wie Google oder Excite sowie mehr als 400 weitere Sites. Im Sommer 2004 verzeichnet das ODP mehr als 4 Millionen Einträge 390000 davon im deutschsprachigen Teil des Katalogs. Seit der Gründung des Projektes haben mehr als 61000 Editoren zum Wachstum des Verzeichnisses beigetragen.Für die Nutzung des freien Contents gibt es diverse fertige Skripts. Ein einfach zu installierendes PHP-Skript für diesen Zweck ist DWodp (www.dominion-web.com). Das Skript benötigt PHP ab Version 4.1.0 mit Sockets-Support, jedoch keine Datenbank. Damit lässt sich sehr einfach ein auf dem ODP-Verzeichnis basierender Webkatalog in die eigene Site integrieren.Die Übernahme der Daten von ODP in einen eigenen Katalog ist etwas problematisch, da der Datenfundus, den Sie im XML-Format downloaden können, schon in gepacktem Zustand über 300 MByte groß ist. Das macht das Handling einigermaßen kompliziert.