Automatische Verteilung und Aktualisierung von Dokumenten
RSS löst E-Mail beim Datenaustausch ab

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Tim Anderson ist überzeugt: Die Integration von RSS-Fähigkeiten in Betriebssysteme wird das Dokumentenmanagement und das Datensharing entscheidend verbessern.

Vista kommt mit RSS

Automatische Verteilung und Aktualisierung von Dokumenten

Ein faszinierendes Feature von Windows Vista, das Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen soll, ist der dort integrierte RSS-Export (Really Simple Syndication). Anfang September erklärte Bill Gates auf der Professional Developers Conference, dass Windows Vista eine richtige Plattform für RSS aufgebaut hat. Windows wird eine API für Web-Feeds bekommen, die es Anwendungen ermöglicht, die vom Benutzer abonnierten RSS-Feeds zu lesen und anzuzeigen. Auf Wunsch bekommen Programme auch eine Message, sobald Veränderungen eintreten.

Der RSS-Dienst kümmert sich um die Synchronisation und lädt alles auf Wunsch alles herunter, das mit demselben Datentransfertyp arbeitet wie Windows-Update. Dazu könnten etwa Podcasts gehören. Dabei muss sich der Anwender um nichts kümmern: Alle Prozesse laufen dezent im Hintergrund ab. Der Dienst akzeptiert sämtliche Feeds, die einem der üblichen RSS-Standards entsprechen und sammelt sie in einer konsistenten API.

Die nächste Version von Outlook wird diesen Service anbieten. Ebenso wie Vistas zukünftige Sidebar, die Apples Dashboard oder Googles Desktop Paroli bieten soll – denn diese beiden beherrschen RSS bereits.

Ein zentralisierter, lokaler RSS-Speicher macht durchaus Sinn. Er macht Schluss mit dem Problem der ?Dateninseln?, wo die jeweilige Information in einer einzigen Anwendung eingeschlossen bleibt. Einen RSS-Reader zu programmieren ist nicht mehr sonderlich schwierig, und Vista soll das noch einfacher machen. Das Interessante dabei ist nicht die eigentlich unspektakuläre Technologie selbst, sondern das Potenzial für neue Verwendungsmöglichkeiten von RSS.


SharePoint statt E-Mail

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Wenn die Fähigkeit, entsprechende Feeds anzunehmen, erst einmal in jedem Betriebssystem integriert sein wird, können Serveranwendungen und Content Provider den RSS-Datenstore in einer Weise nutzen, die über das simple Übersenden von Nachrichten und Blogs hinausgeht. Microsofts Vorzeigeprojekt konzentriert sich auf “SharePoint Services”, ein webbasiertes Speichersystem, das herkömmliche, gemeinsam genutzte Verzeichnisse durch einen intelligenten Dokumenten-Pool samt Portal-Funktion ersetzt.

Die kommende Version von SharePoint wird in der Lage sein, seine Inhalte über RSS zu veröffentlichen und sogar darin gespeicherte Dokumente zu RSS-Feeds zu machen. Das bringt gleich zwei nette Features mit sich: Erstens gibt es eine Benachrichtigung bei neuen oder aktualisierten Dokumenten. Und zweitens erhält jeder Nutzer eine lokale Kopie des Inhalts, der ihn interessiert. Wird eine Datei überarbeitet, bekommen interessierte Anwender automatisch die neueste Version.

Das scheint doch ein enormer Vorteil gegenüber dem alten Modell zu sein, bei dem das Dokumenten-Sharing über E-Mail-Anhänge abgewickelt wird. Mit E-Mail läuft derzeit so einiges schief, es ist unzuverlässig, überschwemmt mit Spam und Viren, und liefert nur statisches Material. RSS könnte natürlich ebenfalls einen Virus einschleusen. Das ist allerdings um einiges unwahrscheinlicher, weil Sie als Abonnent nur bestellte Inhalte erhalten, während beim E-Mail-Versand die ganze Welt Ihre Mailbox zumüllen darf. Auch die Suche ist besser: Man findet Inhalte leichter in einem RSS-Reader, der seine Inhalte automatisch ordnet.


Windows muss nicht

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Außerdem handelt es sich um XML-Inhalte, die bereits von Haus aus mit semantischen Tags ausgestattet sind. Bei Bedarf lassen sie sich noch durch eigene Tags erweitern.

Ich habe mich bei meiner Darstellung auf ein Intranet bezogen, doch das Gesagte gilt ebenso für den Abruf allgemeiner Informationen aus dem Internet – falls nötig auch geschützt durch dieselben Techniken, wie wir sie von privaten Websites kennen.

Es versteht sich von selbst, dass dafür keineswegs Windows verwendet werden muss, nicht auf Sender- und nicht auf Empfänger-Seite. Allerdings hat Microsoft mal wieder gut vorgesorgt und die RSS-Unterstützung gleich in sein Betriebssystem eingebaut.