Elektronikindustrie hat Angst vor EU-Verordnung zur Untersuchung von Chemikalien

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Elektronikhersteller wollen die neue Chemikalien-Verordnung der EU kippen – insbesondere Untersuchungen und die Bürokratie rund um die Verordnung passt den Unternehmen nicht.

REACH, die neue Chemikalien-Verordnung der Europäischen Union, ist auf der Abschussliste der Elektronikindustrie. Denn sie soll die Industrie verpflichten, Auswirkungen von Chemikalien auf Gesundheit und Umwelt zu untersuchen, bevor diese in Geräte integriert werden. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) will die geplante Entschlackung der EU-Regularien nutzen, um die Richtlinie zu verhindern.

97 Prozent der rund 100.000 unterschiedlichen Stoffe, die in chemischen Fabrikationsanlagen in der EU hergestellt werden, seien bezüglich ihres Schadenspotenzials noch kaum untersucht, erläuterte Ulrike Kallee, Chemiereferentin der Umweltschutzorganisation Greenpeace gegenüber dem Informationsdienst de.internet.com. Von der Verordnung wären jedoch nur etwa 30 000 Stoffe betroffen, die in Mengen von über einer Tonne hergestellt werden.

Im Gegenzug meint Christian Mannigel, Sprecher des ZVEI, dass die Halbleiterbranche “Standorte schließen muss”, wenn REACH verabschiedet wird. Kallee von Greenpeace wies die Darstellung des ZVEI, auf die Elektronikbranche kämen durch REACH hohe Kosten zu, zurück. Für die Produkthersteller hätte REACH sogar Vorteile, weil die Chemieindustrie nach der EU-Richtlinie ihre Kunden über die gelieferten Substanzen genau informieren muss. Den Unternehmen blieben so die Kosten für eigene Labors und Untersuchungen erspart. (mk)

Autor: jm.urio
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