Bei Großbildschirmen in die Röhre kucken
Käufer von Großbildschirmen zahlen teuer für schlanke Geräte

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LCDs ersetzen in zunehmendem Maße alte Röhrenbildschirme, aber Mitarbeiter, die größere Bildschirme benötigen, weil sie mehrere Anwendungen gleichzeitig nutzen wollen, haben kaum eine Wahl.

Produkt-Entwicklung hinkt hinterher

Bei Großbildschirmen in die Röhre kucken

Es ist immer wieder wunderbar, sich die Produktentwicklung in unserer großartigen Branche anzusehen. Eine innovative Idee beginnt ihr Leben als großer, schroffer Fels und entwickelt sich langsam zu einem glänzenden, glatten Kiesel Dank des Zusammenspiels von Verbesserungen in der Herstellung, des Produkt-Neu-Designs und der Massenherstellung.

In dem Science-Fiction-Film ?Brainstorm?, der es in den 80er Jahren gar nicht erst ins Kino schaffte, sondern direkt als Video veröffentlicht wurde, gibt es eine passende Hommage an diesen Prozess: Das Gedankenlese-Gerät, das die Wissenschaftler entwickelt haben, wird zuerst in einer Art Einkaufswagen herumgefahren, aber durch die Verbesserungen im Laufe des Films wird es immer kleiner und sieht zum Schluss aus wie das Headset einer Telefonistin.

Bei LCD-Monitoren ist es aber noch nicht ganz so weit gekommen.


Mork vom Ork gegen Apple?

Bei Großbildschirmen in die Röhre kucken

In den meisten Fällen (und da sollten wir auch an Betamax denken) funktioniert der Prozess der Weiterentwicklung trotz des Einflusses aller Kräfte, die ihn zum Halt bringen wollen. Es ist beispielsweise wahrscheinlich, dass Apple trotz einer regelmäßigen Flut von Patentklagen immer kleinere iPods herstellen wird. Apple wegen Patenten zu verklagen, die irgendwann einmal erteilt wurden und nur entfernt mit dem iPod zu tun haben könnten, scheint sich ohnehin zu einem eigenen Geschäftszweig entwickelt zu haben. Ich erwarte schon halb, dass der Schauspieler Robin Williams Klage einreicht, weil er zu Zeiten der Fernsehserie ?Mork vom Ork? das Wort ?Nano? zum Markenzeichen gemacht hat.

Auch LCD-Monitore haben Gegner. Vor gerade einmal drei Jahren waren LCD-Bildschirme noch unscharf und teuer. Die Farbdarstellung variierte, und sie wurden von toten Pixeln gequält. Heutzutage sind LCD-Monitore ein völlig anderes Produkt, dank der gestiegenen Herstellungsstandards. 15-Zoll-Modelle sind langsam unter 150 Euro zu haben – die ganzen alten Argumente für ?billigere? Röhren-Geräte lösen sich buchstäblich in Luft auf.

Tatsächlich sind Röhren-Monitore immer noch nur halb so teuer wie ihr LCD-Äquivalent in gleicher Größe. Die Vorteile des geringeren Stromverbrauchs und die Platzersparnis auf dem Schreibtisch rechtfertigen jedoch den Kauf von LCDs. Zumindest gilt das für Standard-Displays mit XGA- und SXGA-Auflösung. Wer UXGA (1600×1200) oder eine bessere Auflösung benötigt, wird feststellen, dass die Preislücke zwischen LCD und Röhre oft die Budget-Möglichkeiten überschreitet.


Buchstäblich also in die Röhre kucken?

Bei Großbildschirmen in die Röhre kucken

Das große Problem bei großen Monitoren besteht darin, dass es relativ wenig LCD-Modelle mit hoher Auflösung gibt. Das zwingt User, die im Alltag große Bildschirme brauchen – zum Beispiel Buchhalter, Projektmanager und, na ja, jeder, der zwei oder mehr Programme nebeneinander laufen lassen will -, zum Kauf von überteuerten LCD-Monitoren mit zu vielen Funktionen, die vor allem für Grafik-Designer gedacht sind. Und so zieht man sich den Fluch der Budget-Abteilung zu. Die Alternative ist, sich einen der 22-Zoll-Röhrenmonitore zu schnappen, die es noch auf dem Markt gibt. Aber die Bestände schwinden.

Dell verkauft derzeit einen Wide-UXGA-(1920×1200)-LCD-Monitor für 973 Euro (inklusive Mehrwertsteuer), was darauf hindeutet, dass sich auch hier Effekte der Massenherstellung bemerkbar machen. Aber Röhrengeräte mit einer Auflösung von 2046×1536 gibt es bei eBay unter 75 Euro, was bedeutet, dass der Abstand noch gewaltig ist. Was wir brauchen, ist guter, altmodischer Wettbewerb, um die Preise nach unten zu treiben. Die Anbieter allerdings sind verständlicherweise zögerlich, einen Preiskrieg auf einem Markt zu starten, auf dem sich noch Höchstpreise erzielen lassen.