Mobile Computing
Die schrumpfende Welt der Technologie

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Intel könnte in der Lage sein, einen “Handtop PC” zu bauen, aber sind solche Geräte nicht vielleicht zu klein, um nützlich zu sein? Fragt zumindest Daniel Robinson.

Intels neue Chips

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Die Zukunft der Prozessorchips liegt laut Intel in der Energieeffizienz. Das war die wesentliche Botschaft auf dem Entwicklerforum der Firma im August in San Francisco. Zu diesem Anlass hatte das Unternehmen eine neue energiesparende Architektur angekündigt, die in ihren Chips ab der zweiten Hälfte 2006 enthalten sein soll.

Indem er auf das Thema noch etwas ausführlicher einging, sagte der Vorstandsvorsitzende und Präsident des Unternehmens Paul Otellini, dass er sich vorstellt, die energiesparenden Intel Chips in einer neuen Kategorie von Client Geräten zu verwenden, die er “Handtop PCs” taufte. Diese werden laut Intel eine PC-ähnliche Erfahrung bieten aber weniger als ein Watt Energie verbrauchen und weniger als ein Pfund wiegen (450g).

Aber wer wird solche Geräte in der Realität wirklich nutzen? Wir sind inzwischen daran gewöhnt, dass mit der Zeit die Geräte immer kleiner aber auch immer leistungsfähiger werden. PDAs und Mobiltelefone sind leichter und kompakter geworden und die Technologie, die erforderlich ist, einen kompletten Windows PC zusammenzustellen, kann auf immer engeren Raum gequetscht werden.


Anwendungsbeispiele

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In gewisser Weise haben wir den Handtop PC bereits und zwar in Form des Modells 01 von OQO, der nicht viel größer als ein Satz Spielkarten ist, aber Windows XP auf einem 1GHz Prozessor mit 256 MB Speicher laufen lässt und ca. 400g wiegt.

Aber dieses System hat sehr unterschiedliche Bewertungen erhalten. Während man damit standardisierte Windows Anwendungen betreiben kann, so haben einige Tester seine Leistung für schwerfällig befunden und es scheint, dass die Batterien nicht länger als ein paar Stunden halten werden, wenn man das WLAN verwendet.

Der OQO hat auch eine merkwürdige Bildschirmauflösung von 800×840 Pixeln, was bedeutet, dass viele Windows Anwendungen nicht auf seinen 5 Zoll Bildschirm passen. Wenn man allerdings einfach die Pixelzahl erhöht, kann das dazu führen, dass der Text auf dem Bildschirm zu klein wird, um ihn noch lesen zu können. Das habe ich festgestellt, als ich den Mini-Laptop von Toshiba, den Libretto U100 getestet habe. Es ist ein vollkommen leistungsfähiges System aber sein 7,2 Zoll großer Bildschirm zeigt 1280×768 Pixel, was zu einer argen Belastung der Augen bei jedem führt, der nicht über eine scharfe Sehkraft verfügt.

Das Problem bei den übermäßig kompakten PCs liegt darin, dass die Windows Entwickler immer davon ausgehen, dass die Anwendung auf einem System verwendet wird, die über genügend Ressourcen und einen großen Bildschirm verfügt.

Die Folge ist, dass die winzigen tragbaren PCs fast immer eine zu geringe Leistung haben, schlechte ergonomische Eigenschaften aufweisen und die Lebensdauer der Batterie immer noch zu kurz ist, um für einen vollen Arbeitstag auszureichen, wenn sie vom Stromnetz abgekoppelt sind. Deshalb kann ich mir nur schwer vorstellen, wo der Markt für einen Handtop PC liegen soll, außer bei einigen Vertriebsleuten, die das allerleichteste Gerät für eine Power Point Präsentation haben wollen oder vielleicht bei IT Managern die an Windows Administration Tools herankommen müssen, wenn sie sich auf ihrem Betriebsgelände bewegen.

Aber vielleicht waren die Berichte auch irreführend und Otellini von Intel hat die Handtop PCs nicht als zusammen-geschrumpfte Laptops propagiert. Vielleicht stellt Intel sich diese Geräte stattdessen als kleine Apparate vor, die keine Festplatte brauchen und auch nicht mit dem kompletten Windows laufen, aber dennoch unterwegs für Anwendungen genutzt werden können, die eine Verbindung zu den Servern oder Backend-Systemen des Unternehmens haben.

Seltsamerweise könnte ich von so einem Gerät schon einmal gehört haben. Ich glaube man nennt es PDA !