IT-Spezialisten in Projekte einbeziehen!
IT muss die Einfachheit selbst sein

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Technologie wird von Außenstehenden als eine schrecklich komplexe Angelegenheit betrachtet. Die Komplexität aber, die von denjenigen geschaffen wird, die sich außerhalb dieses Metiers befinden, stellt die IT vor immense Probleme.

Öffentliche IT-Projekte – ein Debakel

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Letzte Woche hat ein Bericht des britischen Haushaltskontrollausschuss sich über die Kompliziertheit des Prozesses beklagt, den die neue IT eigentlich unterstützen sollte. Das IT- System für Steuergutschriften lief aus dem Ruder, einige Leute bekamen ihr Geld nicht, anddere zu viel. Ein fast identisches Problem, wie es die deutschen Bürger von den Arbeitsämtern (Stichwort Hartz IV) oder vom nicht funktionierenee4n Mautsystem her kennen.

Die Schwierigkeiten, die in allen Fällen aufgetreten waren – beim britischen “Jobcentre Plus” durch die Einführung des neuen CRM-Systems, beim deutschen Arbeitsamt durch Hartz IV und die vielen Erlasse danach (die den Programmierern aber wohl nicht mitgeteilt wurden) sowie beim zu flink geplanten Mautsystem – sind in keinster Weise auf die zusätzliche Komplexität neu eingeführter Prozesse zurückzuführen. Auch auf Papier war alles schon kompliziert.

In England kam noch das Debakel ums Kindergeld hinzu – zu viel Umstellung auf IT funktioniert nicht immer, wenn die Menschen, die die Projekte umsetzen müssen, nicht richtig informiert werden.


Müll rein, Müll raus

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Komplexität verschafft der Technik einen schlechteren Ruf als ihr zusteht. In guten alten Zeiten hätten die Programmierer eine Redensart verwendet, die in der Industrie zu einem geflügelten Wort geworden ist: Garbage in, garbage out (Müll rein, Müll raus).

Die Erfahrung zeigt: Je mehr die IT an Einfachheit bieten kann, desto leichter wird sie auch angenommen. Angefangen von Konsumenten, die millionenfach leicht zu handhabende Textnachrichten versenden bis zu Unternehmen, die für einen flüssigen Ablauf ihrer innerbetrieblichen Geschäftsvorgänge innerhalb ihrer Lieferkette sorgen – Einfachheit funktioniert eben.

Bedeutende staatliche Projekte erweisen sich – schon durch ihren bloßen Umfang, ihr Profil und ihre Ziele – immer als recht komplizierte Angelegenheiten. Die Kritiken, die sich über jede größere Computerkatastrophe ergießen, bringen es mit sich, dass jeder der damit zu tun hat, sich nun darauf konzentriert, die Technologie in den Griff zu bekommen – und das ist auch ganz richtig so.


Kränkelnde Systeme

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Aber wir stehen auch einem sich wiederholenden Schema gegenüber, wo wichtige Grundsätze untergraben werden, weil die ursprüngliche Planung einen Prozess in Gang gesetzt hat, der so komplex ist, dass auch das beste IT System, welches exakt gemäß der Spezifikation entwickelt worden ist, Teil einer kränkelnden oder sogar versagenden Operation werden kann. Und war das Nürnberger Arbeitsamt nicht schon immer eine krankhafte Ansammlung bürokratischer Hürden.

Die Probleme zeigen deutlich, wie unerlässlich es ist, dass die fachliche Kompetenz im IT-Bereich vom ersten Tag an mit in die Planung und die Gestaltung von wesentlichen neuen Grundsätzen oder Prozessen einfließt. Und die IT Chefs müssen stark genug sein, ihre Stimmen bereits in diesen frühen Stadien eines Projekts hörbar zu machen – damit ihnen am Ende nicht die Schuld an Problemen in die Schuhe geschoben wird, die durch ein überkomplexes Design oder mangelnde Planung entstanden sind. Wenn Menschen ohne jegliche Kenntnisse der fachlichen Materie Projekte anschieben und die IT-Spezialisten die von Anfang an verqueren Ansätze umsetzen wollen, kommt auch nichts Brauchbares am Ende heraus.